Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 4 (1863)
- Issue
- Heft 49 (9.12.1863)
- Date
- 1863-12-09
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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607 kömmt, denn er betrifft ein Religionsbuch, und wir kaufen fast alle so genannten Religionsbücher nicht um die Tinte, welche wir auf diese Zeilen verwenden. Sind sie ja fast alle darauf berechnet, das einzige richtige Religionsbuch, die heilige zu verdrängen, so daß man billig, wie einst ein Witzling sagte, auf ihre Titel das Wort pni schreiben sollte, das heißt: „hier hat die .->-vr> ein Ende". Wir hätten darum über diesen Punkt lieber geschwiegen. Allein auch hiebei unterschiebt uns Herr vr. E. von uns nicht gebrauchte Aeußerungen, und die Zuinuthung, nicht einmal einige Worte des Urtheils über ein Schulbuch bei passender Gelegenheit auszusprechen, ist so scrwil, daß wir unmöglich schweigen können. Wir haben das Religonsbuch nur im Vorübergehen erwähnt und dabei gesagt, es sei rationalistisch und pädagogisch fast unbrauchbar. Nun fragt Herr O>. E., ob dasselbe auch nur etwas gegen die Tradition enthalte, woraus derjenige, der umern Artikel nicht gelesen hat, folgern muß, wir hätten behauptet, es enthalte noch Schlimmeres, als Etwas gegen die Tradition. Das ist Verdrehung, Fälschung. Uebrigens wollen wir hiermit nicht sagen, daß wir überzeugt sind, das Religionsbuch enthalte nichts gegen die Tradition, sondern blos, daß wir bis jetzt nicht behauptet haben, es enthalte ja Etwas dagegen oder noch Aergeres. Da uns aber Herr Or. E. herausgefordert, so wollen wir denn doch einige Pröbchen aus diesem Religionsbuche geben um zu beweisen, daß der Vorwurf des Nationalismus nicht so ungegründet ist. Wir leien darin S. 1 04, vom Sabbat: Warum ist uns an diesen: Tage Ruhe geboten? Erstens: Weil diese Ruhe zu Erhaltung u n f e r e r Gesundheit und zurSa m m lung neuer Kräfte lür unsere Berufs-Arbeiten nöthig ist. Ist das nicht der Rationalismus in feiner abgeschmacktesten Form? Ferner lesen wir S. 124 von den religiösen Gebräuchen : Welchen Werth haben daher diese Gebräuche? Diese Gebräuche haben nur insofern einen Werth, als durch sie fromme Gefühle angeregt, religiöse Gesinnungen geweckt und somit die Zwecke erreicht werden, zu welchen sie angeordnet sind. Dieser Satz scheint uns sogar noch mehr als rationalistisch zu sein. — Bekanntlich nimmt die Tradition eine ganze Gruppe von Gesetzen an, welche rnpri sind, bei denen man auf die Frage, Lpv die Antwort erhält: x'.-r -p?.-, cm'u; unter diesen finden sich manche, die auch wirklich gar nicht geeignet sind, das anzuregen, was das Religionsbuch fromme Gefühle nennt, die sogar derartige Gefühle zu verletze« scheinen. Ein kostbares Stück Fleisch ist mir 2vrw ->V2 geworden; mein nichtjüdischer armer Nachbar würde heute Abend seine hungernden Kinder damit laben - ich darf's ihm nicht schenken; ich könnte es wenigstens meinem Hunde Vorwerken, es ist mir nicht erlaubt. Es gehört in der Thal ein starker Thoraglaube dazu, hier die Stimme des Verstandes und des Gefühls dem Gesetze unrerznordnen, und nicht umsonst sagen unsere Weisen b":, Satan necke und höhne Israel mit derartigen Vorschriften. Dem Scharffinne des Herrn Oi-. E. würde es Ehre machen, dieses Gebot mit dem oben angeführten Satz des Religionsbuchs in Einklang zu bringen. So können wir denn diesen Artikel rwv.-i -1212 schließen, denn über die pädagogische Brauchbarkeit des Religionsduchs und bezüglich des von ihm mit Stillschweigen übergangenen Gesangbuchs scheint Herr Di-. E. unser Urtheil zu billigen. Wir gratuliren der Oberkirchenbehörde zu ihrem Ritter, möge er die Waffen nicht rosten lasten lassen, vielleicht bieten wir ihm .i"'x bald wieder Gelegenheit, sie zu gebrauchen. Ku Micher Amenunk VÜAttMhn«ngeil in ItruLslern. Ein Ungenannter 30 kr. — Durch Lehrer Straßburger in Olnhausen: I. Straßburger in Rexingeu 30 kr.; A. Hirsch in Olnhausen 36 kr.; zusammen 1 fl. 6 kr.; abz. Porto 1 fl. — Durch Djstr.-Rabb. I. G. Adler in Burgpreppach gesammelt: Bei der Vermählungsfeier des Samuel Rosenberger in Oberlauringen 3 fl. 45 kr.; Bei jener des Jacob Bretenbach von Schweinshaupten 1 fl. 3o kr.; Jacob Schwab in Kleinsteinach 4 fl.; zusammen 9 fl. 20 kr.; abz. Porto 9 fl. — (F. d. A. 0. h. L.: durch S. Samseld, Religionslehrer in Giebelstadt bei der Hochzeit des S. Seemann von Neubrunn mit Bertha Mayer von Giebelstadt gesammelt 7 fl. 24 kr.) — Durch Distr. Rabb. Wormser in Gersfeld gesammelt bei einem Festmahle bei Js. Rosenstock in Wüstensachsen 3 fl. 12^ kr.; bei der Verlobung des H. Oppenheimer mit R. Tannenwald in Schmalnau 3 fl. 27^ kr.; zusammen 6 fl. 46^ kr.; abz. Porto 6 fl. 26H kr. — Durch Religionslehrer A. Rosenbaum in Wiesenfeld: Jakob Weichselbaum in Gelderheim beim Einzuge in sein neues Haus 10 fl. *) Könnten nock> viele 5nden.