Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 4 (1863)
- Issue
- Heft 48 (2.12.1863)
- Date
- 1863-12-02
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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594 Der sogen. Chor-Gesang in unserer Synagoge in Mainz entspricht den obengestellten Bedingungen; ebenso in den orthodoxen Synagogen zu Frankfurt a. M., Würzburg, Altona. In der neuen Hamburger Synagoge hat der Chor eine zu große Ausdehnung wider den Willen des dortigen würdigen und streng religiösen Rabbiners gewonnen. Wie und in welcher Weise der Chor-Gesang in Miskolcz eingeführt ist, wissen wir nicht; sagt doch Herr S. selbst, daß es dort galt, von zwei Nebeln das kleinste zu wählen. Hatte aber Herr Rabb. F. aus K. in Gegenwart seines ehrwürdigen Vaters erklärt, Chor-Gesang sei nicht gegen den;m, so dursten wir wohl mit Bestimmtheit annehmen, derselbe meine solchen Chor-Gesang, der es in der That auch nicht ist. — Literarischer Mericht. Von Herrn Gerson Lasch, Oberlehrer an der Israelitischen Schule zu Halberstadt liegt uns ein „Hilfsbuch zur Präparation beim Uebersetzen der Gebete an Wochen-, Ruhe- und Festtagen für israelitische Schulen" zur Ansicht vor. Der Verfasser hat, angeregt von dem höchst löblichen Streben, dem Verständniß der Gebete in den isr. Schulen einen für Lehrer und Schüler weniger ermüdenden und doch zu gedeihlicherem Erfolge führenden Weg anzubahnen, nach Art des schon seit längeren Jahren mit Nutzen gebrauchten Vocabulariums zum Pentateuch von Joel Nathan für die Uebersetzung des Gebetbuches ein ähnliches Wörterbuch geliefert, nur mit dem Unterschiede, daß bei ihm die Wörter alphabetisch, während sie in dem ersterwähnten Merkchen nach Kapiteln geordnet sind. Wer die mühevolle Arbeit dieses Lehrgegenstandes kennt; wer die Erfahrung gemacht hat, daß selbst bei dem größten Fleiße des Lehrers verhältnismäßig nur geringe Resultate erzielt werden, weil eben dem Schüler nicht wohl zugemuthet werden kann, sich für einen Lehrgegenstand auch nur einigermaßen vorzubereiten, wenn ihm kein anderes Lehrmittel als der mündliche Vortrag des Lehrers geboten ist: der wird es dem Herrn Verfasser Dank wißen, daß derselbe hier ohne Mühe zu scheuen, einem längst gefühlten Bedürfnisse Abhilfe zu verschaffen sucht. Die vielfachen Ansprüche, welche heutzutage an die Schule gestellt werden, gestatten es nicht mehr, daß den Religionslehrgegenständen dieselbe Zeit, wie ehedem, zugewendet werden kann. Es muß daher — um ähnliche Resultate zu erzielen — durch eine verbesserte Methode das ersetzt werden, was an Zeit gebricht. Indessen hätten wir für Anfänger im Uebersetzen — und für diese scheint das Buch doch vorzugsweise bestimmt zu sein, da namentlich Knaben in den obern Klassen durch ihr vorgeschrittenes Wissen in dessen nicht mehr bedürfen — eine Eintheilung nach einzelnen Gebetstücken gewünscht. Wer fremde Sprachen unterrichtet hat, dem wird es nicht entgangen sein, wie schwer es dem zum Uebersetzen übergehenden Schüler wird, wenn er die ihm fehlenden Wörter in einem alphabetisch geordneten Wortregister aufsucheu soll. Zunächst hat der Schüler die richtige Schreibung noch nicht im Geiste; er schlägt auf und sucht, hat aber, wenn er nicht gerade zum Sprachforscher angeborne Neigung hat, selten Geduld genug, diese Arbeit lang zu verfolgen und legt nach vergeblichem Bemühen nicht selten sein Wörterbuch zur Seite. Zu dieser Schwierigkeit gesellt sich noch der damit verbundene Zeitverlust. Der Schüler sucht ein Wort unter Aleph; das nachfolgende hat er unter v zu suchen, so daß ihm durch das Hin- und Herblättern viel Zeit verloren geht. Wörterbücher in alphabetischer Ordnung werden daher vorgerückteren Schülern in die Hand gegeben; für Anfänger werden die Wörter des zu erlernenden Abschnittes zusammengestellt, damit derselbe ohne mühsames Nachschlagen und ohne viel Zeitverlust das zu Suchende beisammen finde. Da, wo vorgerücktere Schüler das Buch in die Hand bekommen, wird es für Lehrer und Schüler eine große Erleichterung gewähren und den vom geehrten Verfasser erwarteten Nutzen erreichen. Mainz, den 20. November. M. Fuld, Oberlehrer. HM Milcher Armrn- und HilMklshrrunM rn Irrulniem. Ein Ungenannter (Poststempel Euskirchen) 3 fl. 30 kr.; abz. Porto 3 fl. 20kr. — Durch Dist.-Rabb. Neckarsulmer in Schnaittach: bei der Hochzeit von M. Engel mit Frl. Neckarsulmer gesammelt 4 fl. 6 kr.; bei der Hochzeit von N. Sommerich mit Frl. Braun gesammelt 3 fl. 30 kr.; zusammen 7 fl. 36 kr., abz. Porto 7 fl. 12 kr. — (F. d. A. d. h. L.: durch Lehrer M. L. Königs Höfer in Weibhausen gesammelt 13 fl. Für T. CH. in Jerusalem: ein Jehudi in der Schweiz gesammelt 100 Fr. ----- 46 fl. 40 kr.; abz. Porto 46 fl. 4 kr.)