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Der Israelit · 1863-12-02 · Heft 48 (2.12.1863) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
4 (1863)
Issue
Heft 48 (2.12.1863)
Date
1863-12-02
Page
– (sequence 3)
Language
German
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591 das Sonnenlicht verfinstert drei Tage lang und hat das Meer gespalten für seine Erlösten; er hat am Sinai sich offenbart als unumschränkter Herr und Gebieter des Weltalls, er hat in der Wüste sich bewährt als wunderbarer Beschützer und Ernährer. Zum Zeichen dafür hat uns Gott seine Feste gegeben; diese Feste aber hängen ab von der Neumondsbestimmung — ohne Neumondsbestimmung keine Festeszeiten; außerdem ist Israels Volksthum selbst durch die lange Reihe der Jahrhunderte hindurch der beste Beweis von der ewigen Fürsorge und unmittelbaren Lenkung unseres Gottes. Das Symbol unseres Voltes ist der Mond; wie der Mond sich stets wieder erneuert, so wird auch unser Volk, mag es wohl auch manchmal im Abnehmen erscheinen, sich wieder und wieder erneuern. Um diese erhabene Bestimmung, das Walten der göttlichen Allmacht zu zeigen, wollten die Griechen uns bringen, indem sie unseren Voreltern verboten, den Neumond zu verkünden. Die wahrhafte Herrschaft des Geistes über den Körper hat nothwendig sittliche Folgen; wenn der Körper dem Geiste wirklich dient, so erfüllt er thatfächlich das, was der Geist als gut und wahr erkannt hat. Die Darstellung der sittlichen Welt vertritt uns die Milah; sie ist ein wip mx, ein Zeichen des heiligen Bundes, den Gott mit unserem Vater Abraham geschlossen hat. Der rein sinnliche Mensch hat von sittlichen Pflichten keine Vorstellung; nur der thierische Genuß ist die Triebfeder aller seiner Handlungen, sein Leben ist nichts als eine Reihe von Uebelthaten, seine Gewohnheiten sind Laster und seine Freuden Verbrechen. Zu solchen rein thierischen Menschen wollten die Griechen unsere Voreltern Herabdrücken. Sie wollten uns stürzen in die Finsterniß des Wahnes, indem sie uns zu rauben suchten die Erkenntniß vom Schöpfer und Lenker der Welt, der da will, daß das Thier im Menschen überwunden werde und daß die Diener des allmächtigen Gottes stehen sollen auf sittlicher Höhe. Danken wir dem Allgütigen, däß er uns errettete aus jener furchtbaren Gefahr und daß er uns anzündete das Licht der Wahrheit, auf daß es fürder leuchte für alle Zeiten. II. In der zweiten Nachtwache bellen die Hunde. Die Hunde sind ein Bild der Verfolgung. Die zerstreute Lämmerheerde Israels hat im Laufe der Jahrtausende der Verfolgung leider nur zu viel erduldet. Daß Israel den Haß seiner Verfolger sich zugezogen, das liegt im Wesen der Thora, d. h. des Israels-Geistes begründet. Der Israelit ist von den übrigen Mitmenschen durch die Thora selbst und deren Gebote gesondert. Er unterscheidet sich von seinen Mitmenschen in Bezug auf fein Essen und Trinken, im Bezug auf Kleidung und Wohnung, in Bezug auf Arbeit und Ruhe. Die Verbannung, welche andere Nationen trifft, hat lange nicht das Drückende, wie das Galuth Israels. Die Söhne anderer Völker finden, von ihrem Heimathlande verbannt, überall Speise und Trank, sie nehmen die Sitten der Länder an, in die sie einwandern, und verheirathen sich mit den Töchtern des Landes; daher trifft sie nicht der Neid und nicht der Haß der Volksstämme, zu denen sie gekommen und mit denen sie bald eins werden. Allein die Thora, welche den Haß und die Verfolgung von Seiten der Nationen vielfach verursacht, ist zugleich das beste Schutz- und Hilfsmittel gegen dieselben; denn durch sie erlangen wir den Schutz des allmächtigen Gottes und wenn Gott für uns ist, wer könnte da wider uns sein? Dieses Gottesschutzes erfreute sich unser Volk, als es aus Mizrajim zog und willig nachfolgte dem Allgütigen in die öde, leere Wüste. Damals streckte gegen Israel kein Hund die Zunge aus (2. B- M. C. 11, V. 7). Und Gott trug uns auf Adlerfittigen und hob uns zu sich empor, gab uns seine heiligen Gesetze durch die er allerdings unfern Lebensgenuß beschränkte (2. B. M. C. 22, V. 30) ivürcn Terepha und Nebela sind die Bilder des ungestörten Lebensgenusses, wie er den Völkern freisteht, während Israels irdischer Genuß durch die Speise- und Sittlichkeitsgesetze beengt und beschränkt ist. Wenn nun Israel auf den unbeschränkten Lebensgenuß nicht verzichtet, so verliert es den Gottesschutz und wird dem Haffe und der Verfolgung seiner Dränger preis gegeben ip-n -rch (Jesaias C. 56, V. 11). Sie wühlen in Israels Lebensmark wie einst die Griechen. In jenen finstern Tagen sollten unsere Voreltern gezwungen werden, Gottes Gebote zu verletzen. Damals lebte in Jerusalem ein würdiger Greis, Namens Eleasar, den die Griechen zwingen wollten, von den ihren Götzen geopferten Thieren zu essen; allein Eleasar weigerte sich standhaft. Da sprach der griechische Hauptmann zu ihm: „Nicht will ich von dir, dem 90jährigen Greise, verlangen, daß du der alten liebgewordenen Sitte zuwiderhandelst; siehe, ich will dir Fleisch geben, dessen Genuß dir erlaubt ist, nimm es von meiner Hand und genieße es, damit die Uebrigen meinen, du' äßest verbotene Speisen und sich fügen dem Gebote des Königs. —" „„Fern sei das von mir,"" sprach Eleasar da, „„soll ich ein Verführer werden der Jugend meines'Volkes? sollen etwa die Jünglinge sprechen: Eleasar, der bereits dem Grabe so nahe gestanden, konnte der Versuchung nicht widerstehen! Nein, lieber will ich sterben, als daß ich Anlaß gebe zu Sünde und Abfall. —"" Und er starb unter den Händen der

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