Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 4 (1863)
- Issue
- Heft 48 (2.12.1863)
- Date
- 1863-12-02
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Pi-! Z 5 gegeben, das Andenken an die Maccabäersiege bei Gläsergeklirr mit glühenden Toasten zu verherrlichen — in seinem bescheidenen Zimmer zündet der Jude, umgeben von seinen Hausgenossen, die Lichllein an und dankt dabei Gott für die Wunder, die er gethan unfern Vätern in jenen Tagen um diese Zeit, und preist den Allgütigeu, daß er uns hat am Leben erhalten bis zu dieser Zeit, und in seinem Gebete gedenkt er der Allmacht Gottes ob der Siege, zu denen er unsere Väter ersehen und singt das Hallellied des Psalmisten; aber das Licht, das er anzündet, umfaßt ihm die ganze Bedeutung jener erhabenen Ereignisse voll unvergänglichen Ruhmes. Die Finsterniß, welche unsere Väter zur Syrer- Zeit bedrohte, war eine dreifache; es war die Finsterniß des Wahnes, der Verfolgung und des Todes; aber Gott wachte für uns; durch feine mächtige Fürsorge ist es geschehen, daß wir der dreifachen Finsterniß nicht verfallen sind. Rabi Asarja Phigo, Verfasser des Werkes Bina le Jttim, deutet in Bezug hierauf die folgende Talmudstelle (Berachot 3 a.) -72L7Q Vv 1 N>-! "lip'dX 'Ol PPVQ1 .1XL" '1 '"IXV UKW sO' VW1P juun N'w'vw O'ppr--' ,-iuwki udpO Op r>->2OQ I1WK1 '1WO PN'. Drei Nachtwachen hat die Nacht und ob jeder wacht der allmächtige Gott. Als Zeichen diene dir Folgendes: in der ersten Nachtwache schreit der Esel, in der zweiten bellen die Hunde, in der dritten nimmt das Kind die Mutterbrust und die Gattin spricht mit dem Gatten. Es wird uns hier in den 3 Abtheilungen der Nacht eine dreifache Finsterniß bezeichnet, die Finsterniß des Wahnes, der Verfolgung und des Todes. Wie und auf welche Weise, das soll uns die folgende Auseinandersetzung lehren. I. In der ersten Nachwache schreit der Esel. Das hebräische Wort ->12,1 oder bezeichnet das blos Thierische; auch der wahnbefangene Mensch ist dem Thiere gleich. Nur durch das Licht des Gerstes wird er über das Thier erhoben. Den Thieren würden wir gleichen, hätte uns nicht der allmächtige Gott durch seine heilige Thora das Licht der Erkenntniß angezündet und seine heiligen Gebote gegeben, die uns das Licht der heiligen Thora bewahren, mx nmen 'Inderm wie die Laterne die Flamme des Lichtes schützet, daß sie nicht in Wind und Regen verlischt, also ist uns das Gebot die Hülle der Lehre, das uns die Erkenntniß schützend bewahrt. Zu Thieren wollten uns die Griechen Herabdrücken, indem sie uns die Erkenntniß rauben wollten, und die Erkenntniß wollten sie uns rauben, indem sie uns die Erfüllung der Gottesgebote versagten. Unter den Geboten, auf deren Vollziehung die Griechen schwere Strafe setzten, waren namentlich drei: die Feier des Sabbaths, die Verkündigung des Neumonds und .die Vollziehung der Beschneidung. Diese drei Gebote stellen die großen Grundlagen dar, auf denen das große Gebäude Israels ruht. Jedes von ihnen heißt rux, d. h. es ist ein Zeichen der Anerkennung der göttlichen Allmacht; es sind dieses die drei Gebote, die Israels Volksthümlichkeit begründen und daher der Ausbildung der jüdischen Nation vorangehen; denn die Beschneidung ward schon dem Abraham gegeben, der Sabbat war schon in Mizrajim Mus Moscheh's Fürbitte den gequälten Israeliten einNuW^^« tag geworden und run wi-iiTi, die Bestimmung de^" Neumonds war das erste Gebot, das Gott der Gesammtheit Israels ertheilte. — Mit der Feier des Sabbats bezeugen wir, daß Gott ist der Schöpfer der Welt, der in sechs Tagen die Welt erschaffen und am siebenten geruht hat. Der Sabbat bedeutet uns die Gotteserkenntniß. Wie er zum Zeichen der Anerkennung des Daseins Gottes und der Schöpfung der Welt ist eingesetzt worden, so ist er auch zum Forschen in der Lehre Gottes und zum Nachdenken über sein heilig Gesetz bestimmt und geheiligt. Er ist der Tag der Belehrung, gleichsam der Geist des Wochenkörpers; denn wie alles Körperliche drei Ausdehnungen und jede Ausdehnung zwei Seiten hat, so daß die Sechszahl (die Würfelform) das Körperliche darstellt, während das Geistige nur eine einzige Einheit hat, so tritt zu den sechs Wochentagen der Sabbat als der siebente hinzu. Es ist der Geist Israels, den durch das Verbot der Sabbatfeier die Griechen rauben wollten. Auch die Verkündung des Neumonds wni ist ein unk, ein Zeichen der Anerkennung der göttlichen Allgewalt, wie es heißt: (1. B. M. C. 1, V. u,-v. Es genügt nicht, daß wir Gott als Schöpfer des Weltalls anerkennen, es ist auch nothwendig, daß wir ihn als Schirmer und Schützer verehren. Gerade das ist die Bestimmung des jüdischen Volkes, daß an ihm alle Welt erkenne, wie Gottes besondere Fürsorge auf Erden sich offenbart; und wenn der Sabbat uns lehrt, Gott als Schöpfer anzuerkennen, so lehrt uns die Neumondsverkündigung, so lehren uns die hiervon abhängigen Festtage, daß Gott es ist, der stets die unumstößlich scheinenden Naturgesetze zu verändern vermag nach seinem heiligen Willen und seiner weisen Absicht. Man könnte glauben, daß Gott zwar die Welt erschaffen habe, daß er aber die Welt den nach den Gesetzen der Nothwendigkeit wirkenden und somit unabänderlichen Naturgesetzen überlassen habe; doch dagegen zeugt Israels Geschichte. An den wunderbaren Erlebnissen dieses Volkes hat Gott erwiesen, wie es ihm ein Leichtes ist, gegen den Lauf der Naturgesetze zu jeder Zeit zu verfahren; er hat in Mizrajim das Wasser in Blut verwandelt, er hat