Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 4 (1863)
- Issue
- Heft 48 (2.12.1863)
- Date
- 1863-12-02
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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4. Jahrgang. M. «8. Der Israelit. Ein Centralorgan für das orthodoxe Judenthum Herausgegeben von »E. Lehmann in Mainz. Mainz, den 2. December 5624 (1863.) Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens Bogen. Preis des Jahrgangs: 2 Thaler p. c. oder fl. 3. 30 kr. rh. Halbjährig 1 Thlr. p. e. oder fl. 1. 45 kr. rh. Vierteljährig 15 Sgr. p. c. oder 53 kr. rb. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. Inserate 1 Sbgr. die Petitzeile oder deren Raum. Oesterreichische Banknoten laut Eours. Sollte direkte Frankozusendung unter Streifband gewünscht werden, so sind an die Expedition pro Jahrgang 3 Thlr. p. c. oder 5 fl. 15 kr. rh. oder 6 fl. Österreich. franko einzusenden. Inhalt. Leitende Artikel r Licht und Finsterniß. — Ueber Choralgesang. — Literarischer Bericht — Bau jüdischer Armen - und Pilgerwohnungen in Jerusalem. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen rDeutschl.: Darmstadt. Frankfurt a. M. Bremen. Hamburg. — Oesterr. Kaiserst.: Pesth. Inhalt der Beilage. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen rDeutschl Diez. Aus Württemberg. — Oesterr. Kaiserst.: Aus Ungarn. — England: London. Feuilleton r Jüdische Gebräuche im westlichen Persien. Leitende Artikel. Licht und Finstrrniß. (Zum Chanukafefte.) Als zur Zeit des zweiten Tempels die Syrer ihr schweres Joch auf den Nacken unseres Volkes legten, da waren es namentlich dreierlei Bedrückungen, unter denen unsere Vorältern zu leiden hatten: 1)sie wurden gehindert, die göttlichen Gebote und unter diesen namentlich Sabbat, Neumondssest (Rosch-Chodesch) und Beschneidung zu vollziehen; 2) sie waren mit schweren Steuern bedrückt, wurden vielfach eingekerkert, ja getödtet; 3) das Heiligthum unseres Gottes wurde entweiht, und unsere Nation sollte zum Götzendienste gezwungen, d. h. dem ewigen Tode preis gegeben werden. — Gott hat Ms aus allen diesen Gefahren gerettet, er hat die Schwachen gekräftigt, so daß sie über die Starken zu siegen vermochten, er hat die geringe Anzahl seiner Frommen Lriumphiren lassen über die gewaltigen Heerx-der Heinde. Wieviele wundervolle Siege haben damals die Helden unseres Volkes errungen, welcheKünder Mr Tapssrkei.t haben' sie vollbracht, welche lodssmuthige.Aufopferung haben sie bewiesen! der greise PrMer Mathathias, der Löwe Juda Maccabäus und seine Brüder, — eine Heldenfamilie — die meistens für Vaterland, Religion und Vätersitte den Tod auf dem Schlachtfelde finden! All' die großen Siege leben nur noch in der Erinnerung unseres Volkes; wir haben für sie kein äußeres Zeichen. Aber als die Sieger den von den Griechen verunreinigten Altar durch einen neuen ersetzten, die 13 Risse in der Tempelmauer ausfüllten, die Götzen aus dem Heiligthum entfernten, und das Licht auf dem neuen Leuchter von Neuem anzündeten, da that der allmächtige Gott ein Wunder, und das Oel, welches nur für einen Tag genügte, reichte für acht Tage aus. Zum Andenken an dieses Wunder, haben unsere Weisen das Anzünden der Chanukalichter angeordnet. Nicht wie andere Völker ihre großen National- und Besreiungsfefte begehen, feiern wir das Chanuka - Fest. Nicht leuchten die Feuer auf den Bergen, nicht werden große Umzüge veranstaltet, nicht werden Festesten und Bälle