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Der Israelit · 1863-11-25 · Heft 47 (25.11.1863) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
4 (1863)
Issue
Heft 47 (25.11.1863)
Date
1863-11-25
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Beilage zu Nr. 47 des Israelit. Zeitungsnachrichten u. Carrespondriyen. Deutschland. Mainz, den 20. Nov. Wir haben von Preßburg 11 Briefe erhalten, die uns sämmtlich berichten, daß Herr El. Herzfeld, dem ein Elender in den Anzeigen zu Nr. 45 d. Bl. einen Nekrolog gewidmet hatte, G. s. D. noch lebt und sich der besten Gesundheit erfreut; einer dieser Briefe ist von Herrn Löb Mandel, besten Namen jener Fälscher mißbraucht hat; Herr M. hat die Vorsicht gebraucht, seine Unterschrift vidimiren zu lasten, woraus sich mit Evidenz herausstellt, daß bei Unterzeichnung jenes Nekrologes eine Fälschung stattgefunden hat. — Da sämmtliche Briefe gleichen Inhalt haben, nämlich Staunen über jenes Bubenstück, ein gewiß verdientes Lob für Herrn E- H. und Entrüstung über den Fälscher, der sich gerade unser Blatt zu seinem verabscheuungswürdigen Streiche ersehen hat, — das Alles aber bereits in Nr. 46 von Herrn M. Schreiber berichtet und berichtigt worden, so brauchen wir auf jene zahlreichen Berichte, die übrigens den Beweis liefern, wie Herr El. Herzfeld allgemein geliebt und geachtet wird, nicht näher einzugehen. — Zu unserm größten Bedauern kommt uns heute die letzte Nummer der zu Arad erschienenen, von dem verdienstvollen Lehrer M. Ehrenthal mitTact, Umsicht und großem Geschicke redigirten „Jüdischen Volksschule" zu. Das Blatt, wiewohl es gediegene Aufsätze über Schule und Schulwesen, über die Bedürfnisse und Bestrebungen einer jüdischen Schule brachte, hat den nöthigen Anklang nicht gefunden und geht deßhalb ein. Wir lernen aus der kurzen Existenz der erwähnten Zeitschrift Vieles; denn nicht aus Mangel an Geschick von Seiten der Redaction war die Existenz eine lebensunfähige — wir glauben nicht, daß sobald ein zur Herausgabe eines Schulblattes Befähigterer als Herr M. E. gefunden werden wird; auch nicht aus Mangel an fähigen Mitarbeitern — die isr. Volksschule lieferte eine Fülle gediegener Arbeiten. Es mag aber wohl Folgendes sein, was der erwähnte Zeitschrift die Lebensader abgeschnitten hat: Unsere Zeit der religiösen Kämpfe bedarf entschiedener Organe; nur diese können auf die Treue ihrer Gesinnungsgenossen zählen; die unentschiedenen, lavirenden, wankenden haben zwar eine große Menge von Gesinnungsgenossen; diese zählen aber nicht mit, denn sie sind zu indifferent, um für irgend Etwas lebhaftes Interesse zu empfinden. — Hiezu kömmt noch, daß ein lediglich den jüdischen Schulinteressen gewidmetes Organ nur die Lehrer, höchstens noch manche Rabbiner interessirt; daß aber selbst die Lehrer sich nicht dadurch befriedigt fühlen, da sie auch in Bezug auf allgemein jüdisches Interesse, namentlich in Bezug aus die religiösen Kämpfe innerhalb des Judenthums der Gegenwart unterrichtet sein wollen. Für solche Zeitschriften von allgemeinem Interesse findet der Lehrer Mitleser in dem Kreise seiner Bekannten, während er ein specielles Organ oft allein halten müßte, was seine pekuniären Mittel nicht immer erlauben; er zieht es daher vor, eine andere jüdische Zeitschrift zu halten, zumal da auch hier die brennendsten Schulfragen stets genügende Erledigung finden. Herr M. Ehrenthal mag sich also trösten, nicht ihn trifft der Vorwurf der kurzen Lebensdauer seiner Zeitschrift; die Schuld liegt vielmehr in den Verhältnissen. Herr E. wird wohl seine tüchtigen Kräfte anderen Gebieten der Literatur zuwenden und sich und das Publicum dadurch genügend entschädigen. — Qffenbach a. M., den 15. Nov. Die hiesige gesetzestreue Sondergemeinde nimmt G. s. D. eine gedeihliche Entwickelung; bereits ist die Mitgliederzahl von ursprünglich nur 19 auf 28 gestiegen. Die Predigten des Herrn Or. Dessau finden allgemeinen Anklang; ebenso dessen Vorträge, die er dreimal wöchentlich, zweimal über O-ix "n und einmal über -wp in den Abendstunden hält. Unser neueingerichtetes provisorisches Gotteshaus wird fleißig besucht, täglich Morgens und Abends. An unserer Religionsschule fungirt neben Herrn vr. D. noch ein Hilfslehrer, so daß wir endlich wieder die Freude haben, daß unsere Kinder zu den Quellen unserer heiligen Religion hinangeführt werden. Es ist namentlich die nichtermüdende Opferfreudigkeit des Herrn S Merzbach, der wir daS Alles verdanken. Herr M. erfüllt

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