Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 4 (1863)
- Issue
- Heft 46 (18.11.1863)
- Date
- 1863-11-18
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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S7tz Auseinandersetzung begleitet. Aber der Hauptansvruch des Herrn Julius Oppert auf die Belohnung,, deren Sie ihn würdig erachtet, besteht iu einem Versuche einer assyrischen Grammatik, welcher die bedeutendsten Philologe« der Berliner Akademie ihre Bewunderung nicht versagen konnten, so wie die englischen Gelehrten, die sich denselben Forschungen weiheten, und bisher gehofft hatten, Herrn Oppert den ersten Preis streitig zu machen. Von nun au wird Assyrien der ägyptischen Erde das Vorrecht streitig machen, der Entstehung der Künste und der Civilisation beigewohnt zu haben. Seine Könige werden uns die Annalen ihrer Regierungen erzählen, und die vielen Dokumente des britischen Museums werden uns bald die Verhältnisse der assyrischen Gesellschaft zu den Zeiten der Nabuchadnezzer und Sardanapale lehren. Nach dem Urtheile kompetenter Gelehrter hat Herr Julius Oppert, der einer der letzten in die Laufbahn eingctreten, die breiteste und ausgedehnteste Furche gezogen. Er hat eine Grammatik der Sprache veröffentlicht, zu deren Kenntniß er früher schon beigetragen. Er hat ausgezeichnete Schüler gebildet, die mit Freuden erklären, was sie seinem Scharfsinne schulden, und die ihn als das eigentliche Haupt jener Plejade von Orientalisten betrachten, für die man den Namen Assyriologen geschaffen, um der Wichtigkeit der Arbeiten und der erlangten Entdeckungen einen würdigen Ausdruck zu leihen. In Folge dessen, im Namen des Kaisers, ertheilt das Institut von Frankreich, in Gemäßheit des kaiserlichen Dekretes vom 22. December 1860 und auf den Vorschlag der Akademie der Inschriften und schönen Wissenschaften, dem vr. Julius Oppert den zweijährigen Preis von 20,0o0 Fr." Paris. Die Familie Rothschild bezeugt zu jeder Zeit, daß sie den Traditionen der Väter treu bleibt und festhält am heiligen Glauben Israels. In demselben Schlosse Ferneres, in welchen der Herr Baron von R. vor einigen Monaten den Kaiser bewirthete, hat er nunmehr für den Allerhöchsten eine kleine Synagoge errichten und für diese eine Sepher Thora schreiben lassen. Am 7. Oktober fand die Einweihung statt. Zu dieser Feierlichkeit hatte sich zu Ferneres die ganze Familie nebst vielen andern Eingeladenen versammelt, unter denen sich die Herren Oberrabbiner s ««^antwortlich» Radaktiom Vr. Lttz»«»». Ullmann und Isidor sowie Herr Albert Cohn befanden. Nachdem diese Herren in feierlichen Ansprachen den Stifter beglückwünscht hatten, ergriff Herr Baron James von Rothschild selbst das Wort, drückte mit erregter Stimme all das Glück aus, welches er in diesem erhabenen Momente empfinde, ermahnte seine Familie, diese Synagoge als ein theures Familien- Gut zu bewahren und ewig treu und ergeben der Religion der Väter anzuhangen. Indem er dann des Gebotes gedachte, sagte er, daß bei einer solchen Gelegenheit die Armen nicht vergessen werden dürften und widmete demzufolge verschiedenen wohlthätigen Zwecken eine Gabe von 50,000 Fr. P a l L st i n a. Nablus (Schechem). Ein Correspondent des „Lebanon" berichtet von Nablus, nachdem er das gesunde Clima, den reichlichen Wasservorrath, den fruchtbaren Boden, die Billigkeit der Lebensmittel gepriesen: „Doch leben in dieser Stadt nur wenig Juden, meistens Sephardim, die ganze Woche sind sie zum Zwecke des Lebensunterhalts in den Dörfern und unter den Arabern zerstreut. Nur am Freitag Abend sind sie zu Hause zu finden und nur am Sabbat merkt man, daß Juden hier wohnen. Zu bedauern ist, dass diese fremden Einwanderer der Landessprache nicht kundig und daß sie mit geringen Geldmitteln versehen sind. Man dürfte denselben eher rathen, in Jerusalem zu darben, als hierher zu kommen, obwohl ihnen der Lebensunterhalt immerhin leichter werden dürfte. Wahr ist es, daß in Jerusalem mehr Sicherheit ist, als hier! Aber auch hier sind jetzt Soldaten, es herrscht jetzt mehr Sicherheit, als in früheren Jahren und die Rechtspflege wird mit Strenge gehandhabt. Mörder werden ohne Gnade hingerichtet. Dessenungeachtet ist es zur Nachtzeit in der Umgegend noch nicht sicher, und erst vor Kurzem wurhen zur Nachtzeit ein Mann und eine Frau bei dem Grabe Josephs ermordet. (Hierbei eine Bettage.) — vertag dn Le HostüchtzMdlung. — Druck von I. ««lisleberr In Matur