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Der Israelit · 1863-11-11 · Heft 45 (11.11.1863) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
4 (1863)
Issue
Heft 45 (11.11.1863)
Date
1863-11-11
Page
– (sequence 4)
Language
German
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552 Sri, - Chananjah und seine Lenden?. Beleuchtet vom Robb. 8. k. ki8ekmLUU. (Schluß.) Wir wissen wohl , daß wir mit dieser Auseinandersetzung nach zwei Seiten hin Front gemacht, und in der That haben Manche das Haupt bedenklich über uns geschüttelt, als vor mehreren Jahren in hiesiger Gemeinde unter unserer Zustimmung die Choralgesänge, freilich mit aller nöthigen Vorsicht, eingesührt wurden; allein sowie nach unserem Standpunkte über all das, was der Schulchan Aruch vorschreibt und anordnet nicht paktirt werden kann, ebenso gilt bezüglich dessen, was dieser unantastbaren Autorität nicht zuwiderläuft, die eben im oft wiederholte Regel jvi.ii VIPV.1 V2.1 undj"l.i '1'PIIXI 'Dd d2i; nur darf dieser Grundsatz nicht dahin mißverstanden werden, als müßte die ganze Welt sich richten nach der subjektiven Anschauung eines Einzelnen. Wir hatten schon damals die klare Ueberzeugung, die sehr bald durch die Erfahrung bestätigt wurde, daß der Choralgottesdienst in den Gemeinden hiesiger Gegend sich Bahn brechen und es nur sehr wenigen opponirenden Rabbinen gelingen werde, zu widerstehen, ja im günstigsten Falle nur unter sehr schweren Kämpfen, und der heutige Rabbiner muß mit der Widerstandskraft hauszuhalten wissen, daß aber, wenn man das Erlaubte gestattet, sehr leicht die Einschleichung der Auswüchse verhindert und die Reform von dem ihr am günstigsten Kampsterrain verdrängt werden kann. Sehr bald hatten wir die Genugthuung, daß in allen Gebeiträgtder Frcvlsr ling^gen wirr verschont, um nicht, wie vorauszuü-tzvn. ourch die Prüfung z.i noch ri<fkr!» Avfalle vom Herrn vcrleirtt zu werden und itn;, de. das Lwsc hasch, noch m.hrzu erzürnen R. Eleasar ist jedoch der Frage-, warum Fromme leiden und Frevler freiausgehen, mit schärferem Blicke gefolgt und ihrer Erörterung näher gekommen. Nicht gleich dem se:l-stsüchtigen, menschlichen Merster denkt Gott nur an sich selbst bei semen Prüfungen. Nein, auch hier wie überall ist Alliebe gegen seine Geschöpfe die Triebfeder seines Handelns. Vervollkommnung ist Bestimmung des Menschen und sein Heil. Daher aus Liebe sendet der Herr dem Frommen Prüfungen zu, weil sie ihm, da er bestehen, uno mithin vollkommner werden wird, zur Erreichung seiner Bestimmung förderlich sind. Eben aus Liebe aber verschont er den Bösen, weil zu befürchten steht, daß der Schwache unterliegen und sich von seiner Bestimmung noch mehr entfernen könnte, weil er, der Herr, für sein schwaches Geschöpf Erbarmen füblt und es nicht noch unglücklicher wissen möchte, als es schon ist. Dieser Idee entspricht das Gleichniß zu einem Eigenthümer von zwei ihm werth gewordenen lebendigen Hausthieren. Beider Be- , stimmunist Lasttragen. Demnach beladet der Eigenthümer von! Gefühl besonders das starke, weil dies dadurch nur um so tüchtiger und kräftiger wird, verschont hingegen das schwächere, weil er, ganz abaesebrn von seinem Nutzen und Schaden, mit der Schwäche seines Tbieres Erbarmen und Mitleid hat, und es nicht j durch übermäßige Anstrengung zu Tode martern will.! meinden, welche den Choralgottesdienst später eingeführt, der dießfallige hier übliche Modus als Norm beibehalten ward, so daß die ganze Neuerung sich bloß auf die Einführung des pm beschränkt und daher die Eintracht der Gemeinde keinen Augenblick gefährdet hatte, was freilich durchaus nicht geeignet war, die Gewogenheit B - Ch.'s zu gewinnen. Die bloße Anführung obiger Schlußstelle aus unserem in M. gehaltenen Vortrage genügt zu beweisen, welch verwegenes Spiel B.-Ch. mit der Wahrheit und seinem Lesepublikum sich erlaubt, dasselbe ergibt sich bei einer auch nur etwas nähern Prüfung seines Citates. Dieses lautet: px2V x"2 pvp dp xi'ilp 2iv i>xVii VI'IS^) i'iv.i!? i.iv;iipi2 iidsi f'pll' s'XI 2"n"'2 11L71 id j'X 2'l711 ,1'11X 12d'V '12 lldsi Old p'Olv.ldl 12'1.1 '12^ 1H'L7 1p ddOIOl? 1PLW l'dlp p'QV.ld 112L2 111'21 .1111 'X1P 11.1O j2 riiVp^> 11OX1. Frage und Bescheid beziehen sich also auf die vorgeschriebene ii^p iiiON als eigentliche nid2 idDi, worüber der Talmud sagt: 'lOpv?".i iidsi 1P2'2 idip 1'212.1 d2 112X. R. Scherira will dießbezüglich nicht gestatten, oaß selbst, wenn der Gemeinde die p"u? nicht geläufig ist, der Vorbeter von feiner nidv idsi Umgang nehme und sofort mit der vi dip2 idsi beginne; aber auch hierin stimmen ihm andere Autoritäten nicht bei, namentlich n"2'l, der sich hiebei auf den Usus in Aragonien beruft, und war bei den Sefardim die ausschließliche vi dip2 .1112 idsi gebräuchlich. Doch kann all dieß selbstverständlich sich nicht beziehen auf die andern Gebete, namentlich auf die Responsen und Gesänge. Deutlich spricht sich hierüber aus der hochberühmte R. Jakob Emden: .11120 i^>si2 ivxi vivx vsr i^ip 1'212.1 112x1 Vid2 xpii 11P11V l'i' dV iivp 11212 p"L^d I^'d2v ,1111.1 X'.I r^xi 11QX '12P2 i".l ^121 2'21;.i i'i' d^;.i i^p2i ndsi ixvd2 d2x dx IXIP'1 ill'1 '^1X2 2'1212 'WZ 1PP2 IS-'L^ 'v'NS 2"l '1XL2 21!N ^121 '1 dx '"2 IPPL'1 2'121 1PM2 2'pdx 1'11X2 plpld 'j'IL N'"L<.12/ Xd ^121 .11111 dp s221.1 ^'S2 d2X,112 d22 l"V' jOXI V"11 '121 l"'p 1dp212 XdX ^121 1112 d"' 11'1 1P2. Nach B.-Ch. dagegen, welcher sonst beflissen ist, das Talmudstudium auf eine wissenschaftliche Basis zu stellen, wäre das talmudische Verbot gegen das laute Beten buchstäblich zu nehmen und auf alle Gebete zu beziehen, wonach natürlich die Choralgesänge streng verpönt wären, da ja eben der Chor die Gemeinde vertreten soll, wenn aber die Gemeinde nicht laut beten darf, so darf dieß um so weniger der sie vertretende Chor 112p 'Lv xd ii'xi 'iv X2X 'v 112p'Lv ^'ii^Vi. In der That hat B.-Ch schon zu wiederholten Malen, namentlich in seinem Streite mit der „Neuzeit" — mit wem hat B.-Ch noch nicht gestritten? mit der alten und mit der nenen Zeit, mit der Alt- und Neu - Orthodoxie — seine höchste Unzufriedenheit mit den Kultuseinrichtungen des Tempels in Wien ausgesprochen und die Auffindung seiner

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