Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1863-11-04 · Heft 44 (4.11.1863) · page 9

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
4 (1863)
Issue
Heft 44 (4.11.1863)
Date
1863-11-04
Page
– (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2446951-2447089-2447132--02223-2457543
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Beilage zu Nr. 44 des Zsraelit. Zeitungsnachrichten uCorrrspondrilM. Deutschland. , 27. Oct. Dem vr phil. Caro, aus Leipzig, einem Juden, welcher sich an Hiesiger Universität als Docent der Geschichte habilitiren will, ist auf ein wiederholtes Gesuch jetzt die Zulassung unter wenigen Beschränkungen bewilligt worden. Oesterreich i f ch er Kurse r st a a t. Pefkh. vn. Einauuel Hasenfeld, ejn Israelit, lst wie „P. Hirnök" vernimmt, zum Privutdocenten der Balneologie an der Pesther Umversität ernannt worden. Seobatrft (Ungarn-, im Eheschman 5624. Es gibt oft sehr schwere Pflichten, die aber schon darum erfüllt werden müssen, weil ihre Nichterfüllung nur noch schwerer d,gs Gewissen belastet. Eben eine solche Pflicht gehütet es mir zu meinem tiesinnersten Bedauern, zur öffentlichen Herrntniß zu bringen, daß der hier wohnende -sic? Namens sein Vertrauen als durch den Umstand eingebüßt hat, daß drei Paar von ihm verfertigte als leere ni'V-s 0'r>2 gesunden wurden. Dieses Ereigniß fällt noch gewichtiger in die Waagschale dadurch, daß Tags- oder einige Tage vor obiger Betrrigsentdeckung, nicht wen'ger als 97, sieben und neunzig Paare pdsri von diesem ->su? an einen oder mehrere Händler verkauft wurden. Ich brauche wohl dieser Thatsache keinen weitern Nachdruck zu geben, um Jedermann von ihrer Wichtigkeit zu überzeugen. Jeder der in unserer Gegend pv'sn kauft, muß darin das Product des Genannten befürchten und sich früher sehr genau Über den Inhalt und die Echtheit seines Kaufes Ueberzeugnng verschaffen. Aber nicht nur in unserer Gegend, sondern auch allenthalben, wo eS gottesfürchtige Juden gibt, in nah und fern, möge dieses Ereigniß zur feierlichen Warnung dienen, daß sie sich in Ankauf derartiger Requisiten nur auf sich selbst oder nur auf anerkannt und erprobt fromme und uneigennützige Männer verlassen dürfen; derm ebenso wie bei muß rnqn auch bei rnmm ,rv8'2 ,.-nv '-so auf Echtheit und Gewissem- Hastigkeit der Verfertigung, nach vorgeschriebener Weise^ gar genau achten; und möge jeder Jsraellte bei AnA Übung feiner religiösen Vorschriften darauf denken, daß es sich nicht nur um das „ob", sondern auch um daS „wie" der Ausübung handelt. K Reich, Rabbiner. Abony (Ungarn-, Ende Oktober. Das Gyulaer Attentat, dessen in 9tr. 42 d. gefch. Bl. umständ lich Erwähnung geschah, hat auch hier ungeheuere Sensation hervorgerufen. Nicht etwa, weil dieser Fall sogar sehr neu und überraschend (hat doch der sog. Geist der Zeit auch den jüdischen Gemeinden Ungarns schon so manche schöne Bescheerung gebracht), sondern weil diese ärgerliche Affaire uns geeignet scheint, best israelitischen Gemeinden endlich die Binde von Den Augen zu reißen, um zu sehen, welchem Abgrunde sie entgegeneilen, wenn sie bei der Wahl eines Rabbiners mehr auf philosophische Bildung, absölvirte Studien rc. rc. als auf das eigentlichste Erforderniß eines jüdischen Seelsorgers, die gründliche Kenntniß des Talmuds und der Poskim sehen. Um jedem Mißverständniß oorzubeugen, erklären wir vor Allem, daß wir keineswegs zu Jenen gehören, die von einem „orthodoxen" Rabbiner verlangen, daß ihm wissenschaftliche Bildung! all sein Leben lang eine Tena incognita verbleibe,? noch weniger gehören wir zu Jenen, die da meinen, wissenschaftliche Bildung und gediegene Talmudkenntniß wären zwei heterogene Elemente, deren Vereinigung nie und nimmer möglich , vielmehr erkennen nür^ es gerne an, daß es Pflicht jedes Rabbiners sei, oen Forderungen der Zeit, in dieser einen Beziehung wenigstens, möglichst Rechnung zu tragen, ja, wir ineinen, daß es gerade der „orthodoxe" Rabbine sich eisrigst angelegen sein lassen müsse, in der Krone seiM Gei lehrsamkeit auch den nicht zu unterschätzenden Juwel der profanen Wissenschaften glänzen zu lassen. (Schluß sokgt.) Moldau-Walachei. Die jüdische Bevölkerung in der Moldau beträgt ungefähr 100,000 Seelen, wovon, beinahe der dritte

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.