Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 4 (1863)
- Issue
- Heft 44 (4.11.1863)
- Date
- 1863-11-04
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2446951-2447089-2447132--02224-2457544- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Galați 1× ep/1002400
OCR text
j.'z .S 4 . . THM. auf Iaiw LumM^Mann kommen ^Galatz, Ba-.. toschani, Roman, Baiau, Husch, Berladi, Fokschani, und fast in jedem Dorfe gibt es eine jüdische Gemeinde. Merkwürdiger Weise ist gerade auf dem flachen Lande keine Spur von Judenfeindschaft. In der Wallachei wohnen ungefähr 15,000 Juden, welche in Bukarest, Krajova, Ployefti, Giurgewo, Braila und Fokschani Gemeinden bilden. Rußland und Polen. Die „Berliner Gerichtszeitung" erzählt Folgendes : „Unter dem Elende, das gegenwärtig das unglückliche Warschau belastet, findet sich auch hie und da ein erfreulicher Zug. Bei der Plünderung des Zamoyskischen Palais war auch die kostbare-orientalische Bibliothek des Professor Kowalewsky verbrannt. Der Professor erließ eine Erklärung, in welcher er für Rückgabe der etwa geretteten Bücher eine große Belohnung verhieß. Es meldet sich ein armer Trödeljude bei dem Professor, welcher erklärte, er habe einen Pack Bücher von einem Russen gekauft. Der Professor verfügte sich nach der Wohnung des Juden und erkannte sogleich einen Theil des ihm überaus theueren Bücherschatzes. Auf die Frage des Professors, was er zu bezahlen habe, erwiederte der Jude: „Möge Gott uns von unsern Leiden erlösen, ich gab dem Soldaten nur einen (polnischen) Gulden (5 Sgr.) und einen Schnaps, mehr verlange ich nicht als mein ausgelegtes Geld". Auch wollte er sich nicht dazu verstehen, mehr von dem Gelehrten anzunehmen." Feuilleton. MeiheitE,.derselben eine imllkühMche Mndung zu. geben. In einer Nacht nach dem Versöhnungsrage träumte.-es ihm, ,dA «fehler Schwester Kinder im kommenden Jahre sieben Hundert Denare einbüßen werden. Da forderte er ihnen nach und nach den Betrag der Summe bis auf Weniges für Almosen an Anne ab. Am Rüsttag des Versöhnungstages kamen kaiserliche Boten, eine außerordentliche Steuer zu heben. „Seid ohne Sorgen," sagte Jochanan zu feinen Neffen, „nur siebzehn Denare stehen noch bei Euch, die werden sie von Euch erheben." —„Wie weißt Du das?" fragten die Neffen. — „Ich habe im Traume gesehen," sagte Jochanan, „daß Ihr in diesem Jahre sieben Hundert Denare einbüßen sollt, und bereits habt Ihr die Summe bis auf siebzehn an Arme gegeben." „Und warum Haft Du uns dieses nicht gleich gesagt? Wir hätten dann die ganze Summe auf einmal gegeben!" — „Damit Ihr," antwortete Jochanan, „es um der Sache selbst willen thun und ein Verdienst von Euern Almosen haben sollt" — Als der hochbejahrte Greis auf feint« Sterbebette lag, 2) und seine Schüler nacheinander zu ihm eintraten, fing er an zu weinen. „Meister!" begannen die Schüler, „Licht Israels! Säule der rechten Seite!^) felsenzersplitternder Hammer! warum weinest Du?" — „O," antwortete Jochanan, „wenn man mich vor einen König von Fleisch und Blut führte, der heute hier und morgen im Grabe ist, dessen Zorn, sollte er mir zürnen, kein ewiger, dessen Fesseln, sollte er mir anlegen, keine ewigen, dessen Tod, sollte er mich dazu verdammen, kein ewiger ist, den ich vielleicht mit Worten besänftigen, mit Geld bestechen könnte, und dennoch würde die Angst mir Thränen auspreffen, jetzt, wo man mich vor den König der Könige, vor den Heiligen, gelobt sei Er l führt, vor Ihn, der lebendig und beständig ist, in Ewigkeit und immerdar, dessen Zorn nun in Ewigkeit straft, dessen Fesseln auf ewig Fesseln, dessen Todesuriheil auf ewig vernichtet, den ich weder bereden noch bestechen kann, jetzt, wo sich mir zwei Wege zeigen, einer, der zur Hölle, und einer, der zum Paradiese führt, und ich noch nicht sicher bin, welchen man mich führen wird, und ich sollte nicht weinen!" — Jochanan den Sakkai, seine Zeitgenossen vnd seine Sehnte. Von «K. (Fortsetzung.) Trotz dem festen Glauben an die himmlische Lenkung und gewissermaßen Vorausbestimmung der Geschicke des Menschen, räumte Jochanan diesem doch die 1) Baba B. 10. 2) Berach. 28 ». 3) mit Bezug auf Pie b^den eherne» Säulen, die Salomo in der Tempelhalle aufgestellt, v,ou denen er die zur Rechten Ja chkn. die zur Linken Boas genannt (1. Könige 7, 21). Die rechte Seite ist stetdie vorzüglichere, sagt» der Lommentar. 4) Die Benennung, ves Strafortes der Sünder im einstige« Leben mit Gehinom scheint von Jochanan herzurühren. Berat. Succa 33: „Zm Lhale (Te-) Ben - hivorn Sei Jerusalems(2. Könige 13, .10) steigt.zwischen zwei Palmen Rauch aus;, dort ist die Pforte züm Gehiiidm" (vevgu Tischst'«, v.).