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Der Israelit · 1863-11-04 · Heft 44 (4.11.1863) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
4 (1863)
Issue
Heft 44 (4.11.1863)
Date
1863-11-04
Page
– (sequence 8)
Language
German
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544 Hamburg, 12. Oct. Wie wir erfahren, hat der Senat vor einiger Zeit von dem Vorsteher-Collegium der isr. Gemeinde ein Gutachten über die von einer Anzahl Gemeindemitglieder beantragte Auflösung der Gemeinde, worüber wir s. Z. berichteten — eingefordert, um es bei dem in Arbeit befindlichen Bürgergefetze in Erörterung zu ziehen. In diesem Gutachten, welches das Vorsteher-Collegium vor mehreren Monaten dem Senat übergeben hat, soll sich dasselbe, dem Vernehmen nach, zwar nicht für eine Auslös un g der Gemeinde erklärt, jedoch die Grnndzüge zur Regulirung der Verhältnisse ausführlich in folgenden Punkten angegeben haben: Unter Voraussetzung, daß der Staat die Lasten für die jüdischen Armen ebenso, wie für die christlichen übernimmt, sei vor Allem die Schuldenlast der Gemeinde festzustellen und bleiben sämmtliche Gemeindeglieder bis zu ihrer Liquidation dafür noch eine bestimmte Reihe von Jahren verantwortlich. Jedem Einzelnen müsse aber das Recht gewahrt bleiben, nach Erfüllung seiner Verpflichtung aus der Gemeinde ausscheiden oder darin verbleiben zu dürfen. Näheres hierüber später, sobald Entscheidendes darin geschieht. Hamburg, 21. Oct. Der 18. Oktober, der Gedenktag der großen Völkerschlacht vor 50 Jahren bei Leipzig, wurde auch hier in den beiden Gemeindesynagogen durch Festgottesdienst gefeiert. Das Programm war folgendermaßen aufgestellt: 12112 vom Chor; Ps. 116 vom Vorsänger; Ps. 117 von der Gemeinde; Ps. 118 von Vorsänger und Gemeinde; Festpredigt; Ps. 100 vom Chor; Di2.->; Ps. 142 von Vorsänger und Chor; 'Q und zum Schluß Ps. 150 vom Chor. Wir hatten Gelegenheit, dem Festgottesdienst in der Neuen Hamburger Synagoge beiruwohnen und müssen gestehen, daß uns die ganze Feier, besonders aber die Festpredigt, sehr ansprach. Dieselbe wurde, wie auch beim Festgottesdienst in der andern Gemeindesynagoge, von Sr. Ehrwürden dem Herrn Oberrabbiner Stern gehalten. Der Text war Jes. Cap. 12, V. 4 u. 5. Der Redner wies in ebenso gehaltvoller als ansprechender Weise nach, wie sich Gottes Größe überall zeige; daß wir ihm durch gottgefälligen und frommen Lebenswandel am besten für seine Güte unfern Dank darbringen können; schließlich wurde noch nachgewiesen, daß der Jsräelite, trotzdem sein Sehnen und Hoffen nach dem Lande seiner Väter gerichtet sei, dennoch ein guter Bürger seines jeweiligen Staates sein könne. Die kräftig und herzlich gesprochenen Worte konnten ihren Eindruck nicht verfehlen. Preußen. Breslau. Die hiesige isr. Gemeinde zählt 12,000 Seelen; aber nicht eine Synagoge ist da, die der Würde und dem Reichthume einer so großen Gemeinde entspräche. 18 kleine Synagogen nehmen die Beter auf; in den jüngst verflossenen hohen Feiertagen mußten noch 12 Hilfs'ynagogen errichtet werden. <Jew. Ehr.) O e st e r r e i ch i s ch e r K a i s e r st a at. Wien. Am verflossenen Sonntag fand in der Nähe von Lemberg ein Doppelmordversuch an einem jüdischen Ehepaare statt, das von Tarnopol nach Lemberg fuhr. Mit ihm zugleich fuhren noch zwei junge Paffagiere. Knapp vor der Linie stieg der Jude ab, um ein Stück bergauf zu gehen; einer der jungen Männer stieg ebenfalls vom Wagen, folgte dem Juden und stieß ihn rücklings mit einem Dolche nieder. In demselben Augenblicke führte der andere junge Mann mehre Dolchstiche gegen die im Wagen sitzende Frau. Begünstigt durch die Dunkelheit der bereits hereingebrochenen Nacht ergriffen die beiden Männer die Flucht. Man glaubt vielfach, daß hier ein politischer Mord vorliege, weil die Habe der beiden Ver mundeten unberührt blieb, und weil in Tarnopol die Sage ging, daß sie über die Absichten der Insurgenten Berichte nach Lemberg gesendet halten. Die Wunden des Mannes sollen lebensgefährlich sein. Der „Ostd. Post" zufolge wurde oberwähntes Attentat durch , Nationalgensd'armen" verübt, und wurden die Unrechten getroffen Es sollte nämlich einem zum Tode verurtheilten jüdischen Tuchhändler gelten, welcher eine bedeutende Tuchlieferung an die Nationalregierung nicht effektuirt hatte. (Hierbei eine Beilage.) Verantwortliche Redaktion: Dr. Lehma»». — Verlag der LkNoax'fchen Hofbuchhandlung. — Truck von Y. HoltSlkben in Main;

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