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Der Israelit · 1863-11-04 · Heft 44 (4.11.1863) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
4 (1863)
Issue
Heft 44 (4.11.1863)
Date
1863-11-04
Page
– (sequence 7)
Language
German
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543 gerufen wurdH folgten Herr Rahhiner Horowßtzj in der Tracht eines alten Rabbinen, der Jubilar im Predigerornate nach Wiener Ritus, der Vertreter Herr Joseph Wertheimer in -modernem Frack, der Chacham der sephardischen Gemeinde in der Tracht der spanischen Juden, Herr Oberrahhiner Meisel im Amtsornate der Pesther Synagoge, Herr Oberrabhiner Vr. Steinhard aus Arad mit ungarischer Kopfbedeckung und Kutte, Herr Oberrabbiner vr. Placzek ans Bnrrtn in Civilkleidung und Obercantor Professor Sulzer im Ornate". Hiebei ist noch besonders hervorzuheben, daß, während sonst in Wien die Aufzurufenden mit Nummern aufgerufen werden, den: Jubilar „die Auszeichnung" wurde, mit vollem Namen zur Thora gerufen zu werden, daß ihm auch ausnahmsweise ein Mischaberach gemacht wurde, und daß er selbst über die Thora . . . Schehechejanu sprach; auch verdient erwähnt zu werden, daß Herr vr. Jellinek eine „ehrl i ch e" *) Ansprache hielt, worauf sich die Collegen „wiederholt" umarmten und nuyu das Publikum „ein lautes Bravo!" rief! Alles gratulirte, Alles schenkte: Gemeinde, Collegen. Vereine, Institute, fremde Gemeinden, Beamte, Diener — nur die orthodoxe Gemeinde in Wien war nicht vertreten. — Wir können uns nicht versagen, derselben hiefür unsere Anerkennung auszusprechen; die orthodoxe Gemeinde hat durch ihr Ausbleiben bewiesen, daß sie den Muth einer Ueberzeugung hat und diese Ueberzeugung consequent vertritt; Pesth, Prag, Brünn, Arad rc. hatten Deputationen gesandt, allein die Wien zunächst liegende große Gemeinde Preßburg hat das wohlweislich unterlaßen. Mainz, den 29. Oct. Herr vr. Aub in Mainz hat in seinem Streite gegen uns einen Beschützer und Vertheidiger gefunden, den wir ihm von Herzen gönnen; es ist dieses Herr Raphael Kirchheim in Frankfurt a. M. Herr R. K. hat in Nr. 44 d. a. Z. d. I. einen Artikel gegen uns losgelassen, der damit beginnt, daß er die Vertheidiger des Kol Nidre mit Eseln vergleicht und damit endet, daß er unsere Gesinnungsgenoffen auffordert, über uns den — Cherem *) An m.: Die mit Anfülrungezeit-i en versehenen Bezeichnungen sind dem Berichte ter „Wiener Neuzeit" entnommenauszusprechen! Herr Raphael Kirchheim ist in der weiten West viel zu bekannt, als dah wir erst zu versichern nöthig hätten, wie sehr es uns freut, von ihm geschmäht zu werden; glücklich der, welcher rhu zu seinen Gegnern zählt und bemitleidenswerth die, denen er sich als Freund imd Vertheidiger aufdrängt; ja, aufdrängt, denn daß Herr R. K. ein Schuttaf (Gcvosse) der all-gemeinen 2c. ist, erscheint uns nach Kidduschin 82 a. sehr natürlich, allein Herr vr. Frankelin Breslau, zu dessen Vertheidiger sich Herr R. K. aufwirft, möchte sich für die noble Gesellschaft doch bestens bedanken. Herr R. K. will nämlich den Cherem über uns ausgesprochen wißen, weil wir angeblich Herrn vr. Fr. beleidigt hätten. Diese Beleidigung soll darin bestehen, das wir die Behauptung eines unserer Correspondenten, „die Richtung oes Seminars würde nicht durch einen der Lehrer, sondern durch den Direktor vertreten", durch Hinweisung aus dvn talmudischen Ausspruch: „„der König, welcher ans das Wort der Wahrheit hört, alle dessen Diener sind Gerechte,"" in Zweifel zogen. Daß wir aus das in wenig anständiger Manier vorgebrachte Geschwätz eines R. K. nicht näher eingehen, wird Jeder gerechtfertigt finden. Mehr als ein halbes Hundert Briefe, in denen uns die Zustimmung der bedeutendsten Männer unserer Zeit in Bezug auf unsere beide Kol-Nidre-Broschüren ausgesprochen wurde, der Beifall selbst unparteiischer Zeitschriften wie „die isr. Volksschule", noch mehr aber die grenzenlose Wuth unserer Gegner, erfüllen uns mit der frohen Ueberzeugung, daß unser Streben kein vergebliches und der eingeschlagene Weg der richtige ist. — Worms, den 29. Oct. (Privatmittheilung.) Es freut mich, Ihnen die Mittheilung machen zu können, daß unsere alte, ehrwürdige Synagoge weder behuf eines Neubaues niedergeriffen, noch durch Umbau oder Anbau verunstaltet werden wird. B. Bamberg, den 28. Oct. Der Einfluß unseres Rabbiners, des Herrn vr. Kodak, ist bereitsein bedeutender und verspricht ein sehr segensreicher zu werden. Herr Vr. K. hat unlängst für die abgebrannte isr. Gemeinde in Polna (Böhmen) gesammelt und die nicht unbedeutende Summe von 1l1 fl. ö. W. zusammengebracht und hingesandt.

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