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Der Israelit · 1863-10-28 · Heft 43 (28.10.1863) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
4 (1863)
Issue
Heft 43 (28.10.1863)
Date
1863-10-28
Page
– (sequence 12)
Language
German
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534 Leben kein profanes Wort gesprochen. Fern von allem Wlehtteüdünkek Mär er Ms der Erste, der grüßte, selbst dem heimischen Manne gegenüber auf offener Stbaße/) war er stets es selbst, der seinen Schülern die Worten des Lehrsaales aufschloß. 2) Für seinen tiefen Rechtssinn, für seine Achtung der Mekschewvürde, überhaupt für den hohen Standpüickt/lwner in sittlicher Hinsicht einnahm, zeugt Elches weise' uttd edle Wort. „Sehet," sprach er ' Mst-, ^)-als er im Propheten Malachi 3, 5. die Worte '' las: „„Fch' wjll zu Euch, zu Gericht kommen, spricht Gott sind eist rüstiger Zeuge sein Wider die Zauberer, ElMrecher NnN Meineidigen, und wider die, so Unrecht thun den TaglöhnerN, Wittwen ünd Waisen, uNd' den FremöÜng unterdrücken,"" sehet, sprach da ' Jochäüan zu "seinen Schülern, „sehet und habt Acht darauf! Die Schrift stellt hier die scheinbar leichtern Vergdhungen der Borenthaltung des Lohnes und der Bedruckung' des Schwächerer und Verlassenen in gleiche Linie mit den schweren Versündigungen der Zauberei, des-Ehebruchs und des Meineides!" Zu dem Ge- Z2: B. M. 21, 5. 6.), dem Mischen Sklaven, yenm er -die gesetzliche Freilassung nach dem sechsten Jahre verschmähet, vor Gericht das Ohr an einer Thürs' öder einen Pfosten mit einem Pfriemen zu durchbohren und ihn so zürn dauernden Sklaven zu stempeln, gab er die Erklärung:^) „Das Ohr des Mannes hat am Sinai die Worte Gottes vernommen (3. B. M. 25, 42. 55.): „„Mir sollen die Kinder Israels Knechte sein ""— dennoch wählt dieser Mann sich seinen eignen Herrn und macht sich zum Knechte " eim^s Knechtes — sein Ohr soll durchbohrt werden!" „Eben darum auch," erklärte er seinen Schülern rin andermal,'') „eben darum, weil Gott die Men- Mmpiürde beachtet haben will, legt das Gesetz (2. B. 'M/ 21/ 37.) 'dem, der einen Ochsen stiehlt, den fünffachdst/ dem hingegen, der ein Lamm stiehlt, nur den Mrsachejr Ersatz auf, weil der, der einen Ochsen stiehlt, ' leicht'hat, er braucht diesen nur fortzuführen, derjenige aber, der ein Lamm stiehlt, muß dasselbe ' MgM'sind ist schon in so fern gestraft, daß er sich ' AmoLastträger herabwürdigt."— '' DestsÄben Geist der Humanitä athmen auch Jo- ' chanskM Erklärungen, wo von Nichtisraeliten die s REist: So fbrdert er einmal^) seine Schüler auf, ^' die siHvberitze Stelle Spr. Sal. 14, 34. zu erklären. 1) Berachotb 17. — 2) Sueca 28. — 3) . Chagiga 5s. «)^8each ver Tradition jedoch nur dis zum Jubeljahre. Vergleiche Targum Jonathan: sä jublo. b) Kidd. 22 d. Mechtlt. Mischpak 56, s. 7) Baba B. 10, d. Alle suchten den Vers dahin zu erläutern, daß sich dessen erste Hälfte auf Israel beziehe, die zweite hingegen auf heidnische Völker: „Wohlthätigkeit ^sliairnb) erhebet Israel, der Heiden Milde hellsstzck) ist Sünde," indem nur die Wohlthätigkeit Israels eine echte sei, um Gottes willen geübt, die guten Werke der heidnischen Völker aber aus unlautern, sündhaften Absichten ge schehen, aus Eitelkeit, Eigennutz oder gar aus Hohn. Jochanan, der weise Lehrer, gab seinen Schülern in so fern Recht, als sie Wohlthätigkeit und Mildthätigkeit vorzüglich für Israel in Anspruch nahmen, legte dem Verse jedoch den Sinn unter. Wohlthätigkeit und Mildthätigkeit, wenn auch von Heiden geübt, gilt vor Gott gleich einem Sündopfer Israels.^) Als ihm ein lieber Sohn starb -) und der Verlust desselben ihn tief schmerzte, versuchten zuerst vier seiner Lieblingsschülcr ihn dadurch zu trösten, daß sie nacheinander aus Väter hinwiesen, die ein gleiches Schicksal getroffen, aus Adam, Hiob, Aharon, David. Der Meister aber erwiderte: „Wie soll das mein Trost sein, daß auch Andere von schwerem Leid heimgesucht worden sind! Habe ich denn nicht an den: meinen gering?"^) — Da sprach der fünfte, Elasar ben Arach: „Einem Manne wurde einmal vom König ein kostbares Kleinod zur Verwahrung übergeben. Der hatte keine Ruhe, weder bei Tag, noch bei Nacht, so lange das Kleinod seiner Obhut anvertraut war, da ihn immer der Gedanke beunruhigte: Wird es mir auch vergönnt sein, dasselbe unbeschädigt wieder zurückzugeben? — Du, Meister, bist in demselben Falle. — Deinen Sohn, den Dir Gott anvertraut, Du hast ihn unverdorben dem Geber zurückgegeben." — „Ich danke Dir," sagte Jochanan, „Dein Wort hat mich wahrhaft getröstet." (Fortsetzung folgt.) Das Schwierige der Stelle liegt in dem Worte Chesed, das Liebe, Milve, aber auch im 3 B. M 2ä, 17 Laster, Schande bez-ichncn kann Daher Manche: „Gerechtigkeit hebt ein Volk empor, aber Schande der Natiomn ist die Sünde." —Mendelssohn sott der Stelle die Erkäiung gegeben haben: „Gerechtigkeit hebt ein Volk empor, aber M.loe von Nationen geübt ijt ein Fehler." — 2) Aboth der Nathan Abschnitt 14. Juchasin S. 13, b. 3) Vergl. Erasmus IV, 3, 9 „Lliserum erst solslium, Kaders ealsmitstis «oeiuiu".

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