Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 4 (1863)
- Issue
- Heft 42 (21.10.1863)
- Date
- 1863-10-21
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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SIS seN,'so^eHini^uEauöm emigeZ§orte der Aufklärung in Ihrem geschütztest MMe zu veröffentlichen: Der Herr KreisrichLer Eckenbrecher, hält, Huden des Meineids verdächtig ,'. L) werk am Hersöhnungststgtz M Rldre gesagt wird , 2) weil stach dbr Lehre dßb LaliUudHen Mm'Gvjiist Nicht gefreMt werden kann. > . ' Was das Kol M>re betrifft, so erlauben mir die anmverhältmsse Ihrer Zeitschrift nicht, Wesen und egtiff desselben hier auseinander zu setzen; wer darüber Belehrung wünscht, wird sie in niemer Broschüre Abschaffung des Kol Nidre" reichlich finden; es Wird hier genügen, folgende Stelle aus derselben hervorzuheben: ^Die Gelübde, oder Schwüre, welche das Kol Nchre aufhebt, sind: 1) nicht solche, in welchen die WahtkM oder Unwahrheit von irgend Etwas bekheuMt wird, 2) nicht solche, die ein einem Andern geleistetes Verbrechen züm Gegenstände haben, sondern nur solche, die der Mensch einzig und allein Gott gegenüber, nicht aber auch seinem Nebenmenschen gegenüber zu verantworten hat". , Es ethellt aus dem Angesühftm von selbst , daß das Kol Nidre auf den gerichtlichen oder staatlichen Eid, mag dieser Nun Zeutzeützid,! Oürgeteid, Fahneneid u. s. w. heißen, nicht den Deringstm Einfiuß üben kann. - Die zrveite Verdächtigung, „daß nach der Lehre der Talmudistm gegen Gösirn nicht gefrevelt werden kann," ist nichts als der durfte Blödsinn. „Gojim" ist ein hebräisches Wort Und heißt auf deutsch: Völker und wird auch in diesem Sinne in Bibel und Talmud, wie in den tngltihen; Gebeten gebraucht, und die. iüdisch^ Nation, selbst wird> uWhlige Mal als „OorVVolk, bezeichnet. Der Herr Kpeisrichter meint aber, Gojifft hiW Chtfften; es eMnen das an einen ähnlichen Jtrthuik dek^ russischen CeNsür, Welche Mb' Zeit des jüngsten orreutallschen Krisges au ordnete, daß in alten jüdischen Gebetbüchern statt „Goi". Türke gesetzt werden solle, was natürlich die pvsfierlichsten Wirkungen hervorbrachte; in einem Gebete z. B wird GM äls' Beschützer des heiligest Volkes (Zsrttch angeredet, woraus von der EeUM: ,,Beschützer deschtzikgm Türken," gemacht wurde. ,— 'Daß. absw dis Talmudistm irgendwie oder irgendwo behaupteten, daß gegen Christen-«! cht goDmelt-werdensö««», ist «ne vovabscheuungS^ würdige Lüge; selbst dem Heiden gegenüber bestehlt würdige Lüge; selbst dem Heiden gegenüber bestehlt gen möge (Talmud Jeruschalmi Tr. Baba Mezia): Als sich Rabbi Samuel zu Rom aufhielt, fand er den Schmuck, «wÄchlenudid Kaiserin verloren hatte. Die Kaiserin liest bekannt machen, daß derjenige, wel- W SM-B-WÄk binEtzreißig TtzH-dlMächte, Seich chrtthH worden OGtdrplwvr IHNi-aberläNggrverhsiwWhen würde, solle hakt ViMaft worden. Acifibk SckMIvl brachte dm GchNiM erst Drück, nachdem NwHp als dreißig Tage verstrichen waren. „Hast Du Mt der Bekanntmachung nichts erführen?" fraM ihn erstaunt die Kaiserin. „,,Doch,"" Mtgegnete RaM Samuel, „„allein ich wollte Dir zeigen, daß weder die Hoffnung auf Belohnung, Noch die Furcht vor Strafe mich veranlaßt hat, Dir Dein Sigenthum zurückMellen, sondern nur das Verlangen, Unseres Gottes Gebot D erfüllen." Da sprach die Kaiserin: „Gepriefm fei der Gott Israels." In diesem Sinne und Geiste lehrten und lebten die Talmudistm, welche die Unwissenheit zu verdächtigen sich nicht scheut Uebrigens ist das Aufsehen, welches das pommerische Ürtheil macht und der Unwille, welchen es bei allen gebildeten Christen erregt, ein erfreulicher Beweis dafür, daß Fanatismus Und Borurtheil immer seltener werden. Mögen sie bald ganz und gar verschwinden. Or. Lehmann. Eine Mustrr - Reform - Synagoge Wir entnehmen dm Oest. Zeitungen, namentlich der „Arader Zeitung" die Erzählung der folgenden Vorgänge: Zn dem Städtchen Gyula wirkte bis vor wenigen Jahren em gesetzestreuer Rabbiner, bis es der isr. Gemeind^ daselbst behagte, iü die Synagoge dM sogen. Reform-Gottes-Dienst mit der Orgel üN der Spitze einzufühten. Der fromme Rabbiner wurde vertrieben und statt seiner ein Herr I. W Back, ein „aufgeklärter" MüNN, ein Vergötterer Chorin's und Verehret und Verwandter Ben Chenanja's, i. e.Löw's engagirt, der eiNst als „Vnterlündsvertheidiger" gedieNt hatte und der nunmehr das Schwert der Reform UM' gürtete. Zn Griulti' war es bis dahin Mich gewesen, daß der RabhiNer von einzelnen Geweindegliedery zirM Neusährsseste fteiwillige Geldgeschenke ' bekam, eine „Sitte", von der wir G s. D. in Deutschland MhW wiffen. Sollte sich nun die Reform auch auf „die Abschaffung" dieser Geschenke erstrecken — wir wiffen es nicht; genug, Herr Back erhielt am Ereb Rosch Haschanah keine Geldgeschenke; -aber in HeDS iHuf den Geldpumt sehr konservativ , machte er diesen Gegenstand zum Dhema skinerPredigt für den ersten? Neujahrstag! Am Tage heß.Gerichts hielt er Gericht über die Gemeinde, nastme ihr Verfahren „eme.bodeulpsß Gemeinheit", sprach, daß sein Gehalt aufgebracht wetoe von Geld, an welchem „der Schweiß unterdrückter Arnim, der Schweiß und das Blut betrogener Wittwen