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Der Israelit · 1863-10-14 · Heft 41 (14.10.1863) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
4 (1863)
Issue
Heft 41 (14.10.1863)
Date
1863-10-14
Page
– (sequence 8)
Language
German
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506 kindisch schlechtes Hebräisch. Ich frage nun, ob diese „Phrase", wofür doch Analogieen aus Pred.*) 5, 10, Prov. **) 29, 2 u. ilüä. 16***) vorhanden sind, minder gutes Hebräisch ist, als das von ihm supponirte O oder 'O? Der Einwand „daß 3. es Niemandem gelingen dürfte, die Bedeutung der neuen Wappia zu ergründen" , trifft mich nicht. — Was nun die Gegenvorschläge des Herrn Dr. F. betrifft, so überlassen wir es dem Leser zu bcurtheilen, was acceptabler ist, sich R. Sanwel, den Wormser 2i"2, als würdigen in falschen Verdacht geratlncn Unschuldigen zu denken, oder wie hier Dr. F. will, als gemeinen Wuchrer, oder gar als Betrüger, der seine Entschuldigung einzig „im Mangel an andern Erwerbszweigen" findet. — Ich frage ferner, ob man der Wahrheit nicht näher bleibt, wenn man das Epitaph in seiner, wie ich glaube, Vorgefundenen Wortabthcilung stehen läßt, als wenn man die Worte gcwaltsamerweise auseinanderzerrt, um sie schließlich nothdürftig zusammen zu schweißen, um das unklassisch sein sollende in O N-127Q oder O N'HTQ (wie klassisch!), und '2'2 O-i'Q!?2P7! .2^2N tt'srui in Ii2-r 2X1 1'2'2 umzugießen. Herr vr. F. geht in seiner Vermuthung noch weiter, und weist seinem N. Sanwel auch noch die umliegenden Dörfer — wohl zu merken Dörfer von vor 150 I. — zum Schauplatze seines von Herrn 1)r. F. ihm zugedachten säubern Gewerbes an. Wie stimmt das zu ni2i ^212 rin fl 2.2? Nein! So sehr ich sonst Herrn vr. F. in jeder Beziehung meine Hochachtung zolle, in dieser Sache kann ich mich von ihm in keinem einzigen Punkte überführt halten. Was nun Herr vr. Löwisohn hinzubringt, besteht in Folgendem : 1) Aus einer 2222.2 v. 553 — 1793 will derselbe Nachweisen, daß ein Sohn unsres R'Sanwel, Rosch beth din zu Prag gewesen sei. 2) Daß in dem Merkchen „Inschriften des alten jüdischen Friedhofs in Wien" sich eine solche auf dem Grabe von 2'-w fl 22121 222 12m 2122.2 ^222 22".22 PN.-I fl V-II^II!ni2r7 '.1 PLP.2 fl '2'8' 2112 22222 ^p2 (?) findet, die das Datum von 481 — 172! trägt. 1 erwiedere ich, daß mir dieser R. Michael Bachrach wohl erinnerlich gewesen ist; sogar in einer dem Werke Dagul merbaba vorgedruckten Approbation .''^2tt 122 .22NS7, 711222 *) »2P.2 22L" 2'P'2Ü 21222 **) .PLfl .222' 2'M2 21222 ***) von 564—1804, also noch 11 I. später, ist dieser R. Michael unterzeichnet. Wäre nun dieser ein Sohn unsres R. Sanwel, so müßte er seinen Vater (der, wie aus der Vorrede zu Chawoth Jair zu schließen ist, 1702 mindestens ein Dreißiger gewesen sein muß) um mehr als 65 Jahre überlebt haben. Und wie? Sein Quasi-Bruder Me'i'r scheint, da er 1721 ein Bachur nechmod, chacham wesopher genannt wird, um 1700 geboren zu sein, und R. Michael soll 1804 noch gelebt und sich in voller Amtsthätigkeit befunden haben? Dann zeichnet sich N. Michael '^212,2 fl 2^22 ^"121 '.212, ein Epitheton, das unserm R'Sanwel nirgends beigelegt wird. Auch würde R'Michael schwerlich ermangelt haben in seinen Unterschriften auf einen solchen weltberühmten Großvater wie baal Chawot Ja'rr gewesen, zu rekurriren. N. Michael war also sicher kein Sohn unseres N. Sanwel. Hingegen verdient die aus den „Inschriften" gezogne Notiz volle Beachtung; sie scheint — was für unseren Gegenstand sehr erheblich ist — unwiderleglich zu beweisen, daß R Sanwel sich, wie auch Herr vr. L. unterstellt, längere Zeit in Wien aufgehalten habe, eine Thatsache, um welche ich meine Überschrift „der letzte Sprosse der Familie Bacharach" gerne preisgebe. Denn darauf gestützt vermögen wir (der 1. Einwand des Herrn Dr. F.) die Lücke zwischen 1689 und 1739 vollständig auszufüllen. Was bisher von mir nur als Hypothese hingestellt werden konnte, ist nun der Wahrscheinlichkeit um vieles näher gerückt. R. Sanwel hatte also einen oder mehrere bei dem Neichshofgerichte zu Wien anhängiggemachte Prozesse zu betreiben, ein Geschäft, das bei dem bekannten, damals so schleppenden Gange der Reichsjustiz, eine lange Reihe von Jahren erfordert haben mag. In Wien, wie wir gesehen, von großem Unglücke, dem Verluste des hoffnungsvollen jungen, vielleicht einzigen Sohnes betroffen, und nicht im Stande mit seiner Angelegenheit durchzudringen, ein Schicksal, das er wohl mit Vielen, mit Recht Prozessirenden, oder mit Unrecht Prozessirten gemein hatte, ohne Aussicht auf Erfolg von tiefem gerechtem Unmuthe ergriffen, kehrte er, sein baldiges Ende vermuthend, der ihm verhaßt gewordenen Kaiserstadt den Rücken. Er schleppte den müde gehetzten Leib den Ufern des Nhein's zu, um auf heimischer Erde wenigstens im Tode Ruhe zu finden. Durfte er auch nicht hoffen, daß sich ihm die Pforten des Wormser Friedhofs erschließen werden, so konnte er sich doch ein Grab zu den Füßen scies Großvaters auf dem Alsbacher Friedhöfe sichern, weswegen er seine letzten Tage in Gernsheim verbrachte und dort einging zu seinen Vätern. Biblis 2x2 p",2 623. Kunreuths r. (Hierbei eine Beilage.) Verantwortlich, Redaktion: vr. Lehmann. — Verlag der Le Roux'schen Hofbuchhandlung. — Druck von I. GottSlebeu in Mainz

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