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Der Israelit · 1863-10-14 · Heft 41 (14.10.1863) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
4 (1863)
Issue
Heft 41 (14.10.1863)
Date
1863-10-14
Page
– (sequence 6)
Language
German
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504 durch ein durchbrochenes Hängwerk von der Decke der Gallerien geschieden und bildet neun große Spiegelfelder. In dem Mittelfelde erhebt sich überraschend eine prachtvolle, aus leichtem eisernen Nippenwerk kunstvoll construirte, mit Sternen und Rosetten sinnreich decorirte Glaskuppel, an deren Untertheil 4 metallene vergoldete Artischocken schweben. Von den stockhohen zwei Flügelbauten enthält außer einem Berathungs- und Vorzimmer im oberen Stock der eine zu ebener Erde den Eingang für Frauen, der andere jenen für Männer, nebst einer geräumigen Vorhalle. In der Mitte Mischen beiden Flügelbauten befindet sich der Haupleingang mit einem freien, durch mehrere Stufen zugänglichen Perron;*) über diesem Haupteingange erhebt sich ein 8^ Schuh breites, 21H Schuh hohes, im obern Theil eine mächtige Sternrosette bildendes, prachtvolles Riesenfenster, während auf beiden Seiten desselben in der zweiten Stockwerkhöhe 7^ Schuh im Durchmesser weite Rosettenfenster. Die Faxade sowohl der vordern Flügelbauten, als der rücksteht Nden großen Synagoge entfaltet eine entsprechende Characteristik, bietet sowohl im Ganzen, als in ihren einzelnen Theilen edle Verhältnisse und ist durchgehends im orientalischen Stile gehalten; sie hat von der Schwelle des Haupteinganges bis zu den Zinnen des vorspringenden Bogencasetten enthaltenden Hauptgesimses eine Höhe von 50 Schuh; über dem Hauptgefims erhebt sich in der Mitte ein 20 Schuh hoher, mit einem großen schönen Rosettenfenster versehener und mit einer herrlichen Kuppel gedeckter Halbthurm, an dem beiderseits leichte Bogengallerien darstellende 10^ Schuh hohe, mit Zinnen gezierte Attiken, am Schlüsse derselben zwei minaret-ähnliche, 10 Schuh hohe mit Kuppeln gedeckte Halbthürmchen sich anschließen. In Uebereinstimmung mit der äußeren Ausstattung ist auch das Innere durchgehends in orientalischem Character ausgeschmückt. Bemerkenswerth ist die schön gearbeitete und mit Geschmack vergoldete auf einem 3 Schuh hohen Plateau stehende heilige Bundeslade, wozu eine 14A Schuh breite Treppe aus geschliffenem Kaiserstein führt, deren Wangenstücke in Postamente auslaufen, auf welchen 2 große vergoldete Gascandelaber mit 26 Flammen prangen. Oberhalb der heiligen Bundeslande befindet sich ein 12 *) Wo der Baldachin zu den Trauungen ausgestellt wird. Schuh im Durchmesser weites, mit ineinander geschlungenem Maaswerk, aus Stein kunstreich gearbeitetes, verschiedenartig verglastes Rosettenfenster, dann 3 in der Nischenwölbung der h. Bundeslande prangende, 4 Schuh im Durchmesser weite Sternrosettenfenster aus Eisen, welche in der Mitte farbig verglast, in senkrechter Richtung jaus 'die h. Bundeslade herab eine magische Beleuchtung .ergießen. Ferner der in der Mitte stehende Almemor, der in dem Sockel aus geschliffenem Stein besteht, durch ein reich vergoldetes, schön decorirtes und kunstvoll gearbeitetes Gitterwerk eingefaßt wird, und an 4 Ecken auf Postamenten vergoldete zierliche Gascandelaber mit 44 Flammen enthält, deren Strahle ihr Licht weithin verbreiten. Ueberraschend schön sind auch die Pforten der Eingänge mit den nett gearbeiteten Zierbändern, welche sich durch ihren Hellen Glanz von dem Eichengrunde der Flügel vortheilhaft abheben. Der ganze Bau, der besonders auf den, welcher das Innere betritt, einen überwältigenden Eindruck macht, wurde nach der Angabe und unter der thätigen Leitung des tüchtigen Architekten Herrn Jos. Carl v. Sägody ausgeführt und von dem geschickten hiesigen Baumeister Herrn Jgn. Feigler aufgebaut. Gehen wir nun zu den Einweihungsfeierlichkeiten selbst über, und geben wir die Eindrücke frei und offen, wie man sie allenthalben empfing. Um die bei solchen Aufzügen in Folge des außerordentlichen Andranges der Menschenmafsen mit Recht zu befürchtenden Störungen möglicherweise zu verhindern oder doch zu vermeiden, wurde die Anordnung getroffen, daß die Verabschiedung und der Auszug aus der großen Interims-Synagoge noch Vormittags stattfinde. Um 8 Uhr wallte Alles derselben zu, um daselbst die im Programm bezeichnete Festrede von Sr. Hochwürden dem Herrn Oberrabbiner anzuhören. Derselbe wies in beredten Worten auf dieses besonders für die altehrwürdige Gemeinde Preßburg so wichtige Ereigniß hin und auf die große Bedeutung dieses Einweihungsfcstes, das wir heute, Dank dem Allmächtigen, der es uns erleben ließ, begehen, setzte dann in einleuchtender, erläuternder Erklärung die weise Art und Form in Einrichtung unserer heiligen Gebete undSyuagogenordnung, die wir unverkürzt und unverfälscht mit ins neue Gotteshaus hinübernehmen, auseinander, und schilderte in kräftiger, alle Gemüther ergreifender

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