Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 4 (1863)
- Issue
- Heft 39-40 (7.10.1863)
- Date
- 1863-10-07
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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494 Md kalt ihn durchrieselts — er höret die Worte; He Knabe! es liegt ja dort von dem Orte Weit abwärts der Pfeil, so beflügle die Schritte. Der Knabe gehorchte, und hurtig er brachte Die Pfeile, dann auf nach der Stadt er sich machte, Nichts ahnend, er war nicht im Bunde der Dritte. Dort hinter der Felswand, der kahlen und schroffen, Sank David zusammen, als war' er getroffen Von Jonathans Pfeilen, doch lag er nicht lange. Er blickte nach oben, sein Auge sich klärte, Und leicht ward das Herz ihm, das sorgenbeschwerte, Und Rothe verscheuchte das Blaß von der Wange. „Gott grüße dich!" schallte und hallte es wieder; „Wie hast du doch, Jonathan, edel und bieder Gehalten, was du mir in Liebe versprochen;" Dem Prinzen erstarken die Worte im Munde; — Wie konnte dem Freunde er bringen die Kunde? — Da endlich ward von ihm das Schweigen gebrochen. „O faß dich, begann er, das Loos ist gefallen. Bald hörst du des Feindes Posaune erschallen. Drum, eile von hinnen! — Wie folgt ich so gerne! Was wir uns gelobet, das wollen wir halten, Und immer und überall bleiben die Alten; Treu schlage die Brust auch in weitester Ferne!" „Ja ewig laß, Jonathan, innig uns lieben, Ob Wolken die Bläue des Aethers uns trüben, Ob freundlich die Sonne einst lächelt uns Beiden!" — Und hinter dem Felsen auf schattigem Grunde Geloben noch einmal sie Treue dem Bunde, — Sie küffen einander herzinnig und-scheiden. — Lreslsn. Uerrmaim Wurselumer. Psalm 20. Quält ein Leid dich, mag erhören Dich des Jacob treuer Hort. Hilfe mag er dir gewähren Aus von Zions heil'gem Ort. Liebreich mag er dir gedenken. Daß du Opfer dargebracht; Und zu deinem Besten lenken» Was dein Herz nur je gedacht. Laßt uns deinem Retter singen, Laßt uns freudig das Panier, Seiner Macht vertrauend, schwingen! Was du wünschest, geb er dir. „Ja, nun Hab' ich es gesehen, Daß der Ewige erhört Des von ihm Gesalbten Flehen, Seiner Rechten Kraft gewährt." Die auf Rosse, die auf Wagen, Wir auf Gott allein vertrau'n, Doch sie sallen und verzagen, Sieh! wir stehen ohne Graun. Herrscher, rette uns aus Nöthen, Wann wir innig zu dir beten. Psalm 120. Fleh' umringt ich von Gefahren, Hört mich deine Vaterhuld! Wolle Gott mich stets bewahren Vor der Lüge schwerer Schuld. Was vermag, o Mensch, zu nützen Dir der falschen Zunge Wuth? Lüge gleicht dem Schwerterblitzen, Gleicht des Pfriemenholzes Gluth. Ach! daß ich in Meschech wohnen Muß, in Kedars Kriegeszelt; — Wo die Friedenshasser thronen Lang sich schon mein Fuß aufhält. Preise ich des Friedens Segen, Jauchzen sie dem Krieg entgegen. Psalm 121. Auf die Höh'n mein Aug' sich wendet. — Wo kann's Hülfe mir erspäh'n? Gott lft's, der mir Hilfe sendet, Er, der ließ die Welt enrsteh'n. Deinen Fuß läßt er nicht gleiten, Treu dich schützt sein Vatersinn; Schlaf und Schlummer niemals schreiten Zum Behüter Jsra'ls hin. Gott, dein Schirm, an deiner Rechten Wie ein Schatten, dich bewacht Sonne, Mond dich nicht anfechten, Nicht am Tag, nicht in der Nacht. Gnädig wird dein Herz bewahren Er vor jedem Mißgeschick; Dich behüten vor Gefahren, Geh'st du aus, kommst du zurück. verantwortlich« Redaktion: Vr. Lehma»». — Verlag »er Le Roux'fchen Hofbuchhandlung. — Druck von I Sott-lebe» in Slalnz.