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Der Israelit · 1863-10-07 · Heft 39-40 (7.10.1863) · page 15

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Journal
Der Israelit
Volume
4 (1863)
Issue
Heft 39-40 (7.10.1863)
Date
1863-10-07
Page
– (sequence 15)
Language
German
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493 Halt fest, mein Volk, an Bott,' An Deines Gottes Lehre; -" " Es ist Dein Lebensglück, Es ist Dir Ruhm und Ehre. 15. Ehrst Deinen Gott Du so? Du heuchlerische Brut! Ihn ehrt nicht äußres Werk, ihn ehrt nicht äußrer Schein; Ißt Er der Stiere Fleisch? Trinkt Er der Böcke Blut? Mit Herz und Seel' und Gut will Er geliebt ja sein. Ich brachte Dir das herl'ge Wort, Vom heil'gen Gott gegeben; Doch Neid und Haß und freches Thun*) Entheiligt alles Leben. 16. Wohlan, mein Gott! zerschlag die Form! zerschlag die Hüll'! Zerreiß das äußre Baud, das sie zusammen hält! Zeig, daß der Geister Geist kein todtes Dasein will, Daß alles Irdische der Erd' zurück verfällt. Doch laß in Deinem Zorn Auch Deine Gnade walten; Mein Werk vergehe nicht, Dein Werk, es werd' erhalten. 17. Mein Kind mein Schmerzenskind! wie bist Du so betrübt! Wie beuget nieder Dich der Feinde gift'ger Hohn! Vertrau auf Deinen Gott, der ewig Dich geliebt, Vertrau auf ihn getrost, Du bleibst sein erster Sohn. Nicht ewig hadert Er, ' ' Er hat Dich ja erkoren Und hält den Bund, den Er Den Vätern zugeschworen. Herr! Zuflucht bist Du uns in Ewigkeit! Javid und Jonathan. Wer eilt dort zur Nachtzeit hin über die Felder Und suchet so einsam das Dickicht der Wälder? Ob Sorgen ihn drängen? ob Feinde ihn jagen? Des Jsai Sohn ift's, der Goljath bezwungen, Deß Heldenthot jüngst erst die Frauen besungen: „Zehntausend Philister hat David geschlagen". — Dergl. Tract. SaMH jlss. Jacob Nr. 177. Ihm trachtete Israels Fürst mach dem Leben; Doch Jonathan merkte das tückischtz Streben Und sprach einst zum Freunde: „Auf, eile von hinnen s Du siehst mich dort hinter dem Felfengemäuer Eh' dreimal der Sonne weitstrahlendes Feuer Im Scheiden vergoldet die östlichen Zinnen!" Am ersten des Neumondes sitzen beim Mahle Die Großen des Reiches im fürstlichen Saale. Es schäumen die Becher, es trinken die Ritter. Der zweite des Monats vereinte vom Neuen Beim König zum Feste die Schaar der Getreuen, — Am zweiten auch fehlte der Sänger, die Cither. Das Herrscheraug grollet; es sehens die Gäste, Sie wähnen nichts Gutes beim herrlichen Feste. Wer bebte nicht, sah er den Fürsten im Grimme? „Ich sehe den David nicht schon seit zwei Tagen, Ihm scheint es bei uns hier nicht mehr zu behagen!" So donnerte Saul mit gefürchteter Stimme. „O Vater, daß David zum §>st nicht gekommen, — Sprach Jonathan schüchtern, im Herzen beklommen — Vergieb ihm — auch mir, daß so lang ich geschwiegen. Er bat mich so innig — ich konnt's nicht verneinen, Er wollte besuchen in Bethlehem die Seinen, , Mit ihnen am jährlichen Fest sich vergnügen." Aufsprrngt der Fürst und erwidert dem Sohne: „Unwürdiger deines Geschlechts und der Krone, Mit David, dem schelmischen, bist du im Bunde. Der Elende will mir das Leben verkürzen, Und selber regieren, vom Throne mich stürzen, — Du hilfst ihm dazu und vergrößerst die Wunde!" — „O Vater! in David nur setz' dein Vertrauen, Ihn adelt die Treue, auf ihn kannst du bauen, So Noch dich bedrängt, so Feinde dir nahen." Kaum hatte der Edle die Rede geendet, Da ward von dem zornigen Fürsten entsendet Die Waffe, — mit Schaudern die Gäste es sahen. Der Jüngling entwich dem gewaltigen Speere, Ihm netzte die Wange manch glühende Zähre, Weil David der Hoffnungsstern untergegangen. Kaum nahte der ro;ge Morgen, so eilte Der Prinz auf die Heide, wo David verweilte, Den Freund zu umarmen, das war sein Verlangen. Und David? Wer schildert sein zärtliches Sehnen? Wer zählet die maßlos vergossenen Thränen? Er wähnte schon oftmals den Freund zu erblicken. Doch sah sich der Arme oft schmerzlich betrogen. Sich!"Jcmachcm nahr jetzt' mit Mcher nnd Bvgen" Wie groß war des flüchtigen Sängers Entzücken!

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