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Der Israelit · 1863-10-07 · Heft 39-40 (7.10.1863) · page 14

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Journal
Der Israelit
Volume
4 (1863)
Issue
Heft 39-40 (7.10.1863)
Date
1863-10-07
Page
– (sequence 14)
Language
German
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492 Und Mit erhebtmein Volk, Jeschurun sich in Kracht, Und rings umher ertöntes von Gottes Herrlichkeit; Des Königs Ruhm ist es, zu zeigen Gottes Macht, Es ist des Königs Ruhm, ihn preisen in Ewigkeit; Er liebt Gerechtigkeit und Recht Und weidet seine Heerde, Nach feines Herzens Redlichkeit, Wie ihn sein Gott es lehrte. 6. Und zu der Königsmacht gesellt auch Neichthum sich, Es steigt der Tempel auf in Pracht und Herrlichkeit; Soll thronen hier mein Gott, hier wohnen ewiglich? — Jeschurums König giebt sich hin der Ueppigkeit, Und führt mein Volk zurück, Weil seine Luft es wollte, Jn's Sclavenland zurück, Wohin es nie mehr sollte. * Herr! Zuflucht bist Du uns in Ewigkeit! 7. Jetzt wird Jeschurun fett und muthig und schlägt aus, Entläuft dem Gott, der es genannt sein Eigenthum; Der es geführet aus Aegyptens Sclavenhaus, Auf Adlers Flügeln trug nach seinem Heiligthum. Verläßt den alten, treuen, Den reinen Gott der Väter, Und übexläßt dem Graule sich, Dem kaum erfundnen Köder! 8. Da lodert auf sein Zorn, sein mächtiger Feüergrimm Ob solcher frevlen Lust und Herzenshärtigkeit: „Du hast verstoßen mich in Deinem Ungestüm, „So wandle denn auch hin in Deiner Lüsternheit!" Und hüllt in Dunkel ein Sein gnadenreiches Antlitz, Und weh! Haß, Trug und Mord Verheeret seinen Erbsitz. 9. Ihr schlaft, Jeschurums Wächter! Auf! Der Himmel ruft! Euch traute ich das Werk, das ich, ach, nicht vollbracht; Seht, vor Jeschurun gähnt des Scheols dunkle Gruft, Und nirgends Licht umher, nur schwarze Wolkennacht. Auf! Auf! Laßt Eure Stimme laut Posaunen gleich ertönen; Sagt meinem Volke sein Vergehn, Verkündet Jakobs Söhnen! 10. Umsonst Prophetenruf, umsonst Posaunenschall, Verkehrtes, tückisches und sündiges Geschlecht! Das Volk ist blind und taub, und taub die Führer all, Jst's Deines Gottes Schuld? nein, Er ist allgerecht! Ich ruf" den Himmel an, Die Erde an zu Zeugen, Du fällst dem Heil'gen ab, — Hin ist die Kraft zu steigen. — 11. Wie seufzet Israel ob seiner Dränger Hohn, Wie seufzt in Fesseln schwer, Weh! Abrahams Geschlecht! „Einst meines Gottes Sohn, sein erstgeborner Sohn, „In Schmach und Schande jetzt der Götzenknechte Knecht! „Der Himmel ist von Eisen, „Und ehern wie die Erde; „Am Morgen wünsch ich Abend, „Und Nachts, daß Morgen werde!" Herr! Zuflucht bist Du uns in Ewigkeit! 12. Unendlicher an Macht! Unendlicher an Huld! Nicht ewig zürnest Du mit Deinem Erdenkind; Du thuft dem Menschen nicht nach seiner Sünde Schuld, Du kennst die Bildung ja, Du weißt, daß Staub wir sind. Du übst Gerechtigkeit und Recht, Damit man Dich verehre; Du willst den Tod des Sünders nicht, Nur daß er sich bekehre. 13. Jetzt wendet Israel zu Gott den Thränenblick, Lernt unterscheiden jetzt, was Finsterniß, was Licht; Es kehret ungetheilt zu seinem Gott zurück, Und wieder leuchtet ihm sein Vaterangesicht. Er stellt ihm Männer auf, *) Sein Wort ihrn klar zu deuten, Sein Kind zurück zu ihm Jn's Vaterhaus zu leiten. 14. Wie stark ward Israel in seiner Feinde Haft! Wie wandelt's jetzt so treu an seines Gottes Hand! Ein Heldenstamm entsteht, so groß an Gottes Kraft, Giebt freudig hm sein Blut für Gott und Vaterland. **) *) Esra, Nehemia. ") Die Makkabäer.

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