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Der Israelit · 1863-10-07 · Heft 39-40 (7.10.1863) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
4 (1863)
Issue
Heft 39-40 (7.10.1863)
Date
1863-10-07
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Erste Beilage z« Nr. 39 L40 des Israelit. Zeitungsnachrichten «. CorrespondenM. Preußen. Breslau. Aus zuverlässiger Quelle geht der „Schles Ztg." nachstehende Mittheilung zu: vr. Jastrow, Prediger der Judengemeinde zu Warschau, welcher nach mehrmonatlicher Untersuchungshaft im vorigen Jahre vom Großfürsten Konstantin amneftirt worden ist, muß gegenwärtig imfreiwillig seinen Aufenthalt in Preußen nehmen und kann für jetzt nicht zu seiner Gemeinde zurückkehren. Nachdem er sich nämkich eine Zeit lang in Kolberg zum Gebrauch einer Kur aufgehaltenwollte er seinen preußischen Paß nach Warschau prolongiren lasten, erhielt aber vom Landrath des Oborniker Kreises, aus welchem er gebürtig ist, den Bescheid daß die Prolongation versagt werden müsse, da von der Regierung sämmtliche ältere, nach Polen ausgestellte Pässe kassirt würden und der Landrath sich außer Stande sehe, einen neuen Paß zu ertheilen. vr. Jastrow erhob hiergegen Beschwerde bei der Regierung zu Posen, diese ließ es aber bei dem Bescheide des Landraths bewenden. Herr Jastrow hat einen neuen Beschwerdeweg beim Oberpräsidium angetreten. Oesterreichischer Kaiser st aal. Wien. Wegen des israel. Versöhnungstages vertagte das Abgeordnetenhaus, welches zwei israel. Mitglieder zählt, die Sitzung, die auf diesen Tag, Mittwoch den 23. Sept., gefallen wäre, ein Act religiöser Duldsamkeit, der nicht genug hervorgehoben werden kann. H. L. Presburg, den 19. Sept. (Schluß.) Um 2 Uhr eilte Alles, ohne Unterschied, — festlich gekleidet in den aufs glanzvollste ausgeschmückten Tempel; *) „und wir lassen dtefem trefflichen Redner nur Gerechtigkeit widerfahren, wenn wir sagen, daß dt« gehaltvolle Pr-digt nicht blos die versammelten Mitglieder der CultuSgemeinde, sondern auch sämmtliche geladenen Gäste erbaute" (PreSburger Zeitung Rr. 207) l hier wurde jedem der HH. Gäste durch die zum Ordnunghalten gewählten Commiffäre, je nach seinem Stande, ein paffender Sitz angewiesen; die Ordnung, welche vor, während und nach der Feierlichkeit herrschte, war eine musterhafte. Um 4 Uhr wurde alles durch einen von Außen vor dem Hauptthore ertönenden Choralgesang auf's Angenehmste überrascht, worauf jenes sich aufthat, geöffnet durch den hochw. Herr Oberrabbiner; nach dem feierlichen Umzuge mit den r>"v und Einstellen derselben in den zündete unser hochw. Herr Oberrabbiner das i'vci -u an, indem er ein von ihm selbst verfaßtes, überaus gelungenes hebräisches Gebet vortrug, durch welches er sich, des geistigen, herzergreifenden Vortrags halber, die Hochachtung der HH. Honoratioren dergestalt erwarb, daß sie ihn Alle bewunderten. Hierauf erfolgte die Festpredigt, gehalten von unserm ehrw. Herrn Subrabbiner und Prediger F. Fischmann, und wahrlich eine unverzeihliche Ungerechtigkeit wäre es, wenn wir die öffentliche Beifallsäußerung der HH. Gäste und die ausdrückliche Anerkennung der Tüchtigkeit dieses trefflichen Redners von Seiten der HH. Prediger und Doctoren gänzlich verschweigen möchten.*) Diese Rede erbaute die Zuhörer und brachte ihnen zugleich die durch den Einweihungsakt hervorgerufene Gemüthsstimmung zu deutlichem Bewußtsein; sie war reich an Gedanken, die sich unmittelbar an dm zu veranschaulichenden Gegenstand anknüpften und ging, da das Gefühl keine längere Anspannung erträgt, in rascherem Fortschritte ihrem Schlußpunkte entgegen. Herr F. hatte durch diese seine gelungene Rede in Gegenwart vieler hohm Honoratioren, des Herrn Oberstudiendirectors, der Direktoren der hier bestehenden Unterrichtsanstalten nebst ihrm Professoren, des hochgelehrten Superintendenten nebst sämmtlichen Predigern rc., sein bedeutmdes Rednertalent an den Tag gelegt. Herr F. hatte wahrlich das Loos des Psalmisten David, dessen wahrhafte Größe der Allmächtige erst bei der Einweihung des heiligm Tempels durch Salomo öffentlich kund that (Sabbat f. 30). Wir schließen den Bericht mit dm paffenden Worten — r — n.

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