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Der Israelit · 1863-10-07 · Heft 39-40 (7.10.1863) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
4 (1863)
Issue
Heft 39-40 (7.10.1863)
Date
1863-10-07
Page
– (sequence 8)
Language
German
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486 Legat von 1000 ff. Man sieht daraus, wie sehr demselben die Erhaltung des echten Judenthums am Herzen lag p'18 -21! Welche warme Freunde die von uns gegründete und G. s. D. aufs Segensreichste wirkende Unterrichtsanstatt der hiesigen isr. Religionsgesellschaft hat, davon erhielten wir dieser Tage einen sprechenden Beweis; wir erhielten nämlich einen Brief mit dem Poststempel Wiesbaden und blos „Horace" unterzeichnet, dem zur Unterstützung der erwähnten Anstalt 500 fl. beigeschlossen waren Möge Gott den edlen Geber segnen und möge ihn die Versicherung erfreuen, daß es keine größere Wohlthat gibt, als dazu beizutragen, daß die Kinder zu echten Juden und zugleich zu gebildeten Menschen erzogen werden. Uns war diese Gabe nicht nur deshalb höchst erfreulich, weil sie das Wohl der Anstalt fördert, sondern auch deshalb, weil sie ein Beweis ist von der Anerkennung, die unsere Bestrebungen bei hochherzigen Glaubensgenossen finden. — Während vor sieben Jahren, als die Synagoge der hiesigen isr. Religionsgesellschaft eingeweiht wurde, viele Plätze unvermiethet blieben, ist dieselbe jetzt zu klein geworden, so daß während der verflossenen Feiertage Mangel an Plätzen war; der Vorstand wird für eine Vermehrung der Plätze Sorge tragen müssen, was allerdings jetzt noch angeht, was aber, wenn, wie wir hoffen, die Vermehrung in immer steigenden Verhältnissen zunimmt, in wenigen Jahren ohne Um- oder Neubau der Synagoge nicht möglich sein wird. Wir erwähnen das hier, um die sich neu constituireuden orthodoxen Religionsgesellschaften auf diesen Umstand aufmerksam zu machen, damit sie bei Erbauungen der Synagogen nicht blos auf den jetzigen Bestand Rücksicht nehmen, sondern an den künftigen Zuwachs denken; denn die Zukunft des Judenthums gehört in demselben Grade uns, wie wir fest in der Vergangenheit desselben wurzeln. Freudenthal (Würtemberg), 11. Tischri. Auch dieses Jahr hatte sich wieder eine ansehnliche Anzahl Stuttgarter bei uns eingestellt, um die hohen Feste mit uns nach der frommen Vätersitte zu feiern, und um dem Aerger zu entgehen, den jeder, in dem noch ein Rest jüdischen Gefühles verblieben ist, empfindet, wenn er mitansehen muß, wie Dutzende der andächtigen Tempelbesucher sich entfernen, um im Gasthofe die bei Strafe der Ausrottung gebotene Kasteiung zu üben. Unsere Gäste sind zwar meistens hier Geborene, welchen ihre fromme Erziehung uttd Gewöhnung noch.Hall genug verleiht, um is der Fluth des Stuttgarter religiösen Lebens Nicht unterzugehen. Diesmal haben sie aber auch Herrn H., einen Urstuttgarter, welcher die neue Synagoge dort noch nie betreten hat, mitgebracht. Ec ließ sich r>"-> zur Thora rufen und spendete bei dieser Gelegenheit außer dem hier sehr hohen Steigerungspreis der fl 32 für wohlthätige Zwecke, worunter fl. 16 für 'p'in'r< "ip. Für diesen frommen Zweck dürften auch dieses Jahr mindestens fl. 60 Spenden während der Q'wv O'w eingegangen sein, derBetrag der Spenden überhaupt aber wenigstens auf 180 fl. sich belaufen. Da auch die Wohlthätigkeil gegen fremde und einheimische Arme hier einen sehr anerkennenswerthen Grad erreicht hat, es werden her von circa 50 bemittelten Familien jährlich mindestens 400 fl. und 1000 Kostanweisungen an fremde Arme gegeben, so kann man von der hiesigen Orthodoxie nicht sagen, daß sie blos bis zum Geldbeutel reiche. Es steckt bei uns .->"2 in mancher Gemeinde noch ein guter Keim, der sich zu edler Blüthe entfalten würde, wenn die Gemeinden wieder mündig wären, und nicht das Kirchenregiment in Alles sich einmischte, selbst in die freiwilligen und Stiftungen. Wir hoffen aber, daß das bald anders werden wird, der Nus O->-,z 7,2 wird endlich zu den Ohren der bessern O'-v.i' Würtembergs dringen und sie zum Kampfe für ihre Religionsfreiheit aufrütteln. Vollzieht sich das, so hätte allerdings Ihr geschätztes Blatt auch begründeten Anspruch auf unser 1112 — 'L—- Laupheim (Würtemberg), den SI.Sept. Nicht kann ich umhin, Euer Hochwürdcn zu versichern, daß die hiesige sehr zahlreiche Gemeinde in religiöser Beziehung zu den bestgesinnten gehört. Es Herrschthier ein sehr religiöser Geist im Allgemeinen, die religiösen Institute werden erhalten und resp. im echt religiösen Geist, wo nöthig, restaurirt; und unter Mitwirkung unseres trefflichen Gesangvereins, der bekanntlich schon viele Auszeichnungen als Anerkenntniß seiner Leistungen erfahren hat, ist unser Gottesdienst ein sehr erhebender und würdiger. Ich glaube mich daher zu einer Protestatron berechtigt gegenüber den jüngsten Artikeln im „Israelit", soweit sie die hiesige Gemeinde mit betreffen sollten. Waelder, Rabbiner. (Hierbei zwei Beilagen.) Verantwortlich» Redaktion: vr. Lehmann. — Verlag der Le Roux'schen Hofbuchhandlung. — Druck von I. GottSlebcu in Mainz

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