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Der Israelit · 1863-10-07 · Heft 39-40 (7.10.1863) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
4 (1863)
Issue
Heft 39-40 (7.10.1863)
Date
1863-10-07
Page
– (sequence 7)
Language
German
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zum Gegenstande hat, wo die Lüge der Israeliten dieselben Bergleichungspunkte bietet. Der Preis besteht in einer goldenen Medaille im Werthe von 100V Fr. Mainz, den 25. Sept. Unlängst wurde in der a. Z. d. I. von hier aus berichtet, daß iärnrntliche Rabbinsn des Großherzogthums Hessen bis auf den ehrwürdigen Herrn Rabbiner zu Worms der „Reform" - Richtung angehören; der Correspondent hat aber wohlweislich verschwiegen, daß in Folge dessen in der Mehrzahl der Rabbinate gesetzestreue Sondergemeinden (Religionsgesellschaften) exrstiren. Zur Characterisirung eines dieser Herren Rabbiner, des Herrn Provinzial- Rabbinen 1)r. Levi aus Gießen, mag folgender Artikel der Frankfurter Didaskalia hier seine Stelle finden: „Schotten, 3. August. Am 31. v. M. feierten wir ein Fest, welches auch in Weite- Schutz der Oeffentlichkeit, und betonte, daß eS ein Zeichen der vorgeschrittenen Gesittung sei, daß wir dieses Fest i» dieser Waffe heute begingen. Nachdem er den Schlüssel dem anwesenden Mitglied« der Verwaltungsbehörde, dieser denselben dem Rabbiner, und dieser einem Vorstandsmitgliede übergeben, öffnete sich die Pforte unter dem Gesänge des khors: „Hoch thut euch auf!" «Nd das freundliche Gotteshaus nahm dir zahlreiche Versammlung bequem auf. Nach einleitendem Chorgefange vollzog der Provttrligion ist keine Dernunftreligion, jedoch eine vernünftige Religion l* und suchte das durch die Bekenntnisse des JudenthumS zu beweisen. „Wir glauben an einen Gott, wir glauben an die Unsterblichkeit unserer Seele, wir glauben an einen gnädige» barmherzigen Gott, wir kennen keine Hölle;" das waren die Hellen Punkte seiner erbauenden, von dem Strahle der vernünftigen Anschauung erleuchteten Predigt, die auf alle Anwesenden einen sichtlichen Eindruck machte. Jedoch wollen wir als Glanzpunkt derselben seine Anschauung über den Messias des Judenthums wiedergeben, indem er sagte: „Wir hoffen auf den Messias, es wird der Tag kommen, und daß er kommt, dazu find alle Anzeichen vorhanden, an dem er erscheint; ich meine de» geistigen MefftaS, den Inbegriff des Sieges der Humanität, der reinen Menschen- und Nächstenliebe, wo wir uns Alle unter Ausübung derselben begegnen werden." Gerade in unserer Zeit, wo auch in der protestantischen Kirche ein kleines Häuflein scharf an dem starren Buchstaben fcsthält, machen solche Auslegungen des Messias der Menschheit einen um so woblthuenderen Eindruck. Ebnen wir Alle, soviel es an unS liegt, diesem Messias die Wege, uud streuen wir ihm Blumen überall, wo er erscheint, um seinen Einzug bei uns zu hakten." Herr vr. Levi von Gießen glaubt also an die Unsterblichkeit der Seele, aber nur an einen gnädigen barmherzigen Gott, nicht an ihn als Richter und Bestrafe? der Uebetthäter, er kennt keine Hölle; wie er sich da mit dem Judenthume, das allerdings eine solche lehrt, das in Gott nicht nur den liebevollen Vater, sondern auch den gerechten Richter verehrt, abfindet, wissen wir nicht. Jedenfalls ist die Religion des Herrn vr. Levi sehr bequem: Fortdauer der Seele, aber nur im Himmel. Er wird mit dieser überaus milden Theorie gewiß vielen Anklang finden. Wir fürchten nur, daß Diejenigen, welche hier die Hölle nicht kennen wollen, dereinst wider ihren Willen mit ihr Bekanntschaft machen müssen. Mainz, Ende September. Vor einiger Zeit verstarb in Frankfurt a.M. Herr Moses Jeidels und vermachte der isr. (orthodxen) Religionsgesellschaft in Frankfurt ein Legat von 2000 fl. und der isr. (orthodoxen) Religionsgesellschaft in Mainz ein

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