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Der Israelit · 1863-09-24 · Heft 38 (24.9.1863) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
4 (1863)
Issue
Heft 38 (24.9.1863)
Date
1863-09-24
Page
– (sequence 6)
Language
German
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470 selben Schulchan Aruch, des er verhöhnt, wenn Leute so einfältig sind, solche an ihn zu richten! Wir haben der Widerlegung dieses verwerflichen Geschreibsels eine eigene Boschüre gewidmet (siehe die Anzeigen). Um sich und seinem Geschreibe den Anstrich von Gelehrsamkeit zu geben, hat Herr Aub einige alte Autoritäten citirt, die sich gegen das Kol Nidre ausgesprochen haben; diese werden fast sämmtlich vom Beth Joseph im Tur Orach Chajim zur Stelle angeführt, was schonerweist, daß in dieser Beziehung ihre Entscheidung nicht maßgebend ist, da die maßgebenden Poßkim gegen sie entscheiden. Es find das R. Hai Gaon und Agur und Lebusch führt Herr A. für sich an, wiewohl sie, trotz einzelner Aeußeruugen, sich für das Sagen des Kol Nidre entscheiden. Das ist freilich ebenso wissenschaftlich wie gründlich. Es bleiben ihm also nur zwei bereits längst widerlegte Autoritäten und vielleicht die nachzuschlagen ich nicht Gelegenheit hatte. Talmud (Raba, Nedarim 23 d.) und Toßaphot daselbst, die Herr Aub sich nicht entblödet eines schweren Vergehens (sie!) zu beschuldigen, hat er, wie ich ihm das nachgewiesen habe, mißverstanden. Ueberhaupt ist diese ganze Partie der Aub'schen Schmähschrift vollständig verfehlt! (Das Ganze ist zwar ein verfehltes Machwerk, allein Herr A. hat doch dadurch seinen Zweck, sich den oben citirten Schudt und Eisenmenger würdig anzureihen, erreicht.) — Es kam uns in dem erwähnten Aufsatze namentlich darauf an, nachzuweisen, daß die Anklagen, welche die Unwissenheit gegen das Kol Nidre stets vorbringt, unbegründet. völlig unbegründet sind, was uns auch unter göttlichem Beistände gelungen ist. Hiegegen weiß Herr A. Nicht ein einziges Wort vorzubringen! Er begnügt sich, zwei oder drei Autoritäten anzusühren, die sich vor circa 800 Jahren gegen die Einführung des Kol Nidre ausgesprochen hatten, denen jedoch Hunderte und aber Hunderte unserer größten Gesetzeslehrer entgegen stehen! Das nennen die Herren Wissenschaft! Wenn ein Reformrabbiner gegen einen gesetzestreuen Israeliten und mit ihm gegen Talmud und Judenthum schmält und geifert und wüthet, dann ju-! belt die jüdisch-unjüdifche Presse, die stets und überall-gemeine Z. d. Judenthums mit dem Exrabbiner von Magdeburg voran. So hat denn auch die jüngste Nummer derselben wiederum zwei Schmäh-Artikel gegen uns, unsere Richtung und unsere Zeitung, die von Unwahrheiten und Gemeinheiten strotzen. Wir wollen nur eins citiren: es heißt dort am Schluffe, „wir (die gesetzestreuen Israeliten) weisen mit Hohn die h. Schrift, den Talmud und die Rabbinen zurück, wenn sie uns widersprechen". Ist das nicht possierlich? Wie wenn die gesetzestreuen Israeliten sich jemals im Widerspruch mit der h. Schrift, dem Talmud und den Rabbinen fänden! Es ist schwer zu entscheiden, was größer ist, die Bosheit dieser Menschen oder ihre Thorheit. — Mainz, den l'ä.Sept. Der „Mainzer Anz." vom 12. d. M. schreibt Folgendes: „Die am gestrigen Tage beendigten Schulprüfungen der Unterrichtsanstalt der isr. Religionsgesellschaft haben auch in diesem Jahre wiederum ausgezeichnete Resultate geliefert. Einsender dieses, der mit Aufmerksamkeit den verschiedenen Fächern gefolgt ist, kann nicht umhin, der umsichtigen Leitung des Herrn vr. Lehmann und der unermüdlichen Thätigkeit der Herren Lehrer und der Lehrerin die wärmste Anerkennung auszusprechen. Es macht in der That auf den Freund einer guten Schule einen wohlthuenden Eindruck, wenn man sieht, wie theilweise noch sehr junge Knaben und Mädchen in allen Gegenständen eine solche Fertigkeit erlangen, wie nicht allein in religiösen, sondern auch in allen gemeinnützigen Fächern, wie Sprachen, Mathematik, Naturwissenschaften rc., die Unterrichtsanstalt Vortreffliches leistet, und es ist nur zu wünschen, daß diese Schule in dem Maße benutzt werden möge, wie sie es verdient. Bei dem gestrigen Schlußakte, der überaus zahlreich besucht war, hielt Herr vr. Lehmann eine ergreifende Ansprache, in welcher er darauf hinwies, daß sich Religion und Wissenschaft gegenseitig bedingen, und dieses zu beweisen, sei die Aufgabe der Unterrichtsanstalt." (Wir haben hiezu berichtigend hinzuzusügen, daß wir nicht gesagt haben, „daß sich Religion und Wissenschaft gegenseitig bedingen", sondern daß sie sich nicht einander ausfchließen. D. Red.) Preußen. Breslau, den 9. Sept. Ich kann Ihnen, geehrter Herr Redacteur, die Mittheilung machen, daß vr. Joel, Lector am jüd. theol. Seminar, am Heu-

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