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Der Israelit · 1863-09-24 · Heft 38 (24.9.1863) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
4 (1863)
Issue
Heft 38 (24.9.1863)
Date
1863-09-24
Page
– (sequence 4)
Language
German
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4SS Der Mischnah-Unterricht in der modernen isr. Schule. Geehrtester Herr Redacteur! Sie haben Ihr lebhaftes Interesse für die isr. Schule schon so oft und überzeugend zu erkennen gegeben, daß ich hoffen darf, Sie werden eine Besprechung des in der Überschrift genannten Gegenstandes willkommen heißen, und ihr bereitwillig die Spalten Ihres geschätzten Blattes öffnen. Doch nun zur Sache. Die Wahrnehmung, daß der Unterricht in den Quellen-Schriften der jüd. Religion mehr und mehr als unabweisliches Bedürfniß erkannt wird, muß nach meiner Ansicht — wollen wir anders diesem Bedürfnisse einer, andrerseits aber auch dem wohlbegründeten Verlangen gerecht werden, weder Lehrer noch Schüler zu überbürden — das Bestreben erwecken, auch diese Fächer pädagogisch zu behandeln. Besonders sollte dabei die Regel, stets nur vom Leichteren zum Schwereren überzugehen, niemals verlassen werden. Sprechen wir jetzt vom Mischnah-Unterrichte. Kinder Mischnah ohne Commentar zu lehren ist fast Sache der Unmöglichkeit; man greift darum gewöhnlich, da die vorhandenen kleinen Commentare dem Zwecke gar nicht entsprechen, zum Commentare des ein Werk, das durch seine fast allgemeine Verbreitung so zum Gsmeingute Israels geworden, daß jedes Wort über seine Vorzüglichkeit und Unübertrefflichkeit eitle Mühe wäre. Allein genügt er auf den ersten Stufen des Unterrichtes? Diese Frage bejahen heißt n. m. A. die Verdienste Bartenora's verkleinern und mißachten. Kann dieser, der Lehrer und Führer so vieler und bedeutender Talmudgrößen, kann dieser für Kinder geschrieben haben? Erft derjenige der^n'OL^ zu kosten bekommen, der sich mit der Technik und dem Jdeengange des Talmuds vertraut gemacht hat, wird B. verstehen und zu gebrauchen wissen. Und zugegeben sogar, es lasse sich auch auf dem bisher eingehaltenen Wege zu einem gewissen Ziele gelangen, wie steht's mit dem Lehrer? Es steift mir eine ziemlich lange und reiche Erfahrung zur Seite, ich darf mich unterstehen, es auch als die Erfahrung vi ler schätzbarer Collegen auszusprechen, daß der Mischnah-Unterricht eine der anstrengendsten und aufreibendsten Disziplinen ist, und daß der Erfolg gewöhnlich — denn Allsnahmen bei sehr befähigten Kindern entscheiden nicht nur geringe für die aufgewandte Mühe und Arbeit entschädigt. Von dieser Ueberzeugüng durchdrungen, habe ich den Versuch gemacht, als Vorschule für den Unterricht in Mischnah und Talmud einen bündig und kindlich gehaltenen, aber doch nicht kindischen Commentar auf einige Traktate u. L'Nvs TiL'I auszuarbeiten. Allein, ehe ich es wage, damit in die Oeffentlichkeit zu treten, möchte ich doch erst die Urtheile Sachverständiger über das Bedürfniß Hervorrufen. Ich verhehle es nicht, ein ganz kompetenter, höchst achtungswerther Schulmann, dem ich den gerade vollendeten Ttraktat riw^ zur Beurtheilung überschickte, äußerte sich über den Commentar sehr anerkennend, setzte aber dennoch sein Urtheil über die Bedürfnißfrage noch aus; während ein eben so kompetenter Freund desselben, auch Fachmann, sich mit voller Ueberzeugung dafür erklärte Indem ich nun im Voraus erkläre, für meinen materiell wie — was ich wohl zu beachten bitte — auch formell aus O2"v->, mitunter auch aus u. p"Lgeschöpften Commentar höchstens das Verdienst des Sammlers und Ordners in Anspruch nehmen zu können, wünsche ich, es möge» Männer von Fach und Erfahrung sich über den Gegenstand vernehmen lassen, um zu einem Urtheile über das Für und Wider gelangen zu können. Sprechen sich dann gewichtige Stimmen für die Veröffentlichung des Merkchens aus, so werde ich solches einigen Capacitäten zur Begutachtung unterbreiten, und deren Ausstellungen und Bemerkungen mit Dank entgegennehmeu und benützen. Ich erlaube mir schließlich noch die Mittheilung, daß durch eine für Herrn Oberrabbiner vr. B. H. Auerbach sehr glückliche Verkettung angenehmer Familienereigniffe, auch mir es vor Kurzem gegönnt war, diesen gewiß kompetenten Richter zur theilweisen Prüfung meiner Arbeit zu bewegen, und darf ich dessen Urtheil darüber ein günstiges nennen. Der durch seinen jüngst erfolgten Amtsantritt mit Arbeiten sehr überhäufte Gelehrte wird sich auch der Durchsicht der fämmtlichen Tractate gntigst unterziehen.*) Hoffend mindestens die Anregung zu einem Meinungsaustausche über einen für die isr. Schule wichtigen Gegenstand gegeben zu haben, zeichnet mit Hochachtung ergebenst I. Kunreuther. Biblis, Mitte Tamus 5623. OrLhodor-rsr. Drbrlainstrlt. Durch Rabb. S Bamberg er in Fischach: I. M. das. 30 kr. — Durch I. Löwenthal in Lüttringshausen: G.L. 1 Thlr.; L. L. 2Thlr.; A.L. 1 Thlr.; I. L. 1 Thlr.; zusammen 8 fl. 45 kr. Durch Rabb. I)r. Hildesheimer in Eisenstadt: Georg Kaschner in Pesth 50 fl. ö. W. — Gesammtsumme 8487 fl. 36 kr. *) Anm. d. Red. UnS liegt ein großer Tbetl der Arbeit des Herrn K. vor; wir werden dieselbe prüfen uud später darauf zurückkommen.

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