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Der Israelit · 1863-09-09 · Heft 36 (9.9.1863) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
4 (1863)
Issue
Heft 36 (9.9.1863)
Date
1863-09-09
Page
– (sequence 5)
Language
German
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443 drei hohen Festtagen müßte die Wormser Gemeinde es sich gefallen lassen statt zwei getrennter Sehenswürdigkeiten, zwei zu einer verbunden zu haben. Dieses Unglück wird nicht so groß sein. Doch auch noch einen zweiten Vorschlag will ich mir erlauben, dessen Realisirung aber eine größere Ausgabe erfordert, als der vorhererwähnte. Wenn man aber so viel Geld gesammelt hat, um die Alterthümer in Worms zu restauriren, so darf mon auch die Ausgaben nicht scheuen, um das schönste Alterthum zu erhalten. Wre wäre es, fragen wir, wenn man für die hohen Feiertage einen besonderen Betsaal, der ungefähr 100 Sitze hält, erbauete? Ein solcher Betsaal könnte ohne besondern Schmuck zu tragen für die Summe von 15,000 Gulden hergestellt werden. Die Mehrkosten für einen besonders anzustellenden Vorsänger und Synagogendiener für diese Tage werden, sollte sich auch kein Privatmann finden, der als die Leitung des Gottesdienstes unentgeltlich übernehmen würde, nicht bedeutend sein und würden durch die Einnahme an Stellengeldern reichlich gedeckt werden. So könnte man es machen, und das wissen die Herren in Worms ganz gut, wenn es lediglich darum zu thun wäre, den Synagogenbesuchern für die hohen Festtage Platz zu schaffen Man brauchte ja sogar i nicht einmal neu zu bauen, wenn man die in Worms! befindliche Synagoge des jüd. Krankenhauses, welche das ganze Jahr über unbenutzt steht, dem Publikum für die hohen Feiertage zur Verfügung stellen wollte, dann hätte man ja Platz genug. — Aber wart', da spreche ich ja auf einmal von einer Krankenhaussynagoge, ohne dem Leser vorher im mindesten die Andeutung gegeben zu haben, daß eine solche Nebensyj nagoge in Worms schon existirt, und da würde sich > Mancher wundern, warum ich Vorschläge zur Abhilfe! gemacht und nicht einfach gesagt habe: Gebet, ihr! Verwalter des Krankenhauses, die Synagoge für die! hohen Feiertage zum Gebrauche her, dann braucht! ihr weder einzureißen, noch zu bauen, sparet Geld,! gewinnt Platz und hier und da ist geholfen. Allerdings wäre das der einfachste Weg, aus dem Dilemma! zu kommen, aber erstens ist mit einer Verwaltung des Krankenhauses zu Worms auch nicht so ohne Umschweife zu reden, und zweitens würde sie auch nicht geneigt sein auf diese Vorstellung einzugehen. Wäre denn da die Kraft des Regiments gezeigt, wenn man auf Alles was man im Volke wünscht, nur eingehe? Die Amts-! befugniß zeigt sich ja erst recht im Verweigern und i wozu wäre man Vorsteher, wenn man nicht auch! einmal „Nein" sagen würde. Wie man aber in der § Verwaltung des Krankenhauses zu Worms „Nein" zu sagen versteht, davon will ich Dir, lieber Leser, ein schönes Histörchen erzählen. (Fortsetzung folgt.) Uetrer das quästionirte Mische Schntinspertorat in Ungarn, von Rabb Or. Israel Llilckesttsiursr (Fortsetzung.) Hat man nur erst dieses Ziel erreicht, sind nuc^ erst diese Wächter für die Erhaltung des specifisch Jüdischen aus den Schulen entfernt, ist nur erst tabula rasa gemacht, wirtschaften nur erst in der jüd. Schule 'Qp, die von den nationalen Disciplinen so viel verstehen, wie nach einem Volkswitze der Bauer von einem gewissen Salate; nun — dann hat die gebildete Welt allerdings schon viel gewonnen, dann ist man zwar in einer kurzen Uebergangsperiode noch so gnädig gegen die „Alten", noch so rücksichtsvoll, wöchentlich einige Stunden dem Hebräischen zu widmen, aber nur so lange, brs man sich allseitig überzeugt, daß es für das Hebräische so wie für die „Alten" sehr gleichgiltig ist, ob diese wenigen Stunden geopfert werden oder nicht, und dann — weg ohne Schaden N2W.-I rinri Nin px! — Wir rufen daher mahnend, selbst auf die Gefahr hin beschuldigt zu werden, pro ckomo zu sprechen, wählet wenn nur irgend möglich Rabbinen zu Schulinspectoren, und lasset ihnen jedenfalls einen wesentlichen Einfluß auf die Schule. Die Schulinspectoren sollen, sagt man ferner, nicht auf Kosten der Gemeinde erhalten werden, weil sie in diesem Falle von dieser d. h. von den Potentaten derselben abhängig seien; was für ihre Entschlüsse und ihre Thätigkeit von großem Nachtheile sein würde. Wir geben dies zu, und da wir durchaus nicht billigen können, daß der Schulfond zu dieser Ausgabe ausgebeutet wird, so haben wir da, wo nicht etwa das Amt par bovueur ohne Anspruch auf irgend welche Entschädigung gehandhabt wird, nur eilten Vorschlag zur relativen Beschränkung des möglicher Weise daraus erwachsenden Uebelstandes zu machen, indem nämlich entsprechend der legalen Anstellung der Lehrer in Hauptschulen die Einrichtung getroffen werden könnte, daß diese Schulinspektoren, wenn sie drei Jahre zur Zufriedenheit der wahren Majorität der Gemeinde ihr Amt verwaltet haben, unabsetzbar seien. Der Schulinspektor soll, machen sich ferner Stimmen in der Presse geltend, ausschließlich seinem Berufe angehören, wenn Kaufmann sofort fein Geschäft aufgeben, wenn Rabbiner sofort diese seine Stelle niederlegen. — Wir wissen nicht, sollen wir mehr das Exaltirte oder das Naive dieser Forderung anstaunen. Wie will man denn solche über alle Maaßen gesteigerte Anforderungen praktisch ausführen, ja

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