Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 4 (1863)
- Issue
- Heft 35 (2.9.1863)
- Date
- 1863-09-02
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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434 BreSlau, im August. Vergangenen SoNnabend O'vLiLk rQL? — trat Herr Rabbiner Dr. A. Stein aus Danzig als dritter Probeprediger hier auf. Sein Organ und seine Vortragsweise übertrafen die seiner Vorredner. Den Text zu seiner Predigt bildeten die Worte ov."mo o'vri. Das größte Hinderniß zur Vollkommenheit, sagte er, ist der Aberglaube. Aberglaube gebe es noch genug in Israel, so z. B. der «y Gedanke, daß man für Gott etwas thue. Der Gottesdienst müsse ein Liebesdienst an Menschen werden. — Er läßt sich nicht leugnen, daß einzelne Lichtgedanken in dem Bortrage waren, das Ganze war jedoch eine trockene Moral. Allgemeinen Beifall hat der Redner nicht geerntet. Wie ich höre, werden noch Probepredigten gehalten werden, von Herrn Landrabb. Wechsler nächstens. Jedoch dürfte die Wahlangelegenheit vor den hohen Festen nicht erledigt werden. — An demselben Sabbat predigte der hier auf seiner Durchreise verweilende hochgelehrte, hochwürdige Herr S- Pleßner, Nachmittags, vor einer zahlreichen Zuhörerschaft. Gediegen und meisterhaft zeigte der Redner, ausgehend von dem Verse inwiefern die Schofartöne etwas Tröstendes für Israel sind, und die hohe Bedeutung des 7>'^. Offen und frei geißelte er die Gebrechen des jetzigen jüdischen Lebens, die Reformsucht, und als geborener Breslauer bedauerte er, daß die Sabbatverletzung hier jetzt fast allgemein sei. Ein Jeder lauschte den gediegenen Worten des Greises, der mit jugendlichem Feuer aufgetreten war; tief ergriffen verließen die Zuhörer den Tempel, gewiß ein Jeder mit dem Wunsche für Herrn P. i'w von. Unbedingt gehört er zu den schönsten Zierden des jetzigen Israels, er ist ein Mann, der mit tiefem, anerkannten Wissen die ernsteste Gesetzestreue verbindet. N. k. Frankreich. Paris. n k'ranoe Osntrale theilt mit, daß die Kaiserin sich gegen Ende des Herbstes nach Jerusalem begeben wird; sie wird sür 2,000,000 Frcs. Geschenke mitnehmen, um sie dort zu vertheilen. Schweiz. Bern, 23. August. Laut dem „Schweizerb." geht der neueste Operationsplan der judenfeindlichen Partei im 'Aargau nun dahin, die Abberufung der Regierung zu erzielen, und falls dies nicht gelänge, den Austritt aus dem großen Rathe zu nehmen, um weitere Verhandlungen unmöglich zu machen. (B.) Bern, 11. August. Der Centralausschuß der Helvetia hat laut dem „Hdls.-Cour." iu einer Petition an den Bundesrath diesen angegangen, den gegenwärtigen Augenblick, wo die Unterhandlungen über den Handelsvertrag mit Frankreich schlummern, zu benutzen, um nochmals nachdrücklich dahin zu wirken, daß alle Cantone die bürgerliche Gleichstellung der Juden anerkennen. Man könne jetzt diese Reform durchführen, ohne das demüthigende Gefühl, daß man nur einer Forderung des Auslandes nachgebs in einer inneren Frage, in welcher es der Schweiz geziemt hätte, in Liberalität voranzustehen, statt hinter den übrigen civilisirten Staaten Europas zurückzubleiben. Aargau. Der Regierungsrath schlägt dem großen Rath in der Judenfrage folgenden Beschluß vor: Die Vollziehung des Gesetzes vom 27. Juni d. I., betreffend die öffentlichen Rechtsverhältnisse der aargauischen Israeliten, hat in der Weise stattzufinden, daß die politischen Rechte in eidgenössischen und cantonalen Angelegenheiten, welche den schweizerischen Israeliten nach Maßgabe des Bundesbeschlusses vom 24. September 1856 im Heimaths-, beziehungsweise im Nkederlassungs-Canton zustehen, von den aargauischen Israeliten zu Oberendingen und Lengnau in ihren Corporationsgemeinden, beziehungsweise in den Kreisen Zurzach (für Oberendigen) und Kaiserstuhl (für Lengnau), von den in anderen Gemeinden des Cantons niedergelassenen Israeliten in den betreffenden Niederlaffungsorten von nun an auszuüben sind. (G ingesan d Die israelit. Gemeindeverhältnisse und der neue Tempel in Preßburg. Es gibt nichts Höheres und Schöneres in der Wel^ als wenn man mit voller Seele die Lehre seiner Religion umfaßt, treu seinem Glauben anhängt und die Kraft in dessen Ausstiun-