Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 4 (1863)
- Issue
- Heft 35 (2.9.1863)
- Date
- 1863-09-02
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2446951-2447089-2447124--02103-2457415- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Beilage z« Nr. 35 des Israelit. Leitungsnachrichten u. LarrespmSeiyen. Deutschland. Mainz, den 26. August. A» die Redaktion des Israelit! Als Ihre Redactionsehre es erheischte, habe ich Ihnen mein Zeugniß über gottesdienstliches Wesen in Stuttgart nicht verweigert; mir sogar ausnahmsweise eine Schärfe des Ausdrucks angeeignet, die sonst meinem weichen Wesen widerstrebt. Verweigern nun auch Sie mir nicht die möglichst ungesäumte Aufnahme der gegenwärtigen Zuschrift an Sie in Ihre hochachtungswürdige Zeitschrift; diese Veröffentlichung ist für „mich" auch „Ehrensache" und peinvolle Gewiffensangelegenheit dazu. „Wenn ich auch die „„Position"" meiner früheren College», Rabb. in W., nicht mehr theile, so will ich wenigstens „„auf Lebenszeit"" die Ungunst mit denselben theilen, die theils jetzt schon auf uns lastet, und in Zukunst noch gewichtiger auf uns niederfallen könnte." Ich will „nie" und von „Niemand" bester angesehen sein, als „Einer" derselben. M Salem (Zum besseren Verständniß obiger Zuschrift mag Folgendes dienen: Herr Salem, ehemals Löwengart, war 23 Jahr lang k. Württ. Rabbiner und gehörte ebenfalls lange Zeit der sogen, mittleren Richtung an; er hat indessen bereits vor 5 Jahren freiwillig und zwar aus religiösen Gründen sein Amt niedergelegt, da jene mittlere Richtung sein Gewissen nicht mehr befriedigte. Die Redaktion.) München, 20. Aug. Die Fortschrittspartei hat an die Kammer den wichtigen Antrag auf vollständige Gleichstellung der Angehörigen sämmtlicher Religionsgenoffenschaften gestellt. Preußen. Creuznach, 23 August. Am Donnerstag den 5. Elul fand hier eine Feierlichkeit statt, die zu den Seltenheiten gehört und daher geeignet ist, in Ihrem geschätzten Blatte erwähnt zu werden. Es war nämlich am 5. Elul volle hundert Jahre, daß sich hier! die E'-rp «->2>i gebildet, und um diesen bedeutungsvollen Tag würdig zu begehen, bildeten sich, weil zwei Herren Gemeindevorsteher auch Mitglieder der x-Qri sind, ein besonderes Comite, in welches 2 andere Herren Gemeindevorsteher und 4 Gemeindemitglieder eintraten. Diese 6 Herren entwarfen, mit Zuziehung des Herrn Rabbiners, ein Programm der an gedachtem Jubiläumstage abzuhaltenden Feierlichkeiten, die auch schon mit dem Frühgottesdienste in der Art begannen, daß der Aelteste und die 2 Vorsteher der 'rr zur Thora aufgerufen wurden. Um 8 Uhr begaben sich die Mitglieder der ri in Begleitung des Herrn Rabbiners, des Gemeindevorstandes und mehrerer Gemeindemitglieder auf den Friedhof, um dort an dm Gräbern der in Gott ruhenden Stifter der zu beten. Während dies von Seiten dm x^ii-Mitglieder geschah, betete der Herr Rabbiner an dm Gräbern der verstorbenen Rabbiner und Thoragelehrten und alle andern Anwesende verrichteten ihr Gebet an dm Gräbern ihrer theuern Angehörigen. Nach Beendigung dieser Gebete lernte der Rabbiner in der Halle des Friedhofes einen Schiur, auf welchen ein Leidtragender L-'ip sagte. Mittags 2 Uhr füllte sich die Synagoge mit andächtigen Männern und Frauen und nachdem neun Psalmen rezitirt waren, hielt der Herr Rabbiner über dm Zweck der Feierlichkeit eine;sehr gehaltvolle und erbauende Rede. Am Schluffe derselben nannte der Rabbiner, mit der heiligen Thorarolle im Arme, die Gründer nebst allen seit hundert Jahren aus der Verstorbenen in dem Gebete mit Namen und machte den jetzigen Mitgliedern ein '2. Demnächst rezitirte man, einschließlich 'iwrr, nochmals 9 Psalmen und darauf begann das .-imQ-Gebet. Um an diesem denkwürdigen, ernstfeierlichm Tage der Fröhlichkeit den Eingang in die Gemüther wieder zu verschaffen und die Herzen wieder freudig zu stimmen, fand Abends in dem neu erbautm geräumigen Jacobiffchen Locale ein Festmahl statt, wozu die Mitglieder der «1211 -rp'ip als Ehrengäste geladen gewesen. Auf Anregen des Herrn Sigmund Marx wurde an der Festtafel eine Ceollecte zu Gunsten der Armen veranstaltet.