Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 4 (1863)
- Issue
- Heft 35 (2.9.1863)
- Date
- 1863-09-02
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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reichten Menschen ruck M wahrhaften Israeliten M bicken Md M ergehen; so sollten sie auch W socialer- Freundschaft zusammenstehen. Hiexausr wurde zur LösMg der fügenden Aufgaben geschrittm: 1) Sollen beim Unterrichte des Pentateuchs aus ethischen Gründen Stellen Überschlagen werden, Und welche dürften es sein? . x 2) Wie ist der Unterricht Ln der Bibel zu behandeln, wenn er dem Kinde ein fruchtbringender und wahrhaft jüdischer werden soll? Säwmtliche Lehrer interessirten sich lebhaft für diese Fragen; man einigte sich dahin, daß aus ethischen Rücksichten meleStellen zu überschlagen wären, und man bezeichnet dieselben.*) Dann ging man.zuyDrlchjgrmg der zweitkT Aufgabe über, und man war einig, daß die Bibel nicht blos lexikographisch und grammatikalischverständlich gemacht, noch weniger ihre Geschichte als ein historisches Object behandelt werden dürfe; vielmehr müßte sie der Jugend, mehr Gefühls- und Verstandesmenschen, als ein göttliches Wort gelehrt werden, welches den Geist erleuchtet , das Herz erwärmt und in welchen sie die beseligenden Wahrheiten finde, wodurch sie Liebe zu ihrer Religion und Anhänglichkeit an ihren Stamm erhalte. Es ist "nicht zu verkennen, daß sich die sämmtlichen Schulen des Rhönbezirks seit dem 22jährigen Wirken des Herrn Distr^Rabbiners Wormser, ganz besonders aber in den letzten drei Jahren sehr gehoben haben. Nur ist es zu bedauern, daß noch bei den meisten Gemeinden in unserm Distrikte der Lehrer, wensier auch mit dem größtenEifer zu Werke geht, als eine Last betrachtet wird. Möge doch beachtet werden: Jemehr *) Äsmerk, der Red.: Wir find nicht dieser Ansicht; -ei kleinen Kindern, und solche sollen es doch sein, die kernen, kann man Alles ohne die zeringste ethisch« Besorgntß durchnehmen; anders verhält es sich allerdings bei einem Pentateuch-Unterrichte in Verbindung mst dem Raschi-Commentar bet im Älter schon vorgerückten Knaben. In der unter unserer Leitung stehenden Unterrichts-Anstalt lernen dt« 6—10jährigen Knaben den gesammten Pentateuch ohne daß jemals eine verfängliche Frage gethan oder eine bedenkliche Aeußerung von Seit«r der Kinder gehört morden wäre. Es kömmt hiebei auch sehr viel «tf den sittlichen Ernst des Lehrers an. - ein Volk durch ,die Lehre gestiegen, desto mehr wird es zur Verbesserung der Schule beitragen, Wo aber hex Lehrer oder die Schule noch als Last angesehen wird, da kann letztere nicht erstarken, die Bildung nicht fortschreiten, sondern Rohheit und Verkommenheit müssen dort heimisch bleiben und jeden geistigen Aufschwung hemmen — Die Bildung eines Individuums auf dem Lande tritt nicht deutlicher zu Tage, als wenn vom Rabbiner, Lehrer und Schule die Rede ist. Nach Beendigung der Conferenz suchte man sich noch einige Stunden gemüthlich zu unterhalten, dann verabschiedete man sich mit dem Wunsche einer v"w. Der Nhönbeobschter. F e iL r l l e t o «. Auszüge von Erzählungen, Gleichnissen, Gedanken und Meinungenwie Erklärungen von Schriftsteller! aus hebräischen Werken. Von Zosepd liavvier: in vreolsn. Die Israeliten sind einer für den andern verantwortlich; wer durch Belehrung nützlich werden kann und damit zurückhält, er hat es zu erwarten, ^aß die aus Unwissenheit begangenen Fehler und Sünden Anderer chm zugeschrieben werden. Sanhedrin (Fol. 27,2). Was Hilst das Unterrichten? hört man oft sagen, der Gute ist ohne dies gut und der Schlechte achtet darauf nicht; ein Jeder besitzt das Vermögen, bei seinen Handlungen sich nach den Aussprüchen seines Gewissens und seines sittlichen Gefühles zu richten und wenn er diesen kein Gehör gibt, wird er sich einem fremden Wegweiser gewiß nicht anvertrauen. Das Denken über Pflicht und Schuldigkeit kann aber durch herrschende Vorurtheile und fehlerhafte Neigungen verfälscht und mißleitet werden und können auch ungewöhnliche Umstände und verwickelte Verhältnisse eintreten, wo der Unwissende, ohne es zu wollen, aus Mangel an richtigen und bestimmten Begriffen den heiligsten Verbindlichkeiten entgegenhandelt. Deshalb ist jeder Unterrichtete verpflichtet, durch gründliche und vollständige Belehrung über das, was Recht und Unrecht ist, seinen Nebenmenschen vor verderblichen Jrrthümern zu bewahren und seinen Eifer für das Gute zu belehen. (Hierbei eise Beilage.) Verantwortlich, Redaktion: Dr. Lehma»». — Vorlag der De kaux'schta Hofbuchhandlung. — Druck vo» I. SotlSlebeu in Mal«»