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Der Israelit · 1863-08-26 · Heft 34 (26.8.1863) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
4 (1863)
Issue
Heft 34 (26.8.1863)
Date
1863-08-26
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Beilage z« Nr. 34 des Israelit. Zeitungsnachrichten u. CorrrspsndenM. Deutschland. W»ürzburg, 11. August. Gestern fand hier unter dem Vorsitze des hochgeehrten Herrn Distrikts- Rabbiners Bamberger eine Conferenz der israelitischen Lehrer hiesigen Bezirks statt; ich erlaube mir ein kleines Referat hierüber mitzutheilen. Die Conferenz wurde von dem Vorsitzenden mit einer eben so passenden wie lehrreichen Ansprache an die Versammelten eröffnet. Die Ansprache verbreitete sich über den ersten Vers des Psalms 133: .->v IN' O'Ntt NÜN 7IO1, und hob den Werth solcher, den Jntressen unsrer h. Religion gewidmeten Versammlungen klar und deutlich hervor. Hierauf folgte Diskussion über die im Voraus den HH. Lehrern mitgetheilten wissenschaftlichen Conferenz-Themata, welche in würdiger Weise geführt, ganz schöne Resultate zu Tage förderte.*) Sodann gelangte man zur Besprechung innerer Angelegenheiten der Religionsschule, und der socialen Stellung unserer Religionslehrer. Von den in diesen Beziehungen gefaßten Beschlüssen verdient besonders hervorgehoben zu werden, daß die Versammlung sich einigte, bei dem eben versammelten Landtage, um Verbesserung der Verhältnisse jüdischer Religionslehrer zu petitioniren, und wurde zur Vorbereitung der nöthigen Schritte sofort ein Comitä erwählt. Möge der Erfolg ein recht günstiger sein! Am Schluffe der Conferenz wurden den Herrn Lehrern ein Theil der noch im Drucke begriffenen orthodoxisch-israelitischen Bibel zur Ansicht mitgetheilt, und war die Zufriedenheit damit so allgemein, wie die Unzufriedenheit mit der in der vorigen Conferenz vorgelegten Philippson'schen Bibel-Ausgabe. Der Wunsch nur blieb übrig, das Werk bald vollendet zu sehen. Der Nutzen derartiger Conferenzen ist unstreitig, abgesehen von der intellektuellen Seite, schon deshalb *) Anmerkung der Red.: Wir hätten ausführliche Mitthetlungen hierüber gewünscht.; ein bedeutender zu nennen, da hierdurch die Lehrer sich persönlich einander näher rücken, und in ihrem! Diensteifer sich einander zu kräftigen und zu heben nicht verfehlen. Mit Recht läßt sich darauf der erwähnte Vers anwenden: „Wie gut und angenehm ift's, wenn Brüder zu gemeinsamen Zwecken vereint sind." L.. Oesterreichifcher Kaiser st aat. Aus Ungarn. (Schluß.) Mit Freuden begrüßte daher Oberr. L. in der Schulinsp.-Frage eine solche überaus günstige Gelegenheit. Um sich nicht wieder zu verrathen hielt er, der sonst bei allen Anlässen zu allererst das große Wort führt, mit seiner Meinungsäußerung zurück, und erwartete: es würden die Gemeinden abermals zu einer Konferenz zusammentreten, wo H. L. auf dringendes Verlangen seine Gemeinde vertreten und leicht einige Strohmänner finden werde, welche gerne Pathenstelle übernehmen würden bei dem völlig umgearbeitet und m neuester Auflage zu erscheinendem Plane von Anno einundsechzig, zufolge dessen die Gemeinden der h. Statth. die Bestallung von 4—5 aus dem Schulfonde gut besoldeten Distriktsschulinspektoren vorschlagen sollten. Oberrabbiner L., der sich durch seine bibl. Geschichte auch im Schulfache unsterblichen Ruhm erworben, würde unfehlbar irgend eine bescheidene Stelle hiebei erhalten, etwa die eines wirklichen, Oberlandesschulinspektors. Aus einem solchen Jnspectorenkolleg. unter solcher Präsidentschaft ließe sich dann leichtem Consistoriumoder, was noch besser klingt, ein Kirchenrath escamotiren, und was Anno sechzig und eins mißlungen, wäre nun dennoch zu Stande gebracht. Aber ach! die täppischen Gemeinde- Vorstände machen einen gewaltigen Strich durch diesen feinen Calcule. Von einem höhern Instinkt geleitet unterlassen sie alles Conferiren und erwiedern uniLovo auf den an sie ergangenen h. Erlaß, ohne früher das Orakel zu Szegedin befragt zu haben; es sei am zweckmäßigsten, wenn die jüd. Gemeinden kleine Schulbezirke in ihrer Mitte bildeten, mit der Ueberwachung der Schulen in den dortigen Bezirken Männer ihrer Wahl betraueten, welche die auf sehr wenige Schulen eingeschränkte und daher mit geringer Mühe verbun-

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