Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 4 (1863)
- Issue
- Heft 34 (26.8.1863)
- Date
- 1863-08-26
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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zehn Interessenten itz diesen Tagen stattgefunden hat. Nur zwei ehemalige. ThrDnshmer der Mst so berühmten RaMnevie bleiben m ^Königsberg wohnen, darunter die fromme gottssfürchtige Frau Dedorah Pollak, die ehrwürdige Matrotte des orthodoxesten Hauses. Die Armen, besonders aus Polen, zittern bei dem Gedanke«, ihre allzeit freigebige Wohlthäterin könnte am Ende wie die übrigen Interessenten auch nach Berlin übevsiedeln. -- Einer der gesetzestreuesten und biedersten Männer Danzigs, dem schon oft Rabbinatsstellen augetragen worden sind , ist—p'iu — Herr Laasar Auerbach, von dem wir bald einen Commentar über den Pentateuch zu erwarten haben. Arme indische Gelchrte haben schon oft die stets bereitwillige Gastfreundschaft seines Hauses kennen gelernt. Eine Gemeinde, die diesem selten braven Manne, dem einst sehr reichen Kaufmanns, dem wahren vr-u eine sorgenfreie Stelle zuwiese, würde sich selbst nur ehren. U. Union ü O e ste r re i ch i s ch e r Kaiserstaat. Wien, 1. Aug. Die in der letzten Zeit häufiger vorgebammenen Judenkrawalle sind, so zu sagen, die letzte« Ausläufer des nationalen Fanatismus. Ohne gerade dem Nationalitätsschwindel allzuschroff entgegen zu stehen, sind die Juden doch viel zu kosmopolitisch, um sich auf die Höhe der Begeisterung eines jungen Slavonen oder gar eines Magyaren schwingen zu können. Die Apostel der Nationalen haben daher den Juden längst schon Rache geschworen, und so mag denn ein kleiner Krawall das beste Mittel sein, die Söhne Israels etwas ernzuschüchtern. Zum Glück aber ist die Regierung stark genug, um alle derartigen Ausschreitungen rasch zu unterdrücken. Ich glaube bei dieser Gelegenheit auf die neueste Schrift des vr. Wolf aufmerksam machen zu sollen, welche unter anderm eine aus dem Jahr 1848 datirende Denkschrift des dermaligen Justizministers Schmerling über die Judenfrage enthält. Herr vr. Wolf hat nämlich eine äußerst interessante Zusammenstellung der seit Jahrhunderten vorgekommenen Judentausen veröffentlicht, in welcher unter andern auch drei Fälle Vorkommen, wo die von jüdischen Eltern angefochtene heimliche Taufe ihrer unmündigen Kinder nicht aufrecht eiHalte« wurde. Die vielen Acten und BebsM zu dieser intevesfttnLen Schrift hat der Verfasser ans den Archiven der verfchiedeuen Ministerien geschöpft. Die kafferliche Regierung hat dem Verfasser der erwähnten Schrift bHufs des Studiums der auf die Gchchichte der Juden Bezug habenden Quellen alle Archive mit der größten Liberalität zur Verfügung gestellt, -und verdankt die jüdische Geschützte dieser kaiserlichen Mumficenz mehrere schätzbare Monographie«^ Aus UnAL««. Die Erklärungen der jüdißh. Gemeinden bezüglich der hohen Orts angeregten Am) stellung jüd. Schulrnspektoren, sind, wie das Amtsblatt Sürgöny meldet, vollkommen übereinstimmend und einmüthig ausgefallen, was gewiß höchst erfreue lich und um so merkwürdiger ist, da hierüber zwischen den Gemeinden kein Meinungstaufch oder irgend eine Verständigung gepflogen wurde. Diese Einmüthigkert muß aber als ein wahrhaftes Wunder angeftaNut werden, wenn man erwägt, daß der diesbezügliche h. Statthalterei-Erlaß von keinem einzigen Gemeinde- Vorstände -richtig ausgefaHL wurde, wie dies vom Hr. Oberrabb. Löw in seiner weltbekannten Bescheidenheit unwiderlegbar nachgewiesen wird; seine eigme rmfchlbare Interpretation aber im B. CH viel zu spät erschienen ist, um als Richtschnur benützt weiden zu können. Warum waren aber die Gemeindevorstände auch so vorwitzig und übereilt? Warum warteten sie nicht, bis der Verfasser der eherechtlichen Studie« der um das gesammte Judenthum und ganz besonders um das ungarische sich unendlich verdient gemacht, indem er die Manen Chorins aus dem Laude der Vergessenheit herausbeschworen und die Zulässigkett des jüd. Eides mit unbedecktem Haupte demonstrirt hat, bis dieser unermüdliche Schreiber von nmwri auf rii-UV, die Niemand ihm vorlegt, über die jüdische Schnlinspektorenfvage das Urtheil feiner Allwissenheit verlautbart hat? Nun müssen sie diese Unterlassungssünde schwer büßen, und die Einstimmigkeit ihrer Antworten ist Beweis genug, daß sie von Hrn. L. nicht beeinflußt wurden. Jndeß hat das hierdurch vom Hrn. Löw gegebene glänzende Beispiel von liebenswürdiger, einem Rabbinen zumal überaus zierender Demuth auf uns mit solch hinreißender Macht gewirkt, daß wir bescheiden genug sind zu behaupten: Es habe Niemand außer uns die Auslassung Löw's über die allgemein irrige