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Der Israelit · 1863-08-26 · Heft 34 (26.8.1863) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
4 (1863)
Issue
Heft 34 (26.8.1863)
Date
1863-08-26
Page
– (sequence 2)
Language
German
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414 wir nicht, auch der von d.^Z. d,J. sogenannte Thronsitz des ObscurarrtismM M reHn« .ist.. pLie Mraec liten der nordöstlichenHLaMeWeikeH MrWliren sich übrigens, daß sie dDseK MroMtze H nHe' sind, ' und kehren sich gar nicht nach dem Lichte der Residenz und ihrer atheistischen Frivolität. Ein besonders günstiger Umstand scheint es dem Kor. d. Z. d, H. .zu sein-, daß unsere Krbbiney der mittlerenMichMtz dev'ThMsgie stGen; nnrsisollen mit ihm darüber nicht rechten; hier zu Lande will man bemerkt haben, daß es sich mit der Richtung vieler unserer Rabbinen ohngesähr so verhalte, wie bei je-, nem Bedienten, welcher, von seinem Herm beauftragt, nach dem Wetter zu schauen, mit der Antwort zurückkehrte: Herr! es ist heute gar kein Wetter — aber Wind — viel Wind. Uebrigens ist eine solche mittlere Richtung für einen Rabbiner eine höchst bequeme Sache. Mau .sEenWem und feine Milch? «a man will, speist Käse und Kirchen, wo man bekömmt, und wäre es bei einem KirchweihtaiHe, man rasirt seinen Haut und thut noch das und jenes, was man vor dM ästhetisch gebildeten Ohren eines Reformers nicht aussprechen darf — und entscheidet vorkommende nach demselben Jore-Dea, in welchem das Alles verboten ist; diese mittlere Richtung macht es möglich, in Landgemeinden sich für gesetzestreu auszugeben, gegen das Kirchenregimevt in Stuttgart aber die wahre Seite herauszukehren, dem zeitgemäßem Fortschritt zu huldigen, welcher bald nicht blos über 'v*2"V"n sondern auch Wer wird fortgeschritten fein. Die württembergische Ordnung, von welcher man in d. Z. d. I. schon so viel Schönes zu lesen bekommen hat, mag sich an der Elbe und am Rheine auch etwas besser ausnehmen, als am Neckar. Wir sehen hier von der Ordnung im Gemeindehaushalte ab, um welche unsere weise Regierung viele Verdienste hat, und sprechen von der Ordnung beim Gottesdienste; drefe ist aber nirgends schlechter als bei uns, das beweist jeder Württemberger, wenn er eine Synagoge in dom benachbarten Bayern oder Baden besucht. Der Grund dieser Erscheinung ist unschwer aufzufindeu. Man hat es bei uns nie versucht im Namen wahrhaft jüdischer Frömmigkeit (O'Or? rni') Ordnung zu schaffen, mau hat sich nie aus die trefflichste Synagvgenordnung, den berufen, sondern man hat Ordnung blos tm Namen der Reform kommandirt, daher nie die richtige Grundlage gesunden und den Widerspruch der Frommen um so mehr herausgesorturt, da man nicht Ruhe und Stille, sondern Verstummen anordnete. Ist man ja so weit gegangen, das Rei'pondiren, bei,p"n unter Strafandrohung z« verbieten und auch das laute Ausrufen des PON zu untersagen. Ebenso hat man die Leute durch Strafe gezwungen «sd zwingt fie in maychm Gemeinden noch iyuner, die Predigt anzuhHßst, wie dies-Hedsn ds Agmsche Inquisition gethW. Ordnung nMß in-der HHaaoge herrschen, nicht «MM^.der Änftmrd, -Hoeil .Mß^Religion es gebietet. Wenn mir aber die Reform. Vorschriften macht, die dem Ritualgesetze geradezu entgegenstehen, die darauf hinauslaufen, auch das Anlegen von Talis und Tephiliy,. als unanständig zu brandmarken, wenn sie mH Zwingen willbeim fttd. GdtteMenste, dessen Grundprincip die Selbftthäiigkeit sideS einzelnen Gemeindegliedes ist, wie ein das Gewehr präsentirender Soldat da zu stehen und nur Auge und Ohr für den in der Lutherskutte und dem zur Stola umgeformten Talis celebrirenden Priester zu haben, dann rüttle ich an jedem Riemen dieses Gewissensjoches und löse auch die Baude, die ich mir im Namen der Religion gerne gefallen ließe. Darum constatiren wir hier, daß in den meisten Synagogen Württembergs 4e«e Ordnung herrscht und daß die frühere Synagoge Stuttgarts vor der Einweihung der neuen ein wahres Muster von Unordnung war. In der jetzigen Synagoge machen allerdings die fast leeren Bänke wenig Lärm. Sy sind wir denn an die religiösen Zustände Stuttgarts gekommen, die selbst den sehr nachsichtigen Kor. d. Z. d. I. nicht ganz befriedigen. Wir von unserem obscuranten Standpunkte aus hätten nun freilich ganz andere Wünsche, als regere Theilnahme an dem Lit.-Verein und der Bibelgesellschaft. Es ist gewiß kein kleinlicher und beschränkter Maßstab, wenn man bei der Beurtheilung des religiösen Geistes in einer jüd. Gemeinde von der Sabbatfeier ansgeht. Wenn nun in Stuttgart mindestens der Gemeinde den Sabbat öffentlich und gröblich entweihen, sowohl durch Geschäftsbetrieb als des Vergnügens und Genusses wegen; wenn sich kehr wahrscheinlich auch unter denen, die sich grober Sabbatschändung enthaften, keine fünf Personen finden, die den Tag des Herrn in vorgeschriebener Weise feiern; wenn man der — mirakile äiotu — von der Kanzel ergangenen Aufforderung, nur während der Predigt die Geschäfte zu schließen!! nicht einmal Gehör schenken wollte: so fragen wir, ob das noch schlimmer sein könnte, ob eine solche Gemeinde noch den Namen einer jüdischen zu tragen berechtigt ist. Und doch besteht die Gemeinde Stuttgart zu -'/w aus Landleuten, welche erst seit 12—15 Jahren dahingezogen sind und von Hause noch ein ansehnliches CWtzal «on Religiosität mrtgenommen hatten; wenn diese sobald insolvent geworden sind, welchen Kredit können, wir der Generation schenken, die unter solchen Einflüssen anftvächst. Dach schm wir uns nm, wie es mit den JnstitutimwL der Gemeinde steht. Die Hauptimftzaben einer israelitischen Gemeinde sind: Thorastudinm» Gottesdienst und werkthätige Bruderliebe .-nwp /wm

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