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Der Israelit · 1863-08-05 · Heft 31 (5.8.1863) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
4 (1863)
Issue
Heft 31 (5.8.1863)
Date
1863-08-05
Page
– (sequence 8)
Language
German
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380 wieder Bemerkungen über die „Juden," wie der Pöbel (der zerlumpte sowrhl, wie der elegant gekleidete) sie eben über Andersgläubige zu machen pflegt. Nach 9 Uhr hörte man plötzlich ein Fenster klirren, ich weiß nicht, ob eingedrückt oder eingeworfen. Das Klirren der Scheibe machte ein fast komische Wirkung auf die Menge, indem sich Alles, wie auf einen Schuß zur Flucht wendete. In einer kleinen Entfernung sammelten sich die Leute jedoch wieder, und die Gassenjungen trieben nor dem Hause wieder ihren Spott. Jedoch war unter ihnen schon eine sichtliche Ermattung eingetreten. Sie ließen die Korbträger oder sich durchzwängende Wagen schon passiren, ohne dabei das frühere Freuden- und Hohngeschrei aufzuschlagen. Sie fingen offenbar schon an, sich zu langweilen, und wären höchst wahrscheinlich nach einer kleinen Weile von selbst, und die anderen Leute natürlich mit ihnen, nach Hause gegangen, ohne daß es nöthig gewesen wäre, deßhalb einen großen Theil der Garnison, mit dem General an der Spitze, ausrücken zu lassen. Als das Militär um halb 10 Uhr erschien, stob Alles augenblicklich auseinander. Alle Straßen, welche zur Donau führen, wurden abgesperrt, und die Ruhe war wieder hergestellt. (Presse.) PreHburg, den 24. Juli. Gestern — Donnerstags — hielt Herr Rabbiner Fischmann einen Trauergottesdienst ab um das Hinscheiden des berühmten Rabbi M. S. Ettinge, w.i 'iviSO ^2 von Lemberg, des Nabb. S. Ullmann von Mako und des verstorbenen Chacham Baschi von Jerusalem. Der fast dreistündige Vortrag war äußerst ergreifend; Redner ermahnte namentlich die Eltern zur Erziehung ihrer Kinder in der Thora. Als er sich zum Ende niedersetzte und das sprach, weinte die ganze zahlreiche Versammlung. Diese Rede wird ihres Eindruckes nicht verfehlen und so bewahrheiten das Wort: Das Andenken des Gerechten ist zum Segen. 8. 8vbmel2, R.-O. aus Osiivieiu. Donaufürstenthürmer. Bukarest, 13. Juli. Der hiesige Rabbiner, Herr M. L. M alb im, Verfasser des berühmten Werkes v'i.-ns dp 's ,-NLv.n u. a. m. hielt gestern einen Trauergottesdienst um das Hinscheiden zweier großer Männer in Israel, des Rabbiners Mordchai Säw Ettinge, O'Ti in Lemberg, und des Rabb. Michel Krasnipoler in Brody in der jetzt renovirten großen Synagoge. Mehr als 1500 Zuhörer zerflossen in Thränen. Feuilleton. 3k e n i e n von Sorrruauu ^VarsvUauvr, Breslau. I. IVU Niemanden halt' für so schlecht, daß er nie mehr könnte sich bessern, Nur ein Engherziger schleußt Andern der Besserung Thor. Niemanden halt' für so gut, daß er niemals könnte sich irren. Hießen wir Menschen, wenn wir wären von Fehlern stets frei? II. Jesam und seine Erklärer. So wie die Welle, bald ruhig und sanft, bald brausend und schäumend Von den Stürmen gepeitscht, floß dein erhabenes Wort. Dich zu verstehen vermag, weß Herz von den Stimmen des Mitleids Für das Volk wird erregt, das du so innig geliebt. Deinem Worte auch naht von jeher der verzweifelten Deutler Waffenkundige Schaar, — aber die Lanzesie bricht. Und wie sollte dies nicht? Sind die Helden doch Israel gestorben, — Sie, die Berechnung allein läßt an der Form nur sich müh'n. (Hierbei eine Beilage.) Verantwortlich» Redaktion: Dr. Lehman». — Verlag der Le Roux'fchen Hofbuchhandlung. — Druck von I. SottSlrbr« in Mainz.

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