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Der Israelit · 1863-08-05 · Heft 31 (5.8.1863) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
4 (1863)
Issue
Heft 31 (5.8.1863)
Date
1863-08-05
Page
– (sequence 6)
Language
German
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378 rere beim Aufruf zur Thora 14 Sgr. 8 Pf.; H. Löwenstein in Gemen bei mehreren Beschneidunsen gesammelt 1 Thlr. 10 Sgr.; r>'2NO von Gemen 15 Sgr. (kann zu diesem Zwecke verwendet werden da es früher .-ipiü^ nsiptz floß); von ihm selbst auf der Hochzeit von Moses Mendel und Bella Cohen in Coesfeld gesammelt 1 Thlr. 20 Sgr. 4 Pf.; Summa 4 Thlr.; abz. Porto 6 fl. 36 kr. Zeitungsnachrichten n. Corrrspondrryen. Deutschland. Mainz, 27. Juli. Wir können uns nicht versagen, Herrn S. Bloch, Hauptredacteur des Univ. Jsr., hiermit öffentlich mitzutheilen, welche große Anerkennung sein von uns in Nr. 29 veröffentlichter Artikel: „der 9. Ab" bei allen unsern Lesern gefunden hat. Sogar christliche Zeitungen haben sich rühmend darüber ausgesprochen. — Von der Regnitz, 21. Juli. Im Mai 1850 wurde der erste Jsraelite in Nürnberg in den Gemeindeverband ausgenommen, nachdem „die kaiserlichen Kammerknechte" gegen Ende des 14. Jahrhunderts ganz aus der Reichsstadt vertrieben worden waren. Sie siedelten sich zwar im benachbarten Fürth an, fanden aber dort nicht den gehörigen Spielraum, weshalb sie immer wieder, trotz aller Plackereien, mit Nürnberg in geschäftlichen Verkehr traten. Nach einem Rathserlaß von 1773 erhielt ein Jude Einlaß in die Stadt Nürnberg nur an zwei Thoren, und mußte für einen Tag Aufenthalt 45 kr. an den Stadtpfänder und 15 kr. für ein ihn auf allen Wegen begleitendes altes Weib bezahlen- Kein Jude durfte in Nürnberg übernachten, in keinem Hause eines Christen ein Gewölbe zu Geschäften benutzen, auf dem Markte sich nicht sehen lassen, und ebenso gehässig waren die Bestimmungen über den Landesproductenhandel rc. Im October 1800 wurde der Judenzoll zwar aufgehoben, aber dagegen der Thorzoll auf 7 kr., der Legitimations-, schein auf 30 kr., die Erlaubniß zum Uebernachten auf 1 fl. Gebühr festgesetzt. Gegenwärtig wohnen in Nürnberg 153 jüdische Familien, die eine Schule und ein Gebethaus einrichteten: man ist daran, einen Friedhof zu erwerben, zu welchem Zwecke der Bankier Cahn soeben 1000 fl. offerirt hat, mit dem Versprechen weiterer Gaben, wenn die Mittel nicht reichten. Bemerken wollen wir noch, daß voriges Jahr ein jüdischer Kaufmann an seinem Knäblein die Beschneidung nicht vornehmen ließ, was nicht wenig Anstoß hervorrief, zumal der rituelle Act bis jetzt noch nicht vollzogen ist. Zwei Privatgesellschaften verweigern die Aufnahme von Juden; im Museum, wo die Elite Nürnbergs sich versammelt, fanden bis jetzt 15 solche statt; unter den jüdischen Bewohnern Nürnbergs befinden sich zwei Advokaten und zwei Aerzte. München, 24. Juli. In der heutigen Magistratssitzung kam wieder einmal das noch immer geltende sogenannte Judenedict vom Jahre 1813 zur Anwendung. Ein gewerbtreibender Jsraelite aus Preußen hat nämlich eine reale Schneiders-Gerechtsame in München um 250 fl. erworben und auf Grund dieses Kaufes um die Ansässigmachung nachgesucht. Der Magistrat fand zwar keinen Grund zur Beanstandung, durfte jedoch die Bewilligung nur unter dem Vorbehalte ertheilen, daß Petent vorher das Jndigenat erhält, weil nach §. 11 des citirten Edicts „die Einwanderung der Israeliten in Bayern verboten ist." Oesterreichischer Kaiser st aat. Wien, 18. Juli. Der Ausschuß zur Revision der Notariats-Ordnung, beziehungsweise der Ausmerzung des Artikels 7, der israelitische Candidaten von der Zulassung zum Notariate ausschließt (Mühlfeld'scher Antrag), hat den Antrag mit 8 Stimmen gegen 1 angenommen. Wien, 23. Juli. Mühlfeldt's Antrag auf Zulassung der Juden zum Notariat, sowie der Antrag auf Einsetzung eines Finanzausschusses werden vom Hause der Abgeordneten ohne Discussion genehmigt. Die Polen stimmten und wählten mit. Linz, den 9. Juli. Mancher, der heute Früh, auf der Donaubrücke lustwandelnd, die Fenster des Verzehrungssteuer-Linienamtes in der Morgensonne blinken sah, ahnte wohl nicht, daß diese Fenster nur wenige Stunden früher von Steinwürfen waren zertrümmert worden — und doch war es so. Der Platz' vor jenem Amtsgebäude war gestern in den späten Abendstunden der Schauplatz eines so argen Exceffss,-

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