Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 4 (1863)
- Issue
- Heft 30 (29.7.1863)
- Date
- 1863-07-29
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2446951-2447089-2447119--02036-2457343- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
370 als Rgbhiirer auf den hier vacanten Rabbinerposten berufen, und sieht man seinem Eintreffen mit größter Sehnsucht entgegen , weil von Seite der ganzen hiesigen Gemeinde die schönsten Hoffnungen an seine Wirksamkeit als Seelsorger geknüpft werden. Holland. Aus dem Haag, 18. Juli. Die Generalstaaten haben bekanntlich den Handelsvertrag mit der Schweiz verworfen, weil die Israeliten in einigen Cantonen den übrigen Bürgern nicht gleichgestellt werden. Banquier Bischoffsheim in Paris hat in Anerkennung dieses Beschlusses dem Bürgermeister von! Amsterdam eine bedeutende Geldsumme zustellen lassen, j zur Begründung einer Stiftung, die Mitgliedern aller! Bekenntnisse zu Gute kommen soll. (Nat.-Z.) Frankreich. , Aus Frankreich, Ende Juni. Süd-Frankreich grenzt an Spanien, und das Land Roussillon hat sogar das Glück gehabt, von dem Erfinder der Inquisition regiert zu werden. Daß man sich aber im Jahre 1863 auf ein von Ferdinand dem Katholischen im Jahre 1493 §n Perginan unterzeichnetes Edikt berufen werde, um die Candidatur eines „Juden" für den französischen gesetzgebenden Körper zu bekämpfen, würde sich jener König wohl nicht haben träumen lasten. Und doch hat ein Herr Tolva, im Auftrags seiner Partei, einen Brief an Herrn I. Pereire in vielen Tausenden von Exemplaren verbreiten lassen, der u. A. auch auf Grund besagten Edicts, welches sämmtliche Juden, zur großen Freude der Einwohner von Perginan, aus dem Lande trieb, den Nachweis führen will, daß dort ein Jude nicht Candidat sein könne, wenigstens nicht im Lande Foix und Roussilon. Jedoch ist dies nur die Einleitung des Briefes; der weitere Inhalt aber kann sogar für manche deutsche Blätter als mustergiltig betrachtet werden, denn er besagt im Grunde nichts Anders, als daß die Juden stets eine speeielle Neigung hätten, Christen zu maffacriren, und dies wird erläutert, durch die Ermordung des Pater Thomas in Damaskus, im Jahre 1810, „einer Thatsache unter Tausenden". Dies Aktenstück ist mehr als eine blos individuelle Kundgebung, denn es ist von dem Geiste der Partei eingegeben, welche das Jubelfest der Bartholomäusnacht von Toulouse feiern wollte.'!! Schweiz. Bern, 17. Juli. Der Bundesrath berieth die! Vorlage an die Bundesversammlung bezüglich der! Judenfrage; zugleich forderte er Aargau auf, energisch auf Einbürgerung der Juden bedacht zu sein. F e u Trost in Leiden von L. ins Hebräische übertragen von 3. 8. Ln ^llova. Wenn die Erd' dir beut kein Glück, Wenn dir Leid beschieden; — Wenn ein finsteres Geschick Dich verfolgt hienieden, — Blick getrost ins Jenseits hin; Mußt du hier entbehren, Wird der Seeligkeit Gewinn Sich dir dort vermehren i l l e t o n. i Warte Aufrichtiger! Dulde Redlicher! denn erst die Zukunft ist des friedlichen Mannes. Ps. 37,37*) ,12 2X NYK "Oy Xd.7! *) Nach S. Plessner in seinem Unmerk, nä §. 332 —. S. Glossen 'Dl' zur Stelle. —