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Der Israelit · 1863-07-29 · Heft 30 (29.7.1863) · page 13

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Journal
Der Israelit
Volume
4 (1863)
Issue
Heft 30 (29.7.1863)
Date
1863-07-29
Page
– (sequence 13)
Language
German
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371 (zum : Hin ist der neunte Ab — der Tag, An dem dein Glanz in Asche lag. Dein frommer Sinn — er weilte dort, Wo einst gegrünt des Sängers Wort. Steh auf! mein Volk! und weine nicht! Erleuchtet von dem Gotteslicht, Sprach dein Prophet: „die Blume dorrt, Doch ewig sprosset Gottes Wort! „Der über dich einst goß die Nacht Läßt schau'n dich auch des Tages Pracht; Sieh'st du in ihm nur deinen Hort, So reifet schnell.sein heil'ges Wort." Drum halte fest am alten Bund Und wühlt auch auf den Meeresgrund Ein Sturmwind, — flieht dem Aug' der Bord. — Verzage nicht, — trau' seinem Wort! Und wenn die Fluth wild wächst und steigt, Nur Muth! Er winkt. — die Windsbraut schwingt, Die Sonne lacht — und in den Port Der süßen Ruh' bringt dich sein Wort. Willst Zions Tempel bald du seh'n? Laß Zions Lehre nicht verweh'n! Für Wahrheit kämpfe fort und fort Und schöpf' den Trost aus Gotteswort. — Lreslau. Üerrmaim Warschauer. -- Psalm 115. Nicht um uns, nein! dich zu ehren, Zeig uns deine Gnad', o Gott! Soll der Heide lang noch nähren Mit den Worten seinen Spott? „Wo denn weilet, den sie loben, Der auf sie barmherzig sieht?" „„Unser Gott, er thronet oben, Und sein Wille, er geschieht. Formen nur sind ihre Götter, Eitles Silber, goldner Tand, Ihre allgewalt'gen Netter Schuf die schwache Menschenhand. Und mit einem Mund versehen Sind sie — doch sie sprechen nicht. Grollend ihre Augen stehen, Aus den Augen strahlt kein Licht. Ganz vergeblich es erklinget Für ihr Ohr, so laut man ruft, Und in ihre Nase dringet Niemals, nie hinein der Dust. Tod stets in den Armen weilet, In den Füßen ruht er auch, Ihrer Kehle nie enteilet Eines Wortes leiser Hauch. Ihnen gleicht, wer sie geschaffen Mühevoll ein Werk der Kunst, Wem sie sind des Schutzes Waffen, Wer erflehet ihre Gunst. Israel! auf Gott vertraue! — Er ist ihm ein Schutz und Schild — Ahron's Haus! auf Gott nur baue! — Er beschirmt es treu und mild. — Die auf Gott ihr lenkt die Blicke, Ihm, der ewig ist und mild, Stellt anheim ihm die Geschicke! — Ihnen ist er Schutz und Schild. —"" Gott bedenket uns, er spendet Israel Segen immerdar, Seines Segens Fülle sendet Er der heil'gen Ahronschaar. Ja, er segnet, die ihn ehren, Segnet Alle, Klein und Groß. Seine Gnade mag euch mehren, Segnen eurer Sprossen Schooß. In des Himmels lichten Räumen Thront der Meister seiner Welt Und der schwachen Menschen Träumen Wies er an das Erdenzelt. Nicht, wer todt ist Gott lobsinget, Nicht, wer ruht in Grabesnacht, Aber fort und fort erklinget Unser Preis der Gottesmacht. Lreslau. llerrmauu Warschauer. Psalm 128. Heil dem Manne, den beseelet Eine wahre Gottesscheu, Der die Bahn des Herrn erwählet, Darauf wandelt rein und treu. O, welch' Glück ist dir beschieden! Welche Freude dir bescheert, Wenn im holden, sanften Frieden Deiner Hände Müh' dich nährt; Wenn im Hause wie die Reben Deine Gattin blühet, frisch Wie des Oelbaums Zweige leben Deine Kindlein um den Tisch. Sieh! so wird der Mann belohnet,

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