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Der Israelit · 1863-07-29 · Heft 30 (29.7.1863) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
4 (1863)
Issue
Heft 30 (29.7.1863)
Date
1863-07-29
Page
– (sequence 10)
Language
German
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368 auch lange schon manches Herkömmliche, weil nicht zeitgemäß, von dem Director vr. Frankel gemächlich gestrichen worden ist? Aber edle Motive, um nicht zu sagen Metalle, echt jüdische Anschauungen, echt brüderliche Rücksichten machen in der Jetztzeit aus Reformern Hyperreformer, aus milderen Orthodoxen Reformer *): „Es kann ja nicht immer so bleiben dort unter den Wechseln des Monds" sagen die Gelehrten des Kladderadatsch, und ihnen stimmen manche feurige jüdische Kanzelredner der Neuzeit bei. „Man hat zu befürchten, daß, wenn nicht der Gottesdienst modificirt und christianisirt wird, viele ein Valet dem Judenthum dann zurufen und Sonntags mit vr. Luther's Bibel nach der Kirche wandern werden. — Sprach ja vr. Geiger oft es aus l Mein Ruhm ist es, viele dem Judenthum erhalten zu haben. **) Betrachtet ihr jene noch als Juden, die je den Gedanken hegen, sich ihm zu entfremden? Warum ahmt ihr nicht Mose nach, ihr Seelsorger, um nicht zu sagen Selbstsorger, warum seid ihr nicht ehrlich, wie jener große Lehrer und rufet nur-' Wer dem Ewigen angehöret, der trete zu mir! (Exod. 15. 24.) Nicht ein Häuflein, große Schaaren würden eure Anhänger sein, wenn sie sehen würden, daß ihr es ehrlich meint. Hat je einem wackern Seelsorger ein Anhang gefehlt? ***) Wahr ist das Wort Jesaias— wahrer wie jetzt war es fast nie .17.1 Op.i 'iLNO i'.-m (9.15). Geschickt werfen die Reformer den Diskus nach dm jüdischen Herzen, das jüdische Herz wird getroffen, es stirbt-der jüdische Geist entert -Leugne, wer leugnen kann! Nun zu vr. Geiger's Abschiedspredigt. Sie wird im Druck erscheinen, wenn den Zeitungen zu glauben ist. Da ich jedoch fest überzeugt bin, daß Sie sich dieselbe nicht kaufen werden, so theile ich Ihnen ihren Inhalt in knappstem Gewände mit. Der Rabbiner sprach am 4. Juli vor einer dicht-! gedrängten Zuhörerschaar Stunde bald gerührt, bald ernst über sein Wirken, über sein Streben, über *) Ihre Organe redigiren Szanto, Löw und der Bonner Rebbe — nein — Naturphilosoph. **) Cicero hätte über den Ausspruch zwei Seiten geschrieben und es seinen Paradoxen adjicirt. ***) Rühmenswerth ist vr. D. Güdcmann in Magdeburg, der schon viele Philipps.-Jnstitutivnen aufhob. seine angenehme Stellung zu seiner Gemeinde, ermahnte sie vorwärts zu gehen, nicht Oibrro sondern (Berachoth Perek 9 üve), warnte vor einem Nachfolger, der mittelalterliche Ideen predigen könnte, erklärte seinen Abgang als Fügung Gottes (yuousyns tanäsrn patisntia 6to. dachte ich), auch hervorgerufen durch einen Fehler, den er nicht weniger wie seine Gemeinde begangen hätte und schwur ihnen ewige Liebe und Treue. Recht hat Geiger gesprochen, wenn er die Etymologie der Worte im Auge gehabt hat. Er war eine po8688io travHuilla. Die große Einnahme konnte ihm wirklich das Leben ruhig machen. ^2178 OX. Reich beschenkt, aber keineswegs so ehrenvoll entlassen, wie es der eifrige Seelenhirte gehofft hatte, weilt er jetzt in Kolberg, und tritt mit dem ersten August seine Stelle in Frankfurt am Main an. Worüber er sprechen wird? Ob über iQM im nicht jüdischen Geiste? Doch wen soll er, der auch keines Trostes bedarf, dort trösten? Trauer um Jerusalem! Narrengefasel! schwärmerische Illusionen entsprungen den: Hirngespinste schwarzer Fanatiker, Jnconvenienz und Absurdität im 19. Jahrhundert, verzweifelte Phantasie der rückschrittelnden Mucker! vbi 1,0116, u>! patria sagte Teurer, sagen die Reformer. Aber es ist nicht anzuzweifeln, daß die Meisterschaft des gefeierten Kanzelredners in jenen Vers einen Sinn hineinlegen kann, der die Hörer mit Bewunderung für den Heros erfüllt. Vielleicht tröstet er die Gemeinde über den Verlust Steins? Doch, „wer wollte sich mit Grillen plagen?" Die Bibel ist ja unerschöpflich, erhaben, sinnreich, schön, auch für die Reformer, -wenn sie die Texte zu Predigten ihnen liefert. Mit dem heutigen Bericht bin ich fertig, künftig erhalten Sie wieder etwas, denn ich hoffe, so bald als möglich wieder in Breslau zu Gast zu sein. Oe st erreich: scher Kaiser st aal. PreHburg. (Korah und seine Rotte.) Fortsetz. Um den geehrten Lesern ein wahres Conterfei des moralischen Werthes „der Neuzeit" zu liefern, gehen wir auf einer weitern Bemerkung der Preßburger Briefe ein; es wird darin erzählt, daß sich hier Vereine z laHeidlberg gebildet hätten, nämlich ein Chazoth,Mikwah und Peah-Verein; wir beginnen beim Chazothverein,

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