Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1863-07-22 · Heft 29 (22.7.1863) · page 9

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
4 (1863)
Issue
Heft 29 (22.7.1863)
Date
1863-07-22
Page
– (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2446951-2447089-2447118--02020-2457326
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Beilage zu Rr. 29 des Israelit. Zeitungsnachrichten n. Correspondeiyen. Deutschland. Würzburg, den 8. Juli. Gestern fand die alljährliche Prüfung in den Elementargegenständen an der israelitischen Erziehungs- und Unterrichtsanstalt dahier, durch den k. Prüfungskommissär, Herrn Domkapitular I>. Himmelftein, statt. Die Resultate dieser Prüfung waren höchst glänzend, was am besten daraus hervorgeht, daß diese Anstalt auch in diesem Jahre sich der ersten Note zu erfreuen hat, und auch noch eine besondere Zufriedenheitserklärung von Seiten des Herrn Prüfungskommissärs erfolgte. Auch die ausgestellten Handzeichnungen der Knaben und Handarbeiten der Mädchen waren äußerst gelungen und erhielten allgemeinen Beifall. Bei so tüchtigen, anerkannten Lehrkräften nun, wie sie diese Anstalt besitzt, dürfte es außer Zweifel stehen, daß die demnächst durch Herrn Distrikts-Rabbiner Bamberger daselbst vorzunehmende Prüfung in den Religionsgegenständen gleich günstige Resultate ergeben werde. (W. Abdbl) Oesterreichischer Kaiser st aat. 9tagy Sur, im Preßburger Com., am 1^. Tamus. Vorgestern, Samstag, hatten wir uns hier eines Seelengenusses in der edelsten Bedeutung des Wortes, eines Genusses, der so recht zur Erhebung und Kräftigung des religiösen Gemüthes beitrug, zu erfreuen, und von welchem den geschätzten Lesern Ihres weitverbreiteten Organes zu berichten, ich nicht ermangeln will. Der auf kurzem Besuche bei seinem Onkel hier weilende Rabbinats-Candidat, Herr Moses Schreiber, Sohn des hochberühmten Herrn Oberrabbiners zu Preßburg leistete, dem Ersuchen des hiesigen löblichen Vorstandes Folge und hielt am genannten Tage in der neuerbauten Synagoge einen durch Gedankenfülle und durch ergreifende Sprache sich auszeichnenden Vortrag, dessen tiefer Eindruck nicht sobald aus! dem Gedächtnisse des versammelten Auditoriums ver-! wischt werden wird. Eine besondere Erwähnung verdient auch dessen populistischer geistreicher Vortrag ppo nn-np-- rp"- pie, wodurch ihm Gelegenheit zur Bekundung seiner Gewandtheit und seines bedeutenden Wissens auf dem cafuistischen Gebiete des Talmuds vollkommen geboten war. Wir rufen diesem begabten, jungen Manne ein pan p?n zu; möge es ihm gegönnt sein, für die heiligen Interessen des orthodoxen Judenthums in so reichlichem Maße zu wirken, wie es sein frommer und thatkräftiger Witte ist. U. Kölln, erster Vorsteher. Sarbogard, im Juni. In der hies. Gemeinde, welche aus 80 Familien besteht', herrscht im Allgemeinen ein kernfester, religiöser Sinn. Wiewohl dieselbe nur wenig Bemittelte zählt, so hat sie doch durch das uneigennützige Streben des biedern Vorstandes: H. M. Reh und I. Stampfer die bisher in Pacht gehabten Gebäude wie Synagoge, Badhaus, seit Kurzem angekauft, die Wohnung des Herrn Rabbiners von Grund auf stattlich aufgebaut; es wurde ferner der Gottesacker durch ein bedeutendes Stück Land vergrößert. Der Herr Rabbiner Abelis leite die Gemeinde mit gewandter Hand, leider gebricht es hier an einer öff. Schule. — Gerühmt zu werden verdient das Streben des Herrn Rabbiners für die hiesige Jeschiba, zu welchem Zwecke er auch die Mittel zu schaffen wußte. Eine Gelegenheits- Rede in Anwesenheit der Jugend, benutzte der Genannte dazu, einen Jugendverein in s Leben zu rufen, dessen Aufgabe es sei, die Tälmudjünger mit den nöthigen talmudischen Werken zu versehen und der Armuth und dringenden Noth der Talmudschüler Abhilfe zu leisten. Dieser edle Vorschlag ward einstimmig mit Enthusiasmus angenommmen und ausgeführt. — Ein Jahr ist verflossen, seit dem dieser Verein seine Wirksamkeit begonnen. Es sind seitdem mehr als 175 fl. ö. W. von dem nur 20 Mitglieder zählenden Vereine eingekommen, und I des Geldes zur Anschaffung talmudischer Werke verwendet worden. Auch der biedere Herr David Stampfer hat sich um den Verein verdient gemacht.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.