Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 4 (1863)
- Issue
- Heft 28 (15.7.1863)
- Date
- 1863-07-15
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2446951-2447089-2447117--02007-2457312- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
343 antrage in getrennter Abstimmung über beide Theile desselben, sowie alsdann in Gesammtabstimmung dem ganzen Senatsantrage mit den beschlossenen Modificationen zustimmig. München, den 8. Juli. Es wird Ihnen sowohl wie einem großen Theile der Leser Ihrer geschätzten Zeitschrift bekannt sein, daß eins der hervorragendsten Mitglieder des bayerischen Abgeordnetenhauses, Herr vr. Arnheim aus Bayreuth, ein Glaubensgenosse ist. Welch eine bedeutende Stellung derselbe unter unfern Abgeordneten einnimmt, beweist wohl der Umstand, daß er in die so wichtige Adreßkommission gewählt war und daß er neuerdings zum Referenten über den Gesetzentwurf: „Einige Aenderungen der allgemeinen deutschen Wechselordnung betreffend" ernannt worden ist. Weniger bekannt möchte es sein, daß Herr Or. Arnheim sich nicht allein für Juden und Judenthum aufs Höchste interessirt, sich der Interessen seiner Glaubensgenossen stets aufs Wärmste annimmt, sondern daß er auch praktisch zu den gesetzestreuen Israeliten zählt, während seines hiesigen Aufenthaltes in der jüdischen Restauration speist, selbst an königlicher Tafel, zu der er mehrfach gezogen, nichts genießt und überhaupt dem Gesetze gemäß lebt. Ich kann mir nicht versagen, Ihnen einen kleinen charakteristischen Zug in dieser Beziehung mitzutheilen: Herr v,-. A. hat, wiewohl, da unverheirathet, ohne eigene Haushaltung, in seinem Hause zu Bayreuth eine geräumige Suckah Herstellen lassen und dieselbe allen Denen zur Verfügung gestellt, die nicht in der Lage sind, sich eine solche einzurichten. Solche Männer, die bei hervorragender social-politischer Stellung, auch dem praktischen Judenthume Rechnung tragen, gereichen unserm Volke und unserer Zeit in Wahrheit zur Ehre. Karlsruhe, 8 Juuli. Der Oberschuldirektor Knies hat an den Minister des Innern einen Bericht, betreffend die Grundlage eines künftigen Volksschulgesetzes, ausgegeben. Am Schluffe der Motive geht der Bericht auf die P'incipienfrage der Communalfchulen ein und spricht sich grundsätzlich für die in Baden sogenannten gemischten Volksschulen aus, an denen jedoch der Religionsunterricht confessionell getrennt ertheilt wird. Trotzdem und trotz mancherlei berechtigter materieller Bedenken gegen die Confessionsschulen spricht sich der Bericht gegen ein staatliches Gebot gemischter Schulen aus. Man will die bestehenden Confessions schulen als den derzeitigen Ausdruck des Gemeindewilles in dieser Beziehung betrachten, der Entschließung der Gemeinde aber auch deren Ersetzung durch eine gemischte Schule anheimstellen. Für israelitische Volksschulen gibt es keine Sonderbestimmungen. Gleichberechtigung zum Besuche christlicher Schulen besteht schon. Gemischte Schulen mit Lehrern auch jüdischen Bekenntnisses sind schon wegen der Sabbatfeier nicht in Aussicht zu nehmen. Daher bleiben auch die Ausnahmsbestimmungen für Aufbringung der Mittel zu jüdischen Schulen unbeschadet der Gleichberechtigung bestehen. Die Verpflichtung zum Schulbesuche erstreckt sich für Knaben und Mädchen vom vollendeten 6. bis zum vollendeten 14. Lebensjahre. Lngesant.) Preßburg, 20. Tamus 5623. Obwohl Journalisiren und Kritisiren sonst unser Handwerk nicht ist, so können wir es doch diesmal zufolge unseres lebhaften Gefühles für die Wahrheit nicht unterlassen, Ihre Korrespondenz aus Preßburg äs dato 20. Sivan in Nr. 25 einer Besprechung zu unterziehen, und wir hoffen auf Entschuldigung, wenn wir uns bemüssigt sehen werden, derselben in ihrem Cardinalpunkte entgegen zu treten. Offenbar sollte der Kern dieser Correspondenz die Mittheilung bilden, daß Hr. Fischman, bisheriger Rabbiner zu Klausenburg, für Preßburg gewonnen wurde, und daß derselbe -j-sv p.-m seine Antrittsrede gehalten; um uns aber das erzählen zu können, findet sich der Hr. Correspondent veranlaßt, mit der bloß um 5 Jahre verspäteten traurigen Nachricht von dem Ableben des UL; zu beginnen, uns sodann zu der schon heiterern Nachricht von dem glücklichen Avancement des jetzigen Rosch Betdins zu führen, um uns so mittelst seines treuen Gedächtnisses für das längst Geschehene und seiner genialen Auffassung des Gegenwärtigen zu dem großen Resultate zu bringen, daß der ehrw. Hr. Fischman nothwendigerWeise nur