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Der Israelit · 1863-07-15 · Heft 28 (15.7.1863) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
4 (1863)
Issue
Heft 28 (15.7.1863)
Date
1863-07-15
Page
– (sequence 7)
Language
German
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D geziemt siH ttiHt, da ii^h eben das Glück habe, schon mehrere Jähre die Vorträge des Aerrn Oberrübbindrs zu besuchen, Mich in Lobeserhebungen zu etgehen, auch dürfte es unfern würdigen Lehrer unängeüehM berühren, Derartiges von sich zu lesen, öbch die Bemerkung kann ich nicht unterdrücken, daß sötvohl die Vorträge des H. Oberrabbmen im laufenden Jahre, als auch der bei dieser Feierlichkeit gehaltene sich durch seltene Gediegenheit, Abrundung und Klarheit auszeichnen. Das wissenschaftliche Leben der hiesigen Jeschibah ist ein recht begeisterndes zu nennen und damit nicht der ehrwürdige Oberrabi zu viel in Anspruch genommen werde, so hat sein junger geistreicher Sohn, Herr Lazar Löw, die Vorträge und insbesondere die allwöchentliche Prüfung bei den jüngeren Bechurim übernommen. Sowohl der Nebenals Hauptschiur werden alltäglich mehrstündig abgehalten, uns ist es mehr als erfreulich, am Nebenschiur auch hiesige Baale-Batim betheiligt zu sehen. Doch kehren wir wieder zu dem Feste zurück. Wie eine jede Freude mit Gott begonnen werden soll, so ward denn auch dieses Fest, nämlich der durch eine .-NL'-ii eingeleitet, und zu diesem Behufs die Hauptsynagoge prächtig beleuchtet und zahlreich besucht. Von der letzten Mischna ausgehend sprach unser gefeierter Lehrer von der Heiligkeit der Thora und ihrem Werthe für das Leben, begründete, wie wir berufen sind, einzig der Wahrheit und Gediegenheit der Thora wegen das Studium zu betreiben, wie wir aus derselben Ursache, uns mit dem Talmud zu beschäftigen haben, wie insbesondere der Talmudjünger sich beim Studium vor Eitelkeit zu hüten habe, wie eben unsere Vorahnen nur der Sache, nicht des materiellen Gewinnes wegen Thora- und Talmudftudrum Tag und Nacht anhingen und wie heillos der Gedanke sei' „ich ftudire nicht der Heiligkeit der Sache wegen, sondern um materiellen Gewinn zu erzielen." Der Redner schloß mit der Aufforderung an seine Zöglinge das Thora- und Talmudstudium auch fernerhin eifrigst zu pflegen, doch aus reiner, edler Ursache und nicht des materiellen Vortheiles wegen. Unter traulichsten Gesprächen, Gesängen und einigen Toasten, von welchen wir insbesondere den des Herrn Lazar Löw im Namen der Jeschibah erwähnen, schloß ein Fest, welches uns noch lange in freudiger Erinnerung ble^eywird.. — Vor wenigen Tagen unternahm dpp Herr ^berrabbiner eine Badereise nach dem. Kaisfpbakre in Ofen, behufs Herstellung seiner Gesundheit. Möge der Allgütige die Gesundheit unseres würdigen, allgeehrten Lehrers stärken, und ihm Kraft und Ausdauer schenken, noch lange, lange sein schweres Amt zum Heile Israels zu verwalten. Moritz Taster. Schweiz. Aarau, 27. Juni. An die Tagesordnung gelangt die zweite Berathung des Gesetzesvorschlages, betreffend die öffentlichen Rechtsverhältnisse der aargauischen Israeliten. Berichterstatter ist Hr. Gemeindeammann Weiersmüller. Der Negierungsrath, im Hinblick aus diesfalls bestehende Bundesbeschlüsse und in Aussicht eines unzweifelhaften Bundeskonfliktes, wofür der Regierungsrath jetzt schon jede Verantwortlichkeit von sich ablehnt, beantragt die Wiederaufnahme des bei der ersten Berathung beseitigten K. 3, dahin lautend: Die politischen Rechte in eidgenössischen und kantonalen Angelegenheiten, welche den schweizerischen Israeliten zustehen, sind von den aargauischen Israeliten zu Oberendingen und Lengnau in ihren Korporationsgemeinden, beziehungsweise in den Kreisen Zurzach (für Oberendingen) und Kaiserstuhl (für Lengnau), von den in andern Gemeinden des Kantons niedergelassenen Israeliten in den betreffenden Niederlassungsorten auszuüben." Die Mehrheit der Kommission stimmt diesem Anträge bei; die Minderheit dagegen mit 4 Stimmen empfiehlt die Ablehnung der vom Regierungsrathe wieder ausgcnommenen Bestimmung. Herr Pruspräsident Peter Elmiger von Bremgarten stellt eine über das Gesetz hinausgehende Motion, wenn wir dieselbe richtig verstanden haben, betreffend Abschaffung des Militärdienstes der Israeliten und Staatsverträgen zu deren Gunsten!!! Das Präsidium legt das Schriftstück ohne Zweifel zur stillschweigenden Erledigung auf den Kanzleitisch. Herr Fürsprech Bürli stellt und begründet folgende Ordnungsmolion: „Der Große Rath möge für einmal in die zweite Berathung des Gesetzesvorschlages nicht eintreten, sondern' beschließen: Die Regierung sei einzuladen, zwi-

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