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Der Israelit · 1863-07-15 · Heft 28 (15.7.1863) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
4 (1863)
Issue
Heft 28 (15.7.1863)
Date
1863-07-15
Page
– (sequence 6)
Language
German
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heute von der „Ostpr. Ztg.," einem Ableger Her bekMten Perliner Kreuzzeitung cönstatireN,. die plötzlich' ÄÄ JudeNthuM gegenüber verstummt ist. ''Vorige Wöche hatten wir noch einen kleinen Strauß mit ihr, wie es scheint vor der Hand den letzten. Sie sprach von den hausirenden Schacherjuden, welche die Christen beherrschen wollen und berief sich dabei auf lateinische Schriften von — Hutten und Luther, die sie irgendwo ausgegattert hatte. Wir forderten sie im „Verfassungsfreund" ironisch zu der Untersuchung auf, ob nicht vielleicht die in Rhodus glücklicherweise von dem Erdbeben verschont gebliebenen Israeliten das ganze schreckliche Ereigniß veranlaßt haben mögen, um die überlebenden Christen desto leichter beherrschen zu können, und wiesen sie schließlich im Ernst aus die neue Preßverordnung hin. Wir gingen aber noch einen Schritt weiter und trugen die Sache unserm liebenswürdigen Glaubensgenossen, Commerzienrath Moritz Simon, vor, der die von seinem seligen Schwiegervater, dem orthodoxen Geh.-Rath Hirschberg der Ostpr. Zto. gewährte Caution auch fernerhin zu leisten hat, und dieser Ehrenmann, eben von einer Geschäftsreise aus Petersburg retoürnirend, stellte sogleich den Redacteur derselben wegen seines Verhaltens gegen seine Religionsgenoffen zur Rede und drohte ihm mit der Entziehung der Cautionssumme bei fortgesetztem ähnlichem Verfahren. Dies Alles zusammengenommen hat seine Wirkung nicht verfehlt und wir haben einstweilen durch Gottes Hilfe von dieser Seite Ruhe. — Unser Oberrabbiner I. Meklen bürg geht mit dem frommen Plane um, ein Waisenhaus in Jerusalem zu gründen und eine ausschließlich mit diesem heiligen Gegenstand sich beschäftigende Gesellschaft (unter dem Namen: zu stiften. Für Königsberg haben Cantor H. Weintraub und andere gottesfürchtige Männer ihre Mitwirkung für diesen löblichen Zweck bereits zugesagt. Gott ri^, der Vater der Waisen gebe dazu seinen reichsten Segen! Ein verdienstlicheres Werk, als dieses kann nicht gedacht werden. — Von der beabsichtigten Cultusreform ist weiter nichts zu hören. Der Sonntagsgottesdicnst scheint eingeschlafen zu sein, oder vielmehr hat noch gar nicht begonnen. Ob dies die in Folge der polnischen Unruhen eingetretenen schlechten Aiten und Handelsverhältnisse bewirkten, will ich ungesagt lassen. Wahre Gottesfurcht beseelt unsere indifferenten k Neologen genfiß. fijch^ P.aN,horn glaubte auch Wunder ryas Mt sssmex VUhAeriWg gethan zu haben , a!ls er seinM Fibefhg^ne ^pö^ers nahm und ihm dafür Eier unterlegte. — Per Christenspiegel von vr. M. Freystabt liegt nun in einer neuen Ausgabe vor uns. Die hier erscheinende Montagszeitung äußert sich darüber in folgender Weise: „Die so schnell vergriffene interessante Broschüre : Der Christenspiegel, eine schlagende Widerlegung des berüchtigten Judenspiegels von W. Marr in Hamburg machte bald eine zweite, verbesserte und vermehrte Auflage nöthig, die so eben die Presse verlassen hat. Von der kleinen gediegenen Schrift wurden Exemplare, unter dem hebräischen Titel Mareh- Hanozrim (O'-v-MN riniO), sogar bis Bagdad hin verlangt." In gleicher lobender Weise spricht sich der gefeierte christliche Abgeordnete I. Ru pp in seinem Verfassungsfreunde über das Büchelchen aus. Hmyvi. Österreichischer Kaiser st aal. Podhayce, (Galizien.) In unserer Stadt starb vor einiger Zeit der Commissär H. Ritter von Labowsky, ein hochgebildeter und edler Mann. Bei seinem Begräbnisse trugen zwei jüdische Frauen christliche Gebetbücher in der einen und Kerzen in der andern Hand; so über den ganzen Markt schreitend gelangten sie bis zur Kirche und knieten vor dem dort befindlichen Bilde nieder. Solche entsetzliche Dinge waren bisher in Galizien unerhört. D. H. S. a. Itjhely', im Juni. Gestatten Sie mir, Herr Redakteur, Ihre Aufmerksamkeit auf ein Fest zu lenken, welches, da sich an demselben 150 Zöglinge der hiesigen Jeschibah, der Vorstand der Gemeinde, mehrere angesehene Mitglieder derselben unter dem Vorsitze unseres allverehrten Oberrabbinen Jeremias Löw betheiligten, auch in weiteren Kreisen bekannt zu werden verdient. Mag immerhin die Jeschibah in ihrem echt orientalischen Character in manchen Gegenden eine Aenderung erfahren Haben, bei uns sind wir der Tradition unserer Väter treu geblieben, und mancher Jünger, ganz unabhängig und ohne jedryelche Lust, sich zum Rabbiner auszubilden, sitzt zu den Füßen des Enkels des np7> jyw und lauscht aufmerksam, , auf die gediegenen Vorträge, die derselbe täglich-hält-

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