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Der Israelit · 1863-07-08 · Heft 27 (8.7.1863) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
4 (1863)
Issue
Heft 27 (8.7.1863)
Date
1863-07-08
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Beilage zu Nr. 27 des Israelit. Zeitungsnachrichten n. Correspondeiyen. Frankreich. Paris. Bei den jüngsten Wahlen zum gesetz gebenden Körper wurden 6 Israeliten gewählt, nämlich die Herrn Eduard und A. Fould, Leopold Javal, Emile, Jsaac und Eugen Pereire. — Unlängst starb hier der beliebte und geistvolle Künstler Jules Lovy, Sohn des berühmten Chasan Israel Lovy, besten Gelänge er erst vor Jahresfrist edirt hatte. — Feuilleton. Vir Hthtrdrr Aussätzigen von Sironia.'' Von A. Tendlau. Ein Lehrer des göttlichen Wortes befand sich einst auf dem Wege nach dem Wohnorte seines Vaters. Ta sah er einen Mann niit einer schweren Last auf der Schulter sich seitwärts wenden. — „Wozu brauchst Tu die Menge Kosius - Wurzeln **) auf Teiner Schulter?" frug der Weise. Der Mann gab keine Antwort. Da ging der Weise ihm nach und sah ihn m eine Hohle gehen. Er folgte ihm auch in die Höhle. Aber jetzt stieg eine Rauchwolke aus dem Loden, zugleich trat der Mann in eine finstere Spalte der Höhle und verschwand. Von Furcht ergriffen kehrte der Weise zum Eingang der Höhle zurück und setzte sich vor derselben nieder. Als er eine Weile dagesesten, sah er zwei Freunde und Lehrgenossen denselben Weg kommen Er erhob sich, ging ihnen entgegen und erzählte ihnen das Vorgefallene. „Danke Gott für Deine Retlung!" sagte Einer derselben. „Tenn wiste, diese Höhle ist die Höhle der Aussätzigen von Sironia. Die Bewohner dieser Stadt sind sämmtlich Zauberer. Eie durchstreifen die Wüste nach schwarzen Schlangen, die zehn oder mehr Jahre alt Nach 8«tisr psr. 8L«r!s. f. 2l, evl. d. **) 8«Ii«rZ« ZtLuLeM«. Die Kosrus - Wurzel hat einen littern, t>ciß,r.dcn Eesckniück, ist aber ihres angenehmen Geruches rvegln lei den Arctcrn und Indiern sekr geichätzt. sind und die sie zu ihren Zauberkünsten brauchen. Sie scheuen die Berührung dieser unreinen Thiere nicht, obgleich dieselbe den Aussatz erzeugt. All ihre Zauberkünste aber bereiten sie in dieser Höhle." — Die drei Weisen gingen zusammen weiter. Da begegneten sie einem Manne, der des Weges daher kam und einen Esel führte, auf welchem ein kranker Knabe angebunden lag. „Wer bist Du?" frugen sie den Mann. „Ich bin," antwortete der Mann, „ein Judäer, und dieser auf dm Esel gebundene Knabe ist mein Sohn." — „Und warum ist er gebunden?" frugen die Weisen. — „Ich wohne," antwortete der Mann, „in einem Dorfe, das den Römern gehört. Mein Sohn besucht die Schule des nächsten Ortes, um dort dem Studium des Gesetzes sich zu widmen. Jeden Abend kommt er nach Haus und wiederholt daheim bei uns, was er den Tag über in der Schule gelernt. Schon drei Jahre wohnten wir in diesem Hause, und nichts Besonderes hatte sich zugetragen. Doch in der letzten Zeit kam mein Sohn eines Abends nach Hause, um wie gewöhnlich das vom Lehrer Vorgetragene zu wiederholen, da fuhr ein böser Geist ihn an und schädigte ihn, so daß Mund und Augen und Hände und Füße ihm verdreht sind, und er nicht gehen und sprechen kann. Darum will ick in die Höhle der Aussätzigen von Sironia, ob sie keine Heilmittel mir wissen." — „Und weiß man nicht," frug der zweite der Weisen, „ob fmher schon Jemand in diesem Hause geschädigt worden ist?" — „Wohl heißt es", antwortete der Mann, „daß früher schon ein Mensch in dieiem Hause geschädigt worden ist; aber die Leute sind verschiedener Meinung darüber. Während Einige sagen, daß es nicht die Wirkung eines bösen Geistes, sondern eine natürliche Krankheit gewesen sei, behaupten Andere, daß in dem Hause in Wirklichkeit ein böser Geist walte. Indessen sind seitdem schon viele Leute dort ans- und eingegangen, ohne je beschädigt worden zu sein. —" „Aber," sagte der Erste der Weisen zu dem Manne, „der Besuch der Zauberhöhle ist dem Gottgläubigen verboten, und wehe Denen, die mit der Uebertretung eines göttlichen Gebotes den bösen Geist auszutreiben wähnen! —" Der Mann schwieg und ging weiter. — Da begann der zweite der Weisen zu seinen Freunden : „Wehe Dem," spricht der Prophet Jeremiah,*) „„wehe Dem, ver sein Haus aufbaut ohne Gerechtigkeit!"" O überall, wo der Geist der Gerechtigkeit einzieht, da weichen alle bösen Geister der Welt und ') Irrem. 22. ,3. —

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