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Der Israelit · 1863-07-08 · Heft 27 (8.7.1863) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
4 (1863)
Issue
Heft 27 (8.7.1863)
Date
1863-07-08
Page
– (sequence 10)
Language
German
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330 alle schadenfrohen Geister und Orden sich nicht wieder ein; doch freilich, welcher Geist sich zuerst eingefunden und festgesetzt hat, der hält auch fest. —" „Wie!" sagte der Dritte der Weisen, „wenn dem so ist, dann steht ja der heilige Name mit dem Geiste der Verworfenheit auf einer Stufe! —" „Nicht doch;" erwiederte der Zweite, „der Name des Heiligen läßt sich an keinem Orte nieder, der schon verworfen ist, und darum auch, wenn ein Geist der Verworfenheit zuvorgekommön und irgendwo sich festgesetzt hat, dann mag der heilige Name dort nicht wohnen; es ist sein Ort nicht. — Ist aber der Name Gottes zuvor eingezogen , dann vermögen alle bösen Geister und alle Dämonen der Wett nicht mehr, sich dort niederzulassen oder auch nur sich zu nahen. — Seht, meine Freunde! wenn ein Haus auch nur von einer der körperlichen Gesundheit schädlichen Krankheit, von einem Mauerausschlage ergriffen wird, schon da befiehlt die Schrift*), das Haus zu reinigen und so zu sagen den bösen Geist aüszutreiben, und wo es sein muß. das unreine Gestein und Gehölze zu beseitigen oder gar das ganze Haus einzureißen und fortznschaffeN und dafür im Namen des heiligen Gottes ein neues auszubaüen und, um dieses ganz rein hinzustellen, den neuen Aufbau möglichst von dem alten unreinen Grunde zwei Spannen breit zu entfernen, — was müßte nun erst geschehen, wenn ein Geist der Verworfenheit in Wirklichkeit in einem Hause Platz gegriffen hat! — Ach, wo ein solches Haus sich befindet, mag man wohl den Versuch machen, mit dem dort waltenden unreinen Geiste den Kampf zu beginnen und ihn auszutreiben, ist es möglich, herrlich! wo aber nicht, da baue man ein neues Haus auf mit ganz anderem Holze und andern Steinen und entferne sich voü dem alten Grunde, und baue das neue Haus auf im Namen des Heiligen; denn von dem alten Grunde wird trotz Allem der böse Geist nicht so bald weichen , die Heiligkeit mag an keinem verworfenen Orte wohnen. —" „Wohl," sagte der Erste der Weisen, „dahin deutet schon die Schrift, wenn sie sagt:**) „„Das einmal Gekrümmte ist nicht mehr schlicht zu machen,"" und deßhalb soll der Mensch Acht haben, daß er behütet bleibe." — „Laßt uns," sprach jetzt der Dritte, „dem Manne nachgehen und ihm Trost zusprechen! —" „Das dürfen wir nicht," erwiederte der Erste. — „Befände sich der Mann mit seinem kranken Knaben auf dem Wege zu einem ausgezeichneten , zu einem gottesfürchtigen Manne, wie etwa Naaman, der kranke Feldhauptmänn des Königs von Syrien, auf dem Wege zum Propheten Elisa***) so hätten wir ihm *) Vergl. 3. B. M. 14, 33-54. — Pred. I. 15. ***) 2 KvniI. 5, 0. - wohl nachgehen dürfen; nicht aber auf dem sündigen Wege zu jenen von Menschen und von Gott Ausgestoßenen, die sich durch ihre Zauberkünste selbst von Welt und Gott entfernt! Diesen dürfen wir nicht nahen, sondern müssen Gott danken, daß er uns vor ihnen behütet! —" „Aber," sagte der Zweite, „unsere Lehrer habe« ja gesagt: „„Alles darf man als Heilmittel anwenden, nur nichts, was zum Götzendienste verwendet wird? —"" „Zauberei ist Götzendienst," erwiederte der Erste „abgesehen davon, daß die Schrift ausdrücklich sagt:*) „„Wahrsager und Zeichendeuter und Zauberer, Wolkendeuter und Schlangenbeschwörer und Todtenbefrager, und wie diese unreinen Geister alle heißen mögen, sollen unter Dir nicht gefunden werden. —" Die drei Weisen gingen ihren Weg weiter. Der Mann aber mit seinem kranken Sohne war unterdessen nach der Höhle der Aussätzigen gegangen. Dort angekommen, ließ er den Esel vor der Höhle halten und nahm seinen Sohn herab und trug ihn in die Höhle und legte ihn da nieder. Dann ging er wieder hinaus, um den Esel anzubinden, daß er ihm nicht entlaufe. Als er aber wieder in die Höhle zurückkehrte, da fand er seinen Sohn todt anr Boden liegen. Eine Feuerwolke war aus der Tiefe der Höhle gedrungen und hatte den Knaben bei den Schläfen getroffen und ihn getödtet. — Der arme Vater nahm jammernd den todten Sohn wieder auf, trug ihn aus der Höhle und band ihn auf den Esel und ging seinen Weg wieder! zurück. —? Den andern Tag stieß er wieder auf die Weisen.! Er nahte sich ihnen und erzählte ihnen weinend, waS i geschehen. Da sprach der Erste: „Haben wir Dir! nicht gesagt, daß der Weg zur Zauberhöhle sündhaft >ist? — Gepriesen sei Gott! sein Thun ist Wahrheit! und seine Wege sind Gerechtigkeit, und Heil den Frommen, die den Weg der Wahrheit wandän, Heil ihnen ' diesseits und jenseits! — Von ihnen heißt es:**) „„Der Frommen Pfad ist hell und heiter wie Mondeslicht, > leuchtend fort und fort, bis zum vollen Tag. —""! Die Gotteslehre ein Feigenbaum. 2"' 's '2 221O2 Gewiß! Du weißt es kaum, Wienach im Pflanzenreich Zumeist dem Feigenbaum Die Gotteslehre gleich? *) 5. B. M. 18, 10. — *') Spr. Sal. 4, 18.

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