Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 4 (1863)
- Issue
- Heft 26 (1.7.1863)
- Date
- 1863-07-01
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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Beilage zu Rr. 26 des Israelit. Zeitungsnachrichten u. CorrrspondenM. Oesterreichischer Kaiser st aal. S. a. Ujbely, 8. Juni. Dießmal bin ich in der Lage Ihnen ein Referat über die hiesige k. Musterhauptschule zukommen zu lassen, verschieden von meinen früheren Berichten, die sämmtlich den Stempel der Anonymität an sich trugen, während ich Ihnen heute Namen gebe. Und nun zur Sache. Am 3. d. ward der genannten Schule die hohe Ehre zu Theil, von dem k. Rath und Schulen-Oberdirector Herr vr. Morton v. Marovits in Begleitung Sr. Hochwürden des hierortigen Stadtpfarrers und Schuleninspectors Hrn. v. Beseney inspicirt zu werden, bei welcher Gelegenheit die genannten Herren , von Klaffe zu Klaffe schreitend, eine scharfeingehende Prüfung Vornahmen, die durch mehrere Stunden Vor- und Nachmittags dauerte, und als Ergebniß des Ganzen zur sichtlichen Freude der Lehrer ihre wahrhafte Befriedigung über die Leistungen derselben aussprachen. Tags darauf wurde eine, von dem Hrn. Ober - Schuldirector präsidirte Lehrer - Conferenz abge-! halten, in der als hochwichtig die Frage zur Lösung kommen sollte, nach welcher Art der Unterricht der Bibel zu erweitern sei, ohne damit den andern Lehrfächern Eintrag zu thun. Unser wackerer Schuldirektor Herr Julius Weinberger war der Ansicht, daß wir dieses Ziel nur erstreben, indem wir die Unterrichtszeit um etliche Stunden täglich vermehren. Dieser allerdings wohlgemeinten Ansicht trat Schreiber dieses entgegen, indem er aus frühere Erlässe der hohen k. Stadthalterei hinwies, nach denen sich auch jetzt wie ehemals, die Genehmigung zur Extension der Schulzeit nicht erwarten läßt. Dafür aber schlägt er vor, den sogenannten Religionsunterricht ferner nicht als einen selbstständigen Gegenstand, sondern in stäter und ununterbrochener Verbindung mit der Bibel zu tractiren, wodurch unser emsiger Neligionslehrer es ermöglicht fände, sich in der Beschäftigung mit dem Lehrer der hebr. Sprache derart zu theilen, daß je einer der beiden Herren in zwei Knabenklaffen den Bibelunterricht gäbe. Was soll dem Israeliten auch ein „Religionsbuch," dem die göttliche Thora, das Buch der Bücher, diese Quelle aller geoffenbarten Religionen zu Gebote steht l — Und wenn das Eine nicht genügt, so möge die wohlhabende Gemeinde in I den schulfreien Stunden einen ampliativen Bibelunter-! richt organisiren, wozu sie um so eher die Kosten I tragen kann, nachdem sie aller bedeutenden Ausgaben j zur Erhaltung der Muster Hauptschule sich enthoben > sieht, da die Lehrer aus Staatsmitteln (von den ent-! fallenden Interessen des Schulfonds) honorirt werden.! Aber — Pia äeZickeria! der Gemeinde genügt wohl j nicht der bisherige Bibelunterricht in der Schule, den-! noch folgt daraus noch lange nicht, daß man den Unterricht in der vorgeschlagenen Weise organisiren werde. Vertrügt sich das auch mit der herrschenden Antipathie gegen Schulen? Also, weder so, noch so, und dennoch wie anders dasErkleckliche leisten können? Iseob lleiurielt Feuilleton. Eine christliche Zeitschrift in Australien über den San non Armenk Pilgerwohnnngrn in Jerusalem. k (Schluß.) Sie behaupten, die ganze Erde gehört der Gottheit an, daß darum alle Theile der Erde auf gleiche Weise heilig sind; daß unter dem neuen Ideal des Cultus der Vater des Weltalls an jedem Orte von Denjenigen gefunden werden könne, die Ihn mit reinem Herzen suchen und daß jede Anhänglichkeit an einen! heiligen Boden nur ein Hirngespinst ist. Obwohl wir den ersten dieser Schlüffe zugeben, müssen wir den zweiten bekämpfen. Für die Patrioten, wie für die Neligiösgesinnten, liegt in dem Enthusiasmus für die heiligen Orte nichts Tadelnswerthes. Wir wissen recht gut, daß Central-Afrika ebenso gut göttliches Terrain ist, wie die Gebirge von Schottland; es wäre aber thöricht, einem Schotten zu sagen, daß Central-Afrika in seinen Augen denselben Werth haben müßte, wie sein Vaterland. Die Natur würde sich gegen eine solche strenge Auffassung auflehnen, der Schotte würde erklären, daß in allen Erinnerungen, welche sich an das Vaterland seiner Voreltern knüpfen, etwas Wahres, etwas Wirkliches liege, obwohl dasselbe nicht in Ziffern dargestellt, noch mit dem Pinsel genau gezeichnet, noch durch Kunstausdrücke