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Der Israelit · 1863-07-01 · Heft 26 (1.7.1863) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
4 (1863)
Issue
Heft 26 (1.7.1863)
Date
1863-07-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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315 arbeit zu ertragen vermöchte. Das Schlimmste ist jedoch die Unsicherheit des Erwerbs — wer könnte jene Schurken, jene wilden Menschen zurückhalten, die Raub und Diebstahl lieben? Schon hat in dieser Beziehung der hochverehrte Herr Baron Moses Montesiore die trübsten Erfahrungen gemacht; schon in jenen Tagen, da Ibrahim Pascha noch Statthalter von Syrien war und kräftig für die Sicherheit des Landes sorgte, auch den Israeliten die größtmögliche , Freiheit gewährte; damals erwarben unsere Glauj bensgenossen Felder und Weinberge und bebauten sie i mit glücklichstem Erfolge. Plötzlich jedoch wurden sie von ihrem Eigenthume vertrieben und waren zu! Grunde gerichtet. In Jaffa gründete vor wenigen! Jahren ein amerikanischer Christ eine große Wirthj schaft; bei Nacht drangen die wilden Bewohner des! Landes in sein Haus, ermordeten ihn und all seine; Hausleute und verübten Thaten, deretwegen dem! Hörer die Haare zu Berge standen. Nachher kam! ein amerikanisches Kriegsschiff, um Rache zu nehmen. ' Was hat es ausgerichtet? Wie es gekommen war, so mußte es wieder abfahren. Die Consuln haben! Mühe genug, die Europäer in den Städten zu schützen, - allein auf dem Lande sind sie ganz machtlos, und es! geschehen dort noch in unfern Tagen die furchtbarsten Gewaltthaten. (Jetzt folgt eine Aufzählung von Mordthaten, über die wir bereits in verschiede-! nen Nummern berichtet haben. Die Red. des Jsr.) Wenn daher das Unternehmen der Colonisation überaus löblich ist, so möge doch die Liebe für das heilige Land unsere Brüder nicht blind machen, den ungeheuren Schwierigkeiten gegenüber, damit sie nicht hören auf das Wort solcher Männer, die von hier kommen und die Sache leicht darstellen. Ehe daher der Verein sich Ausgaben macht; möge er kundige Männer reines Herzens senden, die sich selbst aus eigener Anschauung über Möglichkeit und Zweckmäßigkeit des erstrebten Zieles ein Urtheil bilden mögen." Die Herren Rabbinen schließen dann mit den besten Wünschen für das Gedeihen des Vereines und die Erreichung seines Zweckes; allein bloße Wünsche können hier Nichts nützen. Es leuchtet aus dem Ganzen hervor, daß man in Jerusalem den Verein für noch verfrüht hält. Nehmen wir noch die in Nr. 23 von uns mitgetheilte Ansicht das Rabbi Joseph Schwarz*) hinzu, so ergibt sich uns die Ueberzeugung, daß es noch nicht an der Zeit ist, Palästina colonisiren zu wollen. Möge immerhin der Colonisationsverein einstweilen Mittel sammeln für eine spätere Realisirung seiner Zwecke, uns erscheint es nothwendig, für das Näherliegende Sorge zu tragen und mit aller Macht das schon in der Ausführung begriffene Bauunternehmen zu fördern. — Feuilleton. Drei dunkle Morte. 2"' 'S .-I2N -I22Q2 Drei Worte sind's, als Moses sie vernommen, War über ihn gewalt'ger Schreck gekommen; Sein Geist begriff den dunkeln Inhalt nicht, Bis Gott ihm selbst gezeigt das rechte Licht. — So ging es ihm zuerst beim Gottbefehle: „Ein Jeder gev' die Lösung seiner Seele" — „Ach! dachte Moses sich, wo ist der Mann, „Der solch ein Lösegeld erschwingen kann? „Und brächt' er alle Schätze, die auf Erden, „Kann das bei Gott — der Seele Lösung werden?" — Worauf zu Moses der Barmherz'ge spricht: „Unmögliches will ich vom Menschen nicht; „Nicht kann zu meiner Macht er sich erheben, „Der Mensch soll nur — nach seinen Kräften geben!" Das zweite Mal geschah's, als Gott gebot: „Bringt täglich dar für mich ein Opserbrod" — „Sann Moses bang: „Ach! wie ist's anzufangen, „Daß Israel erfüll' das Gottverlangen? „Ob's zum Altar auch alle Thiere führt, „Jst's denn ein Opfer schon, wie s Gott gebührt?" Daraus gab Gott gar liebreich ihm die Lehre: „Nicht Spenden ich nach meiner Macht begehre; „Mir reich' nur Israel, was es vermag, „Zwei milde Opfergaben Tag für Tag! —" Zuletzt — als Gott sprach von dcrn Wolkenthrone: „Ihr sollt em Haus mir stiften, wo ich wohne" — Ries Moses schreckerfüllt mit Zagen aus: „Wer kann für Gott erbauen je ein Haus? „So Erd' als Himmel fasten ihn mit Nichten, „Wie soll der Mensch ein Wohnhaus ihm errichten?" *) Beim Schluffe des Blattes erhalten wir eine Entgegnung gegen R. I. Schw. von R. Hirsch Kolischer aus Tborn, welche die näckste Nummer bringen wird.

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