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Der Israelit · 1863-06-24 · Heft 25 (24.6.1863) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
4 (1863)
Issue
Heft 25 (24.6.1863)
Date
1863-06-24
Page
– (sequence 6)
Language
German
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300 Hie-ei sei auch noch bemerkt, daß es erlaubt ist, zur Zeit der Gefahr für den Fall der Rettung Gelübde auf sich zu nehmen. Die Art und Weise der Entstehung solcher Gelöbnisse bürgt in der Regel für ihre prompte Ausführung Auch ist es erlaubt, sich durch besondere Gelübde zur Erfüllung religiöser Gebote anzuspornen oder auch so durch die Verschärfung von an sich schon Verbotenem seine Leidenschaften zu zügeln. — Doch kehren wir zu der schon oben aufgeworfenen Frage zurück, ist es denn überhaupt von religionsgesetzlichem Standpunkte aus gestattet, das Kol Nidre abzuschaffen? Das Kol Nidre am Vorabende des Versöhnungstages zu sagen, ist allerdings kein Gesetz; es ist ein Gebrauch, ein Minhag und zwar ein solcher, der in alten Zeiten nicht einmal allgemeine Verbreitung gefunden, in seiner ersten Entstehung sogar anders angewendet wurde. (Siehe die Erklärer zu Nedarim 23 b.) Aber es ist ein Minhag, 1) dessen Entstehen, Wie oben nochgcwiesen, im Talmud begründet, 2) dessen Bestehen von den ältesten Gesetzeslehrern angeführt wird und 3) der nunmehr seit fast einem Jahrtausend sich über ganz Israel an allen Orten der Zerstreuung ausgebreitet hat. Ein solcher Minhag darf nicht ausgehoben werden; wenn er nur eine der angeführten drei Erfordernisse hätte, dürfte er nicht ausgehoben werden, um wie viel mehr, da er sie alle drei!hat, ja, sogar dem Zwange, dem Drucke, der Nothwendigkeit nochzugeben (pnnn ripw) ist hiebei nicht gestattet. Wer dennoch wagt, Hand daran zu legen, der versündigt sich gegen den Gott Israels, gegen sein heilig Gesetz und gegen den Geist des Judenthums und von ihm ist gesagt das Wort: ^is WM Mw)' IM Ihr aber, ihr treuen Gläubigen in Israel, stehet ein für unsere heilige Religion, damit wir sie unverkürzt undunverfälscht uns und unfern Kindern erhalten und — Gott wird uns helfen, daß wir siegreich die Kämpfe der Gegenwart bestehen wie wir die der Vergangenheit überwunden haben. Hm jLLrkhn Armen- M WgrrjVFjrnnM rn Jerulslrm. Durch Rabb. LiberleS in Breiten von ihm selbst21 kr.: FrauM Herzberger 2fl. 42 kr.; AbrRothschild 1 fl. 12 kr.; zusammen 4 fl. 15 kr. — R. N. in Würzburg 46 kr. — (F. d. A. d. h. L. N. A. Sommer in Giebelstadt 1 fl. 45 kr.) — Durch Jakob Süß in Aschbach von Mehreren 7 fl. 25 kr. — Jakob Einstein in Kleinerdlingen: in Edernheim bei einigen Geschäftsleuten beim Abschluß von Rechnungen gesammelt 11 fl. 45 kr. — Durch Lehrer Straßburger in OAnhausen (Würtemberg) bei der Hochzeit des Jakob Reis das. gesammelt 3 fl. 18 kr.; abz. Porto 3 fl. 2 kr.*) Durch Julius Hertz auS Mainz: Hirsch Trier, Vosteher in Höchst i.0.1 fl. Zeitungsnachrichten u. CorrespondenM. Preußen. Aus Halberfta-t gehen uns über die gesegnete Wirksamkeit des Herrn Rabb. Or. Auerbach die erfreulichsten Nachrichten zu- Herr vr. A. inspicirt täglich die Schule, was auf den Eifer der Lernenden und Lehrenden natürlich vom wohlthätigsten Einfluß sein muß; seine talmudischen Vorträge werden von einheimischen jungen Leuten zahlreich besucht; bald werden sich zu ihnen auch Fremde gesellen. Die gediegenen Predigten des Herrn Rabbiners haben stets ein großes Publicum, welches sich durch dieselben geistig und sittlich angeeifert fühlt. Dabei athmet die ganze Gemeinde ohne Unterschied der religiösen Richtung nur Liebe und Verehrung für ihren neuen Seelenhirten, so daß zu hoffen ist, daß der erwähnte Unterschied bald gänzlich verschwinden und einer einheitlichen gesetzestreuen Richtung weichen wird. Das walte Gott! Gumbinnen, 1. Juni. Am heutigen Tage, um 11 Uhr Vormittags wurde der Grundstein zu der Synagoge der hiesigen israelitischen Gemeinde unter großer Betheiligung der Behörden, der Vorstände verschiedener Anstalten und der Einwohnerschaft feierlich gelegt. Die Baustelle war mit Laubwerk und Kränzen festlich geschmückt. In ernster, der Bedeutung des feierlichen Actes würdiger Weise hielt der Prediger der Gemeinde, Herr Schwarz, die erbauliche Weihrede. In derselben wurde die Geschichte des israelitischen Volkes mit einem längeren Verweilen bei der Person des Erzvaters Jakob, in geistvoller, ergreifender Weise vorgesührt und der Segen nachgewiesen, der, nach der Verheißung von *) St« haben 2 fl. 42 kr: zuviel eingesandt, über die zu dtSpontren wir Sie ersuchen.

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