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Der Israelit · 1863-06-24 · Heft 25 (24.6.1863) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
4 (1863)
Issue
Heft 25 (24.6.1863)
Date
1863-06-24
Page
– (sequence 7)
Language
German
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301 diesem Gründer des jüdischen Volkes ausgehend, durch die Verbreitung des Wortes Gottes über die ganze Erde ausgegossen sei. Uebergehend zu dem Schicksale dieser Gemeinde, verglich der geehrte Redner den ersten Einwanderer mosaischen Glaubens mit dem in die Fremde pilgernden Jakob und zeigte, wie auch hier der Herr seine Segenshand ausgestreckt habe. Mit innigen Gebetsworten wurde der Segen des himmlischen Vaters auf den König, auf das Vaterland, aus unsere Stadt, auf die christliche wie auf die jüdische Gemeinde, auf die verschiedenen Anstalten, auf alle Klassen und Allerstufen unserer Bevölkerung und auf den begonnenen Bau des Tempels herab erfleht und das Fundament durch die Hand des Predigers mit drei Hammerschlägen auf den Grundstein geweiht. Diese Weiheschläge wurden demnächst von dem Regierungspräsidenten v. Kries, der in die Baugrube Hinabstieg, mit dem frommen Wunsche wiederholt, daß die in diesem Tempel gepredigte Gottesfurcht, Frömmigkeit und Liebe durch entsprechende Thaten im Leben Zeugnisse ablegen möge. Nach dem Herrn Präsidenten v. Kries wurde noch mehreren Mitgliedern des Königl. Regierungscollegii der Weihehammer von dem ersten Vorsteher der Gemeinde, Herrn Löwensohn, überreicht. Ehe der Vertreter der städtischen Behörden, Herr Bürgermeister Grube, sich dem Grundstein näherte, sprach er noch Worte ehrender Anerkennung über die hiesige israelitische Gemeinde aus und hob besonders hervor, wie confessionelle Unterschiede bei uns schwinden, wenn es darauf ankomme, ein Werk der Liebe zu gründen oder zu fördern. — Gebetsworte bildeten den Schluß der ganzen erhebenden Feier. (Kujaw. Wochenbl.) Oesterreichischer Kaiserstaat. Preßburg, den 20. Sivan 5623. Es wird Ihnen nicht unwillkommen sein, aus hiesiger Gemeinde eine kleine Mittheilung zu erhalten. Vor beinahe 5 Jahren, betrauerten wir den herben Verlust unseres rühmlichst bekannten Rosch Beth Din, Hagaon R. Salomon Bonihad ^>"21. Als nun nach dessen Ableben seine Stelle durch unfern gegenwärtigen Rosch Beth Din Hagaon R. Nathan Wolf '"i besetzt wurde, wurde zugleich der Posten eines Dajans vacant. Unser verehrter, ruhmgekrönter Herr Oberj rabbiner S. W. Schreiber '"5 stellte nun da- Ansuchen an die Gemeinde, daß man — in Berücksichtigung seiner vieljährigen Leistungen und seiner, leider sehr geschwächten Gesundheit — bei Besetzung des erledigten DajanpostenS sich dahin bestrebe, daß der zu wählende Dajan auch im Stande sei ihn in Abhaltung von Daraschoth und sonstigen öffentlichen Vorträgen zu vertreten. Diesem ausgesprochenen Wunsche nachzukommen, bestrebte sich die Gemeinde aufs Eifrigste und es gelang uns, den würdigen und gottesfürchtigen Herrn Phöbus Fisch mann, bisherigen Rabbinen zu Klausenburg für diesen Posten zu gewinnen. Gestern am Sabbat hielt er seine Antrittsderaschah zu unserer vollkommenen Befriedigung und wir können uns nun der Hoffnung hingeben, daß unter dem Walten unseres geliebten Herrn Oberrabbiners für Gemeinde und Jeschiba, unter R. Nathan Wolf als Rosch beth Din und Herrn Fischmann als Dajan und Darschon dem Gedeihen unserer Gemeinde das schönste Prognostiken zu stellen sei. Palästina. Jerusalem, im Siwan. Während sonst im Monate Jjar kein Wölkchen den heiteren Himmel, der über dem heiligen Lande lacht, trübt, hatten wir in diesem Jahre anhaltendes Regenwetter; das erinnert uns an einen in Galilea aufgestellten Denkstein, auf welchem zu lesen ist: „Wundert euch nicht über Regen in Jjar; wir haben in Siwan schon Schnee gesehen." — Die Landleute behaupten, es seien durch den Regen die Aussichten auf eine gute Ernte dahin; doch das ist so die Art der Bodenbebauer, die Hoffnungen zu trüben, um die Kornpreise zu steigern. — Der Paschah von Jerusalem ist zum Statthalter von Syrien ernannt worden und hat die h. Stadt verlassen; die Liebe der Bewohner folgt ihm nach seinem neuen Aufenthaltsorte, namentlich deßhalb, weil er durch die Einkerkerung des Schech Ebed el Rahman sich um die öffentliche Sicherheit hochverdient gemacht hat. Auch hat er an der Landstraße Wachthäuser erbaut, so daß dieselbe vollkommen sicher ist. Während der Unruhen in Libanon und Damaskus war es einzig der Paschah, welcher durch seine unermüdliche Sorgfalt die h. Stadt geschützt hat. —

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