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Der Israelit · 1863-06-17 · Heft 24 (17.6.1863) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
4 (1863)
Issue
Heft 24 (17.6.1863)
Date
1863-06-17
Page
– (sequence 3)
Language
German
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2S1 München, 13. Mai. Unterm 28. April l- I. hat die k. Regierung von Oberfranken eine Entschließung erlaffen, nachstehenden (wesentlichen) Inhalts: 1. die israelitischen Religionsschulen haben zwar nicht den Charakter öffentlicher Bolkssch rlen sondern sind Privatschulen, jedoch stehen sie unter der Aufsicht und Leitung der Verwaltungs- und der Distriktsschulbehörden, welche die Prüfungen abzuhalten und darüber zu berichten haben. 2. Als Privatanstalten können dieselben keinen Anspruch haben auf Zuschüsse oder Unterstützungen aus dem k. Kreisschulfonde. 3. Die israelitischen Religionslehrer, welche übrigens die Vorbedingungen der Schuldienstexspectanten zur Anstellung erfüllt haben muffen, werden von der be treffenden Cultusgemeinde vorgeschlagen, und von der k. Regierung bestätigt. 4. Der Gehalt eines Religionslehrers muß mindestens 200 fl. betragen, doch darf der Dienst des jüdischen Vorsängers damit vereinigt werden. Wir bemerken, daß nach diesen Bestimmungen schon früher verfahren wurde, und dieselben aus Anlaß einer Vorstellung der israelitischen Religionslehrer mit Genehmigung des k. Staatsministeriums des Innern für Kirchen- und Schulangelegenheiten (Rescript vom 21. April l. I.) für Oberfranken aufs neue angeordnet wurden. (Bayr. Ztg.) Preußen. Berlin, 12. Sivan. Heute fand in der hies. Synagoge die alljährliche Entlastung der Schüler aus der jüdischen Gemeindeschule durch Herrn Or. Rosin statt. Dieser leitete die Feier durch eine einfache Rede ein, in der er erklärte, daß dieser ganze Act eben nichts weiter sein sollte, als eine Verabschiedung seiner Zöglinge, die durch die Heiligkeit des Ortes und durch die Gegenwart eines großen Theiles der Gemeinde bei denselben einen unvergeßlichen heilsamen Eindruck zurücklaffen würde. Aehnlich sprach sich Herr vr. Sachs aus am Schluß der nur kurze Zeit dauernden Ergüsse der kindlichen Herzen, in denen sie nur die Grundzüge der während der Schulzeit aufgenommenen Weisheit vorbrachten. Der gefeierte Redner, der seine Zeit mit tiefem Blick zu erkennen und zu geißeln weiß, sucht dem noch immer regen, doch wie er sich selbst in feiner Rede ausdrückte, vor etwa 30 Jahren noch weit ungestümer hervortretenden Wunsche nach Einführung der Konfirmation entgegenzuarbeiten. Die Confirmation, sagt er, gab es immer im Judenthume und wird sie s. G. w. immer geben, doch wo findet sie ihre Stelle? in einem echt jüdischen Hause, die Schule lehrt und das Haus confirmirt. Mit scharfer Ironie wendet er sich dann gegen den Mißbrauch, der mit dieser in der Fassung, wie sie sich unter seiner Leitung darstellt, ungefährlichen Ceremonie schon getrieben sei. Weniger könnte uns die Rüge gefallen, die er denen ertheilte, die rücksichtslos jedes Neue, wäre es noch so unschuldig, weil es nicht vor 1000 Jahren schon dagewesen, verurtheilten. Glauben wir auch gern der weiseren Einsicht unseres verehrten Predigers, daß er der uns vorgeführten Ceremonie alles Schädliche benommen, so können wir doch ebenso wenig denen böse sein, denen die Neuerungen der letzten Jahrzehnte, deren Samen und Frucht nur zu häufig giftig waren, so von Herzensgrund zuwider find, daß sie mitunter selbst von einer erlaubten Neuerung scheu sich zurückhalten. Im Gegrntheil liegt uns der Gedanke gar nicht so fern, daß Männer, die mit unserem heiligen Gesetze vertrauter sind, mit Herrn vr. Sachs alles Ernstes darüber rechten könnten, ob nicht die Ceremonie weil überflüssig zu tadeln sei, um so mehr als der erste Anlaß dazu jedenfalls aus einer andern Religion herübergenommen ist, so sehr er auch mit Recht jede Ähnlichkeit dieser Feier mit jener fremden zurückweist. Frankreich. Paris, im Juni. In dem von dem Wohlthätigkeitscomit« ausgegebenen Rechenschaftsberichte heißt es unter Anderem: „In der alten Zeit ging die Mutter nach der Geburt eines Kindes in den Tempel und brachte Opfer dar; unsere heutigen Tempel, das sind die Wohlthätigkeitsanstalteu, und die Gott angenehmen Opfer, das find die guten Werke." — I/IIuivers Isr. macht hierzu folgende treffende Bemerkungen: „Ist es klug, ist es erlaubt, solche Worte in

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