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Der Israelit · 1863-06-10 · Heft 23 (10.6.1863) · page 15

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Journal
Der Israelit
Volume
4 (1863)
Issue
Heft 23 (10.6.1863)
Date
1863-06-10
Page
– (sequence 15)
Language
German
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283 Esaw «nd den des Jakob richtig zu beurtheilen wußte, und so bestimmte er jedem seinem Charakter gemäß einen Segen. Denn der sür Esaw bestimmte Segen lautet: „Gott gebe Dir vom Thau des Himmels und von der Fettigkeit der Erde, Getreide und Most die Fülle, Volker muffen Dir dienen, Nationen vor Dir sich bücken, werde Herr Deiner Brüder, Deiner Mutter Söhne bücken fich vor Dir, verflucht sei, wer Dich verflucht, und wer Dich segnet, sei gesegnet." — Der für Jakob in Bereitschaft gehaltene Segen, besteht aus folgenden Worten: „Der allmächtige Gott segne Dich, mache Dich fruchtbar, er gebe Dir Abrahams Segen, Dir und Deinem Samen mit Dir, daß Du das Land Deines Aufenthaltes einnehmest, welches Gott dem Abraham geschenkt hat." Wer fleht nicht deutlich den Unterschied dieser beiden Segenssprüche ein? Der erste ist nur ein zeitlicher, irdischer Segen,! die irdischen Glücks güter werden darin deutlich ausgesprochen; er möge sehr reich fein, auch die Kraft über andere zu herrschen fehle ihm nicht, er sei in jeder Beziehung unabhängig.! Der zweite hingegen enthält den Inhalt, womit! Gott den Abraham, den Weifen, der Gott zuerst er-! kannt hat, segnete; wahrlich, ein solcher Mann legt! auf irdische Glücksgüter keinen großen Werth, nur ' auf Geistiges, Höheres, Himmlisches ist sein Auge gerichtet. Jizchak, der wohl wußte, daß Esaw's Charakter nur irdisch gestimmt, daß sein Thun und Lasten nur auf weltliche Gegenstände gerichtet ist, bestimmte für ihn einen seinem Charakter angemeffenen Segen; denn Leute solcher Gesinnung muffen Alles in Hülle und Fülle haben, jede Bequemlichkeit, jedes Angenehme des irdischen Lebens muß ihnen zu Theil werden, sonst verzweifeln sie ganz, weil das Vertrauen auf Gott, der Glaube an eine jenseitige Belohnung bei rhnen iehr schwach ist. Für Jakob, für den nachdenkenden Sohn, für den, der von Gott auserfehen war, der Erbe, der Fortpflanzer der Tugenden Abraham'» zu sein, der erkoren wurde, Religion und Gotteserrenntniß, Vertrauen auf ihrzu lehren und zu verbreiten, für die-! fen Sohn hielt Jizchak einen Segen geistiger Art irr j Bereitschaft.! Als Jakob auch den für Esaw bestimmten Segen auf Veranlassung seiner Akuter, erhielt, so konnte! Jizchak dem Esaw keinen Segen mehr ertheilen, trotz seines Bittens und Weinens konnte Jizchak sich nicht entschließen, den sür Jakob bestimmten Segen dem nur irdisch gesinnten Esaw zu geben; er fühlte bei fich, daß dieser Segen ihm keinen Nutzem, leinen Bortheil bringen werde, er sah im Voraus, daß ' Esaw und seine Nachkommen nicht berufen seien, Gottesfurcht, Gottesvertrauen die Menschen zu lehren; Jizchak blickte in die Zukunft und diese zeigte ihm, daß die göttliche Lehre, die Gott den Kindern Abrahams geben wird, für Esaw's Nachkommen keinen Werth haben könne. Jakob und seine Nachkommen hingegen, diese sind von Gott berufen, von ihm ausersehen seine Lehie, die göttliche Offenbarung zu erhalten! und in Folge dessen Licht und wahre Religion,! Gotteserkenntniß, Vertrauen auf ihn, die Unsterblich- > keil der Seele, den Glauben an eine jenseitige Belohnung zu lehren und zu verbreiten; dies Alles sah! Jizchak voraus, daher bestimmte er den Segen mit 'iw der seiner Familie eigen war, den er von j Gott selbst erhalten, für Jakob; diesen hielt er für würdig genug, in die Fußtapfen seines Vaters Ab-! raham zu gehen; aus diesem Grunde gab er ihm diesen Segen und theilte also, wenner auch Esaw licbte, dem Jakob den verdienten Vorzug vor Esaw, zu. -—- Die Arkoririrng des Herrn Oderrabbinen Fasset in Groß-Hanhsa. Aus Ungarn. Soeben erhalle ich in etwas aufdringlicher Weise ein literarisches Produkt, das der Strom der Ereignisse zu Tage gefördert: „Denkmal sür kommende Geschlechter. „Eine „genaue Schilderung der in der Gemeinde zu Groß- „Kanizsa stattgehablen Feier, als deren Oberrabbiner „Hirsch B. Fasse! am 15. April 1863 das goldene i „Verdienstkreuz erhalten hat. Groß-Kanizsa bei I.! „M aikbreiter 1863" Dieses Werkchen, wenn man! diese Seifenblase, der aber selbst für den flüchtigsten i Augenblick auch die schrillenden und glänzenden Far-! bertöru fehlen, das jüngste Geisieskind der Fsffell'icben! Muse, so nennen darf, bietet auf 38 Seiten krem Oktav wieder ein klares Bild des pasiorrlischen Hechmuthes, der gespreizten leeren Eitelkeit . id des literarischen Humbugs der Vertreter der Re>orm hier zu Lande. Herr F. erhielt das goldene Verdicusikreuz ohne Krone für die Hebung des israel. Schulwesens, und wurde ihm dasselbe ertheilt im Sladthause m Gr.-Ka:uzsa, von dem dortigen Stadtrichter in Gegenwart des „festlich gekleideten Cultus-Vorstandes, des „festlich gekleideten Magistrates, des k. k. Offiziers Corps — eu vamialure — in Parade, mehrerer p. t. k. k. Beamten" — d. h. einiger Finanzbeamten untergeordneten Ranges, denn andere k. k. Beamten gibt es in dem jetzt constitutionellen Un-

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