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Der Israelit · 1863-06-10 · Heft 23 (10.6.1863) · page 14

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Journal
Der Israelit
Volume
4 (1863)
Issue
Heft 23 (10.6.1863)
Date
1863-06-10
Page
– (sequence 14)
Language
German
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282 Nachbemerkung der Redaktion. Wir haben zu dem vorstehenden Aufrufs des durch seine Frömmigkeit Md Gelehrsamkeit hochberühmten Herrn Oberrabbiners von Preßburg nur Weniges hinzuzufügen. Die Angelegenheit, für die der Herr Oberrabbiner seine gewichtige Stimme erhebt. bedarf unsererseits der Begründung nicht mehr. Wir bitten aber zugleich auch die verehrlichen Redaktionen aller jüdischen Zeitschriften, gleichviel welcher Richtung, von vorstehendem Aufrufe Notiz zu nehmen, um Ihre Leser vor einem Betrüge zu warnen, vor welchem jeder rechtliche Mensch den tiefsten Abscheu hegen muß; wir wenden uns ferner an jeden Einzelnen in Israel mit der Bitte, daß er zur Abstellung eines solchen Mißbrauchs, der eine täglich sich wiederholende Entheiligung des göttlichen Namens in sich schließt, das Seinige beitrage. Die Tephillin an Haupt und Arm repräsentiren die heiligsten Grundsätze des Judenthums; daher ist die Erfüllung dieses göttlichen Gebotes so außerordentlich wichtig und eine Vernachlässigung desselben von den weitgreifendsten Folgen. Möchte es dem vorstehenden Aufrufe gelingen, die Aufmerksamkeit aller Israeliten derart auf den heiligen Gegenstand zu lenken, daß jeder Mißbrauch und Betrug in der beregten Angelegenheit künftighin zur Unmöglichkeit wird. Auszüge aus Haketatr wehakabata von 6aro irr RLvvLvL. II. rir^r pnL' Und Jizchak liebte den Esaw und Ribka liebte den Jakob. Von diesem folgern Viele, Jizchak selbst hätte den Esaw dem Jakob vorgezogen, welche Folgerung falsch ist. Wenn schon Jizchak den Esaw nicht so wie seine Frau Ribka durchschaut hatte, so geschah dies deßhalb, weil Jizchak nur in seinem väterlichen Hause von Abraham und Sara erzogen worden, und wahrlich. ein Kind solcher braven, guten und tugendhaften Eltern, hat nur Sinn und Gefühl für das Gute, vom Schlechten, wie man anders als gut handeln kann, hat ein solcher keinen Begriff; Ribka hingegen, die einen Laban, einen ränkevollen Mann zum Bruder hatte, die wußte wohl, daß man nicht jedem, wenn er auch noch so schön spricht, Glauben schenken könne, daher war es der Ribka eher möglich, den Esaw zu durchschauen, als dem Jizchak, trotzdem aber hat Jizchak wohl den Charakter des Esaw wie den des Jakob zu beurtheilen gewußt, welches aus dem Sichnachherzutragendem deutlich zu ersehen ist. Es heißt: als Jizchak alt geworden, rief er seinen , erstgebornen Sohn Esaw, ertheilte ihm einen Auftrag, um ihn dann zu segnen. Diesen für Esaw bestimmten Segen erhielt, auf Veranlassung der Ribka, Jakob. Kaum entfernte sich Jakob mit dem erhaltenen Segen, so erschien Esaw; als er hörte, was sich zugetragen, wie Jizchak den für ihn bestimmten Segen dem Jakob ertheilt hatte, sprach er zu seinem Vater: „Segne mich doch auch Vater;" er aber gab ihm die trockene Antwort: Dein Bruder nahm Deinen Segen; Esaw erwiederte: hast Du denn mir keinen Segen zurückbehalten? Darauf bekam er zur Antwort: was kann ich thun mein Sohn? Esaw sprach ferner weinend : hast Du denn nur einen Segen, segne mich doch auch, Vater! so erwiederte endlich der Vater: „siehe, wo Fettigkeit der Erde ist, wird Dein Wohnsitz sein und vom Thau des Himmels, Dein Schwerdt wird Dich erhalten, Deinem Bruder wirst Du dienen, jedoch wenn Du genug gelitten, wirst Du sein Joch von Deinem Halse werfen." Als Jakob wegen des Mordanschlages, den Esaw gegen ihn machte, sich vom elterlichen Hause entfernen mußte, rief Jizchak den Jakob, segnete ihn und sagte zu chm: „und der allmächtige Gott segne Dich, daß Du zu einer Menge von Völkern werdest Und er gebe Dir den Segen Abraham's, Dir und Deinem Samen mit Dir, daß Du das Land Deines Aufenthaltes einnehmest, welches Gott dem Abraham geschenkt hat." Zwei Fragen sind in dieser Erzählung zu erörterN; erstens die, warum segnete Jizchak den Esaw nicht, als er einen Segen von ihm erflehte, er hatte doch noch einen Segen in Bereitschaft; das sehen wir ja, daß er den Jacob, der doch schon den für Esaw bestimmten Segen erhielt, vor seiner Reise segnete, er gab ihm sogar denjenigen, mit welchem Gott Abraham segnete, warum ertheilte er diesen nicht dem Esaw? Man denke sich, ein erwachsener Sohn bittet seinen Vater, der ihn liebt und der weiß, daß der Sohn seines Segens verlustig geworden, dieser Sohn bittet mit Thränen im Auge um einen andern Segen, und der Vater, trotzdem er noch einen vollständigen Segen in Bereitschaft hat, verweigert diesen dem weinenden Sohne, muß nicht dieser Weigerung eine wichtige Ursache zu Grunde liegen? Zweitens, warum bestimmte Jizchak nicht gleich den Segen mit 'iw für Esaw, es würde zwar Jakob diesen auch bekommen haben, aber irrtümlicher Weise, warum bestimmte er für Esaw den Segen 'wi;nv? Hieraus ist zu ersehen, daß er wohl die Charaktere seiner beiden Söhne, den des

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