Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 4 (1863)
- Issue
- Heft 23 (10.6.1863)
- Date
- 1863-06-10
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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277 berufener kecker Hand der Stab gebrochen wird, dazu bewogen werden können, zu einem Fonde beizu- Lrageu, der zunächst den gegenwärtig Ln Aktivität stehenden, untauglichen Lehrern zu Güte käme??? Das Räthfelhafte dieses Verfahrens erklärt sich indeß durch den Umstand, das der Urheber dieses erquicklichen Elaborats eigentlich seiner Professton nach — Advokat ist. Die Lehrer sind leider in der Regel arme Leute und sollten es sohin aus Erfahrung wissen, daß sie als solche ihre Angelegenheiten von keinem Advokaten vertreten lasten dürfen. Die Herren mögen sich bestreben, ihre Rechtssachen selbst zu vertheidigen; sie würden sonst — schlecht bedient werden! Ised IdrL. Amerika. Akew-Aork. Aus einem Briefe des amerikanischen General-Consuls W. W. Murphy zu Frankfurt a. M. au die Redaktion der hiesigen Zeitung „Harper's Weekly" entnehmen wir, daß das Haus Rothschild es abgelehnt hat, mit den Südstaaten ein Anlehen zu contrahiren, während Baron Erlanger zu Frankfurt a. M. denselben 3,000,000 L.-St. geborgt hat. Herr Murphy legt einen Nachdruck darauf, daß Baron E. ein Convertit ist und fügt hinzu, daß die Sympathie für Sklaverei dieses Umstandes würdig sei; die Aversion der deutschen Juden gegen die Sklaverei sei so groß, daß das Haus Erlanger u. Comp, nicht wage, die desbezüglichen Papiere an der Frankfurter Börse zu vfferiren. — 9t a eh t r a g. Mttinz, den 5. Juni. Soeben beim Schlüsse dieser Nummer erhalten wir die erste Nummer einer jüdisch-pädagogischen Zeitschrift „jüdische Volksschule," herausgegeben von M. Ehrentheil, öff. Lehrer in Arad. Soweit uns ein flüchtiger Blick in dieselbe belehrt (das Programm ist uns nicht zugekommen), ist dieses das erste jüdische Schulorgan, das nicht die isr. Schule in eine Pflanzstätte des Unglaubens und der Religionslosigkeit umwandeln will. Zu den religiösen Parteien im Judenthume stellt sich das neue Blatt auf den Standpunkt des Friedens nach allen Seiten hin. Wird dies auf die Dauer möglich sein? Die jüdische Schule ist zu eng mit dem religiösen Leben verwachsen und das religiöse Leben der Gegenwart ist wiederum zu sehr vom Parteikampfe durchdrungen, als daß ein Schub- Organ neutral zu bleiben vermöchte, bleiben dürfte. Der Redaeteur, Herr M. Ehrentheil, ist zwar ein ebenso tüchtiger, wie gewandter Arbeiter — aber dieses Ringen nach einem an sich und in sich unmöglichen Zustande erfüllt uns für ihn mit Besorgniß; wir wollen jedoch das Ergebniß abwarten. Jedenfalls erfüllt uns schon das mit Freude, daß jetzt ein isr. Schulorgan existirt, welches nicht ausschließlich den innern Gegnern des Judenthums angehört. Möge „die jüdische Volksschule" streng auf den Boden des traditionellen Judenthums beharren und sie soll durch uns jede nur mögliche Förderung finden. Feuilleton. Wilder aus »cm (alt Wischen L den.*) Bon lavuis Düster. Dir Vsrweihe durch Kinder. Aus der Schul', im schönen Bunde Zieht zur Abend-Dämmrungs-Stunde Wohlgeordnet, Paar an Paar, Eine fromme Knaben-Schaar. * * -» Vom Behelfer **) angeführet, Der die Schule mit regieret, Fühlen sie sich sicher hier Im geschlossenen Revier.***) 4- 4- » Einer Wöchnerin zu Ehren, Die ein Söhnlein that gebären, Zieh'n die Knaben zum Besuch, Jeder in der Hand ein Buch. 4- 4- * *) Die Grundrisse folgender Skizzen gehören noch heute dem jüdischen Leben an, doch sind ihre Farben etwas von der Civiltsation verwischt, insofern nun sind riese Bilder aus dem altjüdtscben Leben. — **) Behelfer, Belfer hieß der LaocLlLnrsn» in den jüdischen Elementarschulen. — ***) Die Judenviertel wurden Abends abgeschlossen. —